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Die Not hinter der Tür nebenan

Borromäerinnen haben bei ihrer Weihnachtspaketaktion nicht nur Osteuropa im Blick

Görlitz (rs/tdh). Bei der Weihnachtspaketaktion der Görlitzer Borromäerinnen werden in diesem Jahr erstmals auch Kinder aus der Region bedacht.

Schwester Seraphina Teubner bespricht mit Familienhelferin Gabriele Riedel die Zusammenstellung der Weihnachtspakete für bedürftige Görlitzer Kinder.

Regionaloberin Schwester Seraphina Teubner engagiert sich schon seit vielen Jahren in der Weihnachtspaketaktion ihres Ordens. Unterstützt durch die Berliner Caritas und Gemeinden in den Bistümern Görlitz und Berlin schickten die Borromäerinnen in den vergangenen Jahren Geschenkpakete unter anderem nach Rumänien, Polen und Tschechien. Auf die Nöte in der eigenen Nachbarschaft wurden die Schwestern durch den Görlitzer Ordinariatsrat Norbert Joklitschke aufmerksam. "Auch hier gibt es so viele arme Familien, vor allem kinderreiche", ist Schwester Seraphina bewusst geworden. "Besonders die allein erziehenden Mütter können ihren Kindern kaum Geschenke machen". 45 deutsche und polnische Kinder aus dem Raum Görlitz werden sich am diesjährigen Weihnachtsfest über eines der Geschenkpakete aus dem Schwesternaltenheim freuen können. Das Jugendamt wählt die Empfänger unter den bedürftigsten Familien der Stadt und umliegender Ortschaften aus und übernimmt auch die Verteilung. Die Schwestern erfahren von den Familienhelfern der Behörde aus Datenschutzgründen nur Alter und Geschlecht der Kinder.

In einem Raum des Schwesternaltenheims türmen sich Kleidungsstücke, Kuscheltiere, Süßigkeiten, Mal- und Spielsachen. Die meisten Spenden sind in diesem Jahr zum Martinstag in den christlichen Kindergärten von Rathenow zusammengetragen worden. Auch Christen in Lübbenau und Schönborn haben mit gesammelt. Drei bis vier Tage lang sind die Schwestern vollauf damit beschäftigt, die eingegangenen Pakete aus- und wieder neu einzupacken. "Wir möchten nicht, dass beispielsweise ein Kind drei Tafeln Schokolade bekommt, ein anderes dagegen gar keine", erläutert Seraphina Teubner. So gerecht wie möglich werden deshalb die Geschenkpakete für Görlitzer Kinder bestückt. "Junge, acht Jahre", "Mädchen, drei Jahre", steht auf kleinen Zetteln an den bereits fertigen Paketen.

Doch auch die osteuropäischen Kinder sollen in diesem Jahr nicht leer ausgehen. 30 Nikolaustüten erhält ein Kinderheim im polnischen Nysa/Neiße. Textilien werden in polnische Überschwemmungsgebiete gebracht. Auch die evangelische Kirche in Siebenbürgen wird bedacht. Kuscheltiere geben die Schwestern Flugreisenden nach Jerusalem mit, eingeschweißt in durchsichtige Tüten, damit es bei den Kontrollen keinen Ärger gibt. Schwestern aus dem Kloster der Borromäerinnen in Jerusalem werden sie dort in Empfang nehmen.

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