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Wer ist reich zu nennen ?

Der größte Reichtum ist Geschenk, Gott selbst schenkt sich den Menschen

Pater Damian

Viele unserer alltäglichen Begriffe und Wörter sind schillernd und unscharf in ihrer Bedeutung, zum Beispiel groß und klein, frei und unfrei, nah und fern, arm und reich. Es kommt jeweils auf den besonderen Gesichtspunkt und den Zusammenhang an, ob wir jemanden reich oder arm nennen. Meistens wird es sich auf Geld und materiellen Besitz beziehen. Es kommt auch vor, dass ein Land reich an Bodenschätzen ist, während seine Bevölkerung in Armut und Elend lebt. Reich und arm kann auch geistigen Reichtum oder geistige Armut bedeuten: Jemand ist reich an Wissen, Einsicht und Weisheit. Dabei kann er arm an materiellen Gütern sein.

Ein betagter Einsiedler wurde einst eingeladen, am Hofe eines der mächtigsten Könige seiner Zeit zu erscheinen. "Ich beneide dich heiligen Mann, der du dich mit so wenig zufrieden gibst", sagte der König. "Ich beneide Eure Majestät, die sich mit noch weniger zufrieden gibt als ich", antwortete der Eremit. "Was willst du damit sagen? Dieses ganze Land gehört mir", sagte der König gekränkt. "Genau", sagte der alte Eremit. "Ich habe die Musik der Sphären, ich habe die Flüsse und die Berge der ganzen Welt. Ich habe den Mond und die Sonne, weil ich Gott in meiner Seele trage. Eure Majestät hingegen hat nur Ihr Königreich." (Nach Paulo Coelho).

Besitz macht den König nicht freier als es der Einsiedler ist

Die Geschichte will zeigen: Reich ist jemand zu nennen, der so frei und gelassen ist, sich an der Schönheit der ganzen Welt zu erfreuen und sie zu genießen. Er kann das tun, weil er sich an nichts Geringeres als an Gott gebunden hat. Er hat sich von den Fesseln materiellen Reichtums befreit und sich so vieler Sorgen entledigt. Ob Jesus das meint, wenn er in der Bergpredigt sagt, wir sollten uns nicht zu kleingläubig um unsere materiellen Bedürfrnisse sorgen, sondern: "Euch muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen; dann wird euch alles andere dazugegeben" ? Der König brüstet sich: "Dieses ganze Land gehört mir!" Macht sein Besitz ihn aber so frei wie den Einsiedler? Steht er nicht vielmehr unter der Last der Verwaltung, der Erhaltung seines Reichtums, der tausend Verpflichtungen? Der Eremit hat Zeit, ist "reich" an Zeit, die Schöpfung zu betrachten, Weisheit zu erlangen und mit Gott im Gespräch zu sein, den er in seiner Seele trägt.

Der größte Reichtum ist Geschenk: Gott selbst schenkt sich dem Menschen. Paulus sagt von seiner Gemeinde in Korinth, es gebe unter den Gläubigen "nicht viele Weise im irdischen Sinn, nicht viele Mächtige, nicht viele Vornehme" ( 1 Kor 1,26). Aber er dankt Gott, "dass ihr an allem reich geworden seid in ihm, an aller Rede und Erkenntnis. Denn das Zeugnis über Christus wurde bei euch gefestigt, so dass euch keine Gnadengabe fehlt" (1 Kor 1,5-6).

Pater Damian Meyer

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 29 des 52. Jahrgangs (im Jahr 2002).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 18.07.2002

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