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Anstoß

Vorsorge treffen

Marko Dutzschke

Jedes Jahr sterben in unserem Land rund 350 000 Menschen an den Folgen einer Herz-Kreislauf- Erkrankung. Herzversagen führt damit die Liste der häufigsten Todesursachen unangefochten an. Mit Vorsorgeuntersuchungen sollen Gefahren für die Gesundheit rechtzeitig erkannt werden. Mediziner und Illustrierte raten gebetsmühlenartig, Vorsorge zu treffen. Sie empfehlen mehr Bewegung, weniger Fett und Cholesterin und natürlich weniger Stress. Wir tun viel dafür dass unser Herz möglichst lange, gleichmäßig schlägt.

Aber es gibt Risiken für unser Herz, die werden in keiner Vorsorgeuntersuchung sichtbar. Was nützt das gesündeste Herz, wenn es in einer herzlosen Welt schlägt. 350 000 Menschen sterben jedes Jahr an einer Erkrankung ihres Herzens. Wie viele Menschen sterben, weil die Fähigkeit zu Mitgefühl und Herzlichkeit verloren gegangen ist, wird in keiner Statistik erfasst. Auch dafür sollte es Vorsorgeuntersuchungen geben. Auch dafür sollten Ärzte und Illustrierte Empfehlungen veröffentlichen.

Wir sollen uns mehr bewegen, aber wir wagen oft nicht den ersten Schritt aufeinander zu. In einem Streit beschließen wir, das Problem sprichwörtlich auszusitzen und ziehen uns von Verwandten und Freunden zurück. Auch dieser Bewegungsmangel kann unser Herz krank machen.

Wir achten auf den Cholesteringehalt der Margarine und kaufen Joghurt fast ohne Fett, aber wir lassen uns jeden Tag mit den schlechten Nachrichten und Katastrophen der ganzen Welt voll -stopfen. Zu viel - egal wovon - schadet unserem Herzen.

Wir suchen Entspannung und Ruhe, aber wir lassen uns von einer Welt der Kleinlichkeiten anstecken, überall das Haar in der Suppe zu suchen. Die Zeitung war einen Tag zu spät im Kasten, der Hausflur ist nicht richtig sauber, die Bedienung war unhöflich, der Zug hatte Verspätung, die Straßen sind zu voll, alles ist zu teuer und die Kinder sind zu laut. Auch dieser Stress macht einem gesunden Herz zu schaffen.

Im Advent wurden wir eingeladen, uns im Herzen auf das kommende Weihnachtsfest vorzubereiten: "Macht euer Herz stark, denn die Ankunft des Herrn steht nahe bevor." (Jakobusbrief 5,8) Vielleicht klingen bei Ihnen auch die Worte des bekannten Adventsliedes nach: "Auf, auf, ihr Herzen, und werdet licht." (Gotteslob 115,4) Das Herz lichten, meint mehr als nur hell machen. Es bedeutet, das Herz leicht machen, es erheben, wie ein Schiff den Anker lichtet, damit es auf große Fahrt gehen kann. Was uns die Kirche im Advent empfiehlt, scheint mir auch am Beginn des Neuen Jahres eine gute Idee zu sein: Die Herzen lichten, um Fahrt aufzunehmen für ein neues Jahr.

Kaplan Marko Dutzschke, Cottbus

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