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Ein Sinnbild der Kirche

25 Jahre Kirche St. Josef in Ilmenau gefeiert

Ilmenau. Filmdokumente erinnerten an den Tag vor 25 Jahren, auf den viele Ilmenauer lange gewartet hatten: Die Weihe einer eigenen katholischen Kirche. Jetzt wurde der 25. Weihetag gefeiert.

Die Ilmenauer katholischen Christen freuen sich über ihre Kirche, die vor 25 Jahren geweiht wurde: Rechts unten im Bild die Pfarrkirche, links daneben Gemeindemitglieder, die ihren Baustein als Andenken abholen. Die beiden oberen Bilder entstanden während des Gottesdienstes.


"Sie ist unsere Heimat geworden", betonte zu Beginn des Gottesdienstes der Vorsitzende des Pfarrgemeinderates Christoph Hottenrott mit Blick auf die Pfarrkirche St. Josef in Ilmenau, deren 25. Weihetag in den zurückliegenden Tagen gefeiert wurde. Höhepunkt des silbernen Jubiläums war der Festgottesdienst mit Bischof Joachim Wanke am Sonntag, dem 9. November. Zu Beginn waren die Ilmenauer und ihre Gäste eingeladen, einen kleinen Baustein nach vorn zu bringen, wo sich schnell ein kleines Fundament zusammenfand. Ein Zeichen dafür, dass die Kirche als Gemeinschaft aus lebendigen Steinen besteht und auch dafür, dass sie längst nicht fertig ist. Lebendige Steine brauchen jedoch einen Ort, an dem sie neue Kraft schöpfen können. Oder wie Ortspfarrer Stephan Riechel betonte, einen Ort der Erhebung der Herzen wie die Ilmenauer Pfarrkirche.

Zeltform: Ein Symbol des wandernden Gottesvolkes


Die Ilmenauer katholischen Christen freuen sich über ihre Kirche, die vor 25 Jahren geweiht wurde: Rechts unten im Bild die Pfarrkirche, links daneben Gemeindemitglieder, die ihren Baustein als Andenken abholen. Die beiden oberen Bilder entstanden während des Gottesdienstes.

Nach der Reformationszeit gibt es in Ilmenau seit dem Jahr 1901 wieder ein offizielles katholisches Leben. Damals wurde das sogenannte Missionshaus mit der St.- Josefs-Kapelle fertiggestellt und zudem Land erworben, um eine Kirche zu bauen. Ein Vorhaben, das sich erst in den später 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts in den Blick nehmen ließ, wobei es galt, den Widerstand der SEDVerantwortlichen zu brechen. Diese hatten sich aus ideologischen Gründen lange geweigert, eine neue Kirche zu akzeptieren. Schließlich gelang es 1978, die Baugenehmigung zu erhalten. Deutlich wurde beim Jubiläum, dass kirchlicherseits großer Wert darauf gelegt wurde, mit dem Neubau ein sichtbares Zeichen des Glaubens zu setzen. Dieser Aufgabe stellte sich der Architekt Wolfgang Lukassek, dem es gelang, einen Bau voller christlicher Symbolik zu schaffen. So erinnert beispielsweise die Zeltform an das wandernde Gottesvolk und wurde so zum Sinnbild der Kirche und der Gemeinde. Weiter sahen die Christen in der DDR-Zeit symbolisch in der Zeltform einen Schutz, die Kirche war ein gesicherter Raum. Heute steht dieses Zeichen nicht mehr allein für Schutz, sondern für Offenheit, für das Unterwegssein des Volkes Gottes hin zu den Menschen.

"Meine Liebeserklärung an unsere Kirche"

Die Ilmenauer katholischen Christen freuen sich über ihre Kirche, die vor 25 Jahren geweiht wurde: Rechts unten im Bild die Pfarrkirche, links daneben Gemeindemitglieder, die ihren Baustein als Andenken abholen. Die beiden oberen Bilder entstanden während des Gottesdienstes.

Die Symbole der Kirche wurde durch den Architekten Wolfgang Lukassek und den Lichttechniker Prof. Dietrich Gall am 6. November in Szene gesetzt. In einer Arbeitsgruppe und mit Unterstützung von Studenten wurde ein eigenes lichttechnisches Programm erstellt, das die Kirche und ihren Innenraum in ein neues Licht stellte. Dieses sogenannte Illuminäum - eine neue Bezeichnung, wie Prof. Gall betont - hatte unter anderem viele kleine Zeichen und Details zum Inhalt, die sonst kaum oder selten wahrgenommen werden. So die Schuhe des Mose, die Werke der Barmherzigkeit, die Heiligen. Untermalt wurde das Illuminäum vom evangelischen Kantor und zwei Musikerinnen.


Die Ilmenauer katholischen Christen freuen sich über ihre Kirche, die vor 25 Jahren geweiht wurde: Rechts unten im Bild die Pfarrkirche, links daneben Gemeindemitglieder, die ihren Baustein als Andenken abholen. Die beiden oberen Bilder entstanden während des Gottesdienstes.

Zusammenfassend betont Dietrich Gall, der übrigens seit über 50 Jahren zur Gemeinde gehört: "Unser Projekt wurde gut angenommen. So von den mitwirkenden Studenten, denen der Glaube oft fremd ist und die sich doch der Herausforderung stellten, und besonders von den Ilmenauern. Wir konnten durch Licht und Musik zeigen, was für eine tolle Architektur wir hier haben. Das Projekt ist einfach meine Liebeserklärung an unsere Kirche."

Von Holger Jakobi

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