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Ohne Pfingsten geht es nicht

Der Abschluss der Pfingstaktion des Bischöflichen Hilfswerkes Renovabis fand in Görlitz statt

Cottbus/Görlitz (as/rs). Die Pfingstaktion des Bischöflichen Hilfswerkes für die Menschen in Osteuropa fand in diesem Jahr ihren Abschluss im Bistum Görlitz. Einer der Höhepunkte war ein Pilgerweg über die Grenze.

Von Görlitz-Weinhübel führte der Renovabis-Pilgerweg am Samstag vor Pfingsten nach Zgorzelec. Auf der Brücke über die Neiße symbolisierten von den Pilgern gespannte Fahnentücher die Verbundenheit zwischen den Menschen in West und Ost.

"Wir wollen den Menschen, die unsere Hilfe brauchen, näher kommen", erläutert Stefan Dartmann in einer Pressekonferenz vorab, warum Renovabis in die östlichste Stadt Deutschlands gekommen ist. Der Jesuitenpater ist Hauptgeschäftsführer des Osteuropa- Hilfswerks, das den Abschluss seiner diesjährigen Pfingstaktion "Gottes Schöpfung - uns anvertraut" in Görlitz feierte. "25 Jahre Katastrophe in Tschernobyl ist ein ebenso trauriges Thema wie die Hochwasser, die voriges Jahr im Dreiländereck Deutschland, Polen und Tschechien so viele Schäden hinterlassen haben." Der Pilgerweg am Samstag, der vom Görlitzer Stadtteil Weinhübel über die Neiße zur Kirche St. Bonifatius nach Zgorzelec führte, war ein weiteres Zeichen, des Aufeinander- zu-Gehens. Doch dabei wurde nicht nur an die Flut vor einem Jahr erinnert.

Erinnerung an die Flut vor einem Jahr

Der Sonnengesang des heiligen Franziskus stand im Mittelpunkt der Station in der Kirche St. Johannes und Franziskus, neben der die Franziskaner leben. An der Brücke "Papst Johannes Paul II." wurde zweier wichtiger Menschen gedacht, des neuen Seligen aus dem Nachbarland Polen und der Görlitzer Bistumsheiligen Hedwig.

Vorangegangen war ein Gottesdienst in Cottbus. In seiner Predigt dort sagte der südrussische Bischof Clemens Pickel, dass trotz jahrzehntelang verordneter Gottlosigkeit Gott und sein Heiliger Geist die Menschen in Russland nicht verlassen habe. Er hob die Gnade und Kraft des Heiligen Geistes hervor, die er bei seiner Tätigkeit als Bischof der Diözese Saratow immer wieder erlebe. In der anschließenden Gesprächsrunde erzählte Clemens Pickel, dass sich eine 70-jährige Frau, aus sibirischen Lagern entlassen, von ihm firmen ließ. Aber meist seien Kinder die ersten, die zum Glauben kommen und die schließlich auch die Eltern mitbringen. Für die Kinder seien besonders die aus Deutschland übernommenen Religiösen Kinderwochen interessant - dazu bringen sie gern auch andere Kinder mit.

Wir brauchen den Heiligen Geist

Ruzena Kavkova, Caritasdirektorin in Leitmeritz/Litomerice, berichtete, dass Arbeit und Tätigkeitsfelder der tschechischen Caritas mit der deutschen inwischen vergleichbar seien. Der letzte Bericht kam von Linnart Zähr, der nach der Schulzeit ein Jahr in Ungarn einen freiwilligen sozialen Dienst leistete. In einer Schule der Salesianer kümmerte er sich vorwiegend um Kinder von Roma- Eltern. Dieses Jahr habe ihm viel für sein eigenes Leben gegeben, sage er.

Am Samstagabend berichteten die Gäste dann den Görlitzern von ihren Projekten, die durch Renovabis möglich wurden. Clemens Pickel unterstrich dabei: "Es kommen zu mir Seelen, die verkrüppelt sind. Hier in Deutschland habe ich es nie erlebt, wie in Russland, dass Menschen kommen und bitten: Helft mir zu glauben. Seelsorge hängt eng mit dem Sozialen zusammen. Ohne Pfingsten geht es eben nicht. Wir brauchen den Heiligen Geist." In diesem Sinn war der gemeinsame Gottesdienst am Pfingstsonntag ein passender Abschluss.

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