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Aus der Region

Beim Richtfest droht der Baustopp

Kloster Helfta braucht dringend weitere Sponsorengelder

Das Bistum lässt Schwestern nicht im Regen stehen Helfta (dw) - Wenn am 22. Januar Richtfest für die Erweiterung des Zisterzienserinnenklosters und das Gertrudstift in Helfta gefeiert wird, muss die Kloster-Betriebs-GmbH aller Voraussicht nach zugleich den Baustopp verhängen. "Leider fließen die Sponsorengelder derzeit nicht mehr so reichlich wie in der ersten Bauphase", erläutert Domkapitular Willi Kraning, der Beauftragte des Bistums Magdeburg für den Wiederaufbau von Helfta (auf dem Foto als Schirmträger). Die Kassen seien leer, weiter gebaut werde erst dann, wenn es dafür eine sichere finanzielle Grundlage gibt.
Die Erweiterung des Klosters war nötig geworden, weil bereits zum Zeitpunkt der Einweihung im November 1999 der neu gegründete Konvent größer war als ursprünglich geplant. Schon damals mussten die eigentlich als Gästetrakt geplanten Räume in die Klausur einbezogen werden. Um mehr Platz für Schwestern und Gäste zu schaffen, wird der angrenzende ehemalige Rinderstall ausgebaut. In einem Teil des Gebäudes, dem so genannten Gertrudstift, entsteht Wohnraum für Menschen, die sich den Schwestern verbunden fühlen. Interessenten gibt es bereits. Unter welchen Voraussetzungen die "Stiftsdamen" einziehen können, muss allerdings erst noch festgelegt werden. Das Stift gehört zu den Quellen, von denen sich die Schwestern Einnahmen für den Weiterbau erhoffen. Die größte Erwartung setzen die Ordensfrauen in Verhandlungen, die Willi Kraning mit Banken über zinsgünstige Kredite führt. In der zweiten Jahreshälfte könnten zudem die "Fund-Raising"-Strukturen erste Früchte bringen, die einige US-Amerikaner derzeit aufbauen. Bei einer Amerika-Reise im Herbst hatte Äbtissin Assumpta Schenkl diese Aktivitäten angebahnt. Ein Brief, den sie vor Weihnachten gemeinsam mit Bischof Leo Nowak an eine Reihe deutscher Industrieller geschickt hat, brachte nicht die erhoffte Resonanz. Insgesamt fehlen noch 5,2 Millionen Mark zur Fertigstellung des Baus, 3,2 Millionen davon für die Kloster-Erweiterung. Gefahr für das Bauobjekt besteht nach Kranings Auskunft durch einen Baustopp nicht, da der erst vollzogen wird, wenn das Dach fertig gedeckt ist. Das Altenheim, das in Regie der Caritas-Trägergesellschaft St. Mauritius auf dem Klostergelände gebaut wird (das Foto entstand beim ersten Spatenstich) ist vom finanziellen Engpass nicht betroffen.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 2 des 51. Jahrgangs (im Jahr 2001).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 14.01.2001

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