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Spezial

In sechs Sprachen vom Dom erzählen

Europäische Studenten führen durch den Mariendom in Erfurt

Führen in sechs Sprachen durch den Erfurter Dom: Christien aus den Niederlanden, Alexandra aus Frankreich, Soetkin aus Belgien und Charles aus Großbritannien (von links).

Erfurt (bip) -Für Soetkin Desmet erfüllt sich im Erfurter Dom ein Kindertraum: "Ich wollte schon als Achtjährige Touristenführerin werden, jetzt hat es endlich geklappt", strahlt die 19-jährige Studentin aus Belgien. Ab 26. Juli führt sie Touristen durch den Dom -drei Wochen lang und in fünf Sprachen. Ermöglicht hat das ARC -die Buchstaben stehen für accueil (Empfang), recontre (Begegnung) und communauté (Gemeinschaft) -eine internationale ökumenische Studentenorganisation, die junge Leute in die bedeutendsten Kathedralen Europas schickt. Mit Soetkin sind zwei Studentinnen aus Frankreich und den Niederlanden sowie ein englischer Student nach Erfurt gekommen.

Hier sollen sie "Steine zum Sprechen bringen", wie das Motto von ARC lautet. Gemeint ist, den Besuchern die Geschichte und christliche Bedeutung des Mariendomes näher zu bringen.

Erfurt begeistert die Studenten

Erfurt begeistert die vier Studenten. "Hier ist es nicht so hektisch und die Leute sind sehr freundlich", beschreibt Charles Bourne, der aus London stammt, seinen ersten Eindruck. Wie Soetkin Desmet und die Amsterdamer Psychologiestudentin Christien de Jong (24) war der 22-jährige bisher noch nie in Erfurt. Nur Alexandra Schryve (19) aus dem französischen Amiens kennt die Stadt bereits durch eine Klassenfahrt, die sie 1999 nach Thüringen führte. Seit ihrer Anreise am Montag streift das Quartett immer wieder durch die Altstadt, um mit der Umgebung des Domes vertraut zu werden.

Aber die meiste Zeit gilt dem Dom selbst. "Alles kann man nicht aus Büchern lernen", muss Alexandra zugeben, die sich wie die anderen gründlich auf ihren Erfurt-Aufenthalt vorbereitet hat. Ein wenig ist Nervosität im Spiel, weil die Studenten nicht nur in ihren Muttersprachen Englisch, Französisch und Niederländisch durch den Dom führen, sondern auch auf Deutsch, Spanisch und Italienisch. Bei den Besuchern aus dem Ausland komme das sehr gut an, macht Cordula Hörbe, Touristenseelsorgerin auf dem Domberg, Mut. "Auch wenn es nicht perfekt ist." Sie betreut die Studenten in Erfurt und hat für sie ein Programm zusammengestellt. Zunächst begleiten die Studenten erfahrene Domführer, lernen den Dom von den Kellergewölben bis hinauf zur "Gloriosa" kennen und erfahren, wie man auf die Fragen und Bedürfnisse der Touristen eingeht. "Das hat bisher immer geklappt", beruhigt Cordula Hörbe ihre Studenten mit den Erfahrungen der Vorjahre.

Die "Gloriosa" läuten hören

Bei der Gestaltung des täglichen Mittagsgebetes um 12 Uhr wirken die studentischen Domführer schon jetzt mit. Sie begrüßen die Teilnehmer in ihren Sprachen, sprechen Gebete oder machen machen Musik. Das ist ihnen allen wichtig. "Wir wollen schließlich auch zeigen, dass der Dom kein Museum ist, das man nur besichtigen kann", erklärt Christien.

"Der Dom lebt", sagt es Soetkin auf ihre Weise. Hier würden Gottesdienste gefeiert, Menschen beten oder die Stille suchen. Darauf wollten sie die Besucher auch hinweisen. Bis zum 15. August, dem Patronatsfest des Mariendomes, laden Christien, Alexandra, Soetkin und Charles die Touristen zu Führungen ein. Alexandra freut sich schon jetzt auf diesen Tag. Nicht, weil dann der Aufenthalt in Erfurt zu Ende geht, wie sie betont. "Ich kann endlich einmal die ,Gloriosa' läuten hören." Das hatte bei ihrer Klassenfahrt vor drei Jahren nicht geklappt.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 31 des 52. Jahrgangs (im Jahr 2002).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Freitag, 02.08.2002

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