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Als Zivi in Israel zur Versöhnung beitragen

Markus Scholze aus Wittichenau arbeitet 13 Monate in einer Begegnungsstätte am See Gennesaret

Leistet seinen Zivildienst in Israel: Markus Scholze aus Wittichenau.

Wittichenau (kh) -"Ob ich lebensmüde bin, haben mich schon einige gefragt", sagt Markus Scholze. Seine Stimme klingt dabei genauso ruhig wie sonst auch. Ab Juli geht der Abiturient aus Wittichenau für 13 Monate nach Israel und leistet dort seinen Zivildienst, genannt "Anderer Dienst im Ausland". Einsatzort ist eine Begegnungsstätte für Jugendliche und Behinderte in Tabgha am See Gennesaret. "Das ist da, wo die Brotvermehrung war", erläutert Markus.

Von den kriegerischen Auseinandersetzungen sei dort nichts zu merken. Das haben die Leiter der Einrichtung beim Bewerbungsgespräch versichert. Und Markus glaubt ihnen. Dennoch hofft er, in Israel etwas mehr Einblick in den Nahostkonflikt zu bekommen: "Mich interessiert, was die Menschen dort so verfeindet -vor allem die Juden und die Moslems -und ob die Jugendlichen diese alten Feindschaften pflegen oder ob sie sagen: ,Irgendwann muss doch mal Schluss sein!' und aufeinander zugehen." Gelegenheit, diese Frage zu stellen, wird Markus oft haben. Die Zivis essen morgens und abends gemeinsam mit den Gästen der Begegnungsstätte, und ein Anliegen des Hauses ist es gerade, Angehörige der verschiedenen Bevölkerungsgruppen zusammenzuführen, wie Markus ausführt. Er selbst hat sich vorgenommen, im Kleinen ein bisschen Frieden zu stiften. Wie er das anstellen will? "Einfach immer fröhlich sein -und halt nett zu den Menschen!"

Das Mittagessen nehmen die Zivildienstleistenden -außer Markus sind noch zwei andere dort -mit den Mönchen im Kloster ein, zu dem die Begegnungsstätte gehört. Der Klosteralltag ist Markus nicht fremd. Er hat schon öfter im Kloster Urlaub gemacht, weil er sich dort in 14 Tagen besser erholen kann, "als wenn ich vier Wochen nach Kreta fliegen würde".

Auf die Idee, nach Israel zu gehen, brachte ihn übrigens Pfarrer Peter Paul Gregor. Mit ihm hatte Markus vor zwei Jahren darüber gesprochen, dass er seinen Zivildienst im Ausland leisten möchte. Die Stelle in Tabgha hat Markus über den Deutschen Verein vom Heiligen Lande bekommen. Die Zivis erledigen dort vor allem praktische Arbeiten. Einer von Markus' Vorgängern hat in einer Mail geschrieben, dass sie beispielsweise fürs Einkaufen und Unkrautjäten zuständig sind und dem Hausmeister bei Reparaturen helfen. Außerdem stehen sie den Gästen der Begegnungsstätte als Ansprechpartner zur Verfügung. Markus glaubt, dass ihm sein Steckenpferd, die Musik, den Kontakt zu den Menschen erleichtern wird, etwa wenn er mit der Gitarre ein paar Lieder anstimmt.

Musik begleitet Markus auch zu Hause durch den Alltag, egal, ob er im Schulchor singt, mit der Wittichenauer Jugendband "Gegenwind" auftritt, die er vor ein paar Jahren gegründet hat, oder mit Bekannten ums Lagerfeuer sitzt und Gitarre spielt.

Mit Freunden wird Markus auch am 22. Juni zusammen sein und an seinem 19. Geburtstag zugleich ein wenig Abschied mit ihnen feiern. Denn dass er ein Jahr lang von seinen Freunden und der Band getrennt sein wird, das bereitet Markus im Moment mehr Unbehagen als die jüngsten Terroranschläge in Israel.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 24 des 52. Jahrgangs (im Jahr 2002).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Mittwoch, 12.06.2002

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