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Iglauer Symposium: Zehn Jahre deutsch-tschechischer Vertrag

Das Podium: Schallner (Ambit), Paleczek (Ackermann-Gemeinde), Houzvicka (Bernard-Bolzano-Stiftung), Rzepka (Ackermann- Gemeinde), Werner (Deutsch-tschechischer Zukunftsfonds), Handl (Institut für internationale Beziehungen)

Iglau (mb) -Zehn Jahre nach Unterzeichnung des deutschtschechischen Vertrags zogen tschechische und deutsche Journalisten Bilanz darüber, wie das jeweils andere Land in den Medien dargestellt wird. An der von der Ackermann-Gemeinde sowie der tschechischen Bernard- Bolzano-Stiftung und der in Iglau ansässigen Organisation "Ambit" durchgeführten Tagung nahmen 150 Leute aus Deutschland und Tschechien teil. Der Vertrag "verdient im Rückblick eine gute Note", meinte Dr. Walter Rzepka, Bundesvorsitzender der Ackermann-Gemeinde. Rzepka wollte aber auch wissen, "was aus dem Impuls geworden ist, den der Vertrag damals gegeben hat."

Über dessen Hintergründe, Zielsetzungen und Ergebnisse informierten Dr. Vladimir Handl vom Prager Institut für internationale Beziehungen und Herbert Werner, Geschäftsführer des deutsch-tschechischen Zukunftsfonds. Für Handl hat der Vertrag hinsichtlich der Bandbreite der bilateralen Beziehungen eine neue Qualität. Bezüglich konkreter Einzelfragen sprach er jedoch von einer "niedrigen Intensität", die erst 1997 durch die deutschtschechische Erklärung korrigiert wurde. Werner sah Defizite bei der Lage der deutschen Minderheit in Tschechien, bei der Frage der Grabpflege, bei der Förderung der jeweils anderen Sprache und angesichts der Schließung von Instituten für Bohemistik und Slawistik in Deutschland.

Deutsche und tschechische Journalisten beleuchteten das Bild des jeweils anderen Staates in den Medien ihres Heimatlandes. Für Daniel Brössler von der Süddeutschen Zeitung nimmt Tschechien in Deutschland in der Rangliste der Berichterstattung einen mittleren Platz ein. Bekannt seien Vaclav Havel, die samtene Revolution von 1989 und die aktuelle, von Ministerpräsident Zeman initiierte Diskussion um die Sudetendeutschen. Für Christoph Scheffer, vom ARD-Hörfunk in Prag sind die bekanntesten Tschechen in Deutschland Karel Gott und Dolly Buster. "Doch seit Ende Januar weiß ein großer Teil der Öffentlichkeit und der Journalisten auch, wie der tschechische Ministerpräsident heißt." Für Gernot Facius von der Zeitung "Die Welt" ist das Tschechien-Bild in den deutschen Medien von den Benes-Dekreten, der Diskussion um das Kernkraftwerk in Temelin und den Straßenstrich geprägt. "Die gute wirtschaftliche Situation in Tschechien ist in den deutschen Medien nicht rübergekommen. Tschechien ist in den Hinterköpfen von Redakteuren in Deutschland nicht abgelegt", fasste Georg Schmolz (ARD) zusammen. "Tschechien hat für Deutschland nicht die Bedeutung wie umgekehrt", meinte Karl Peter Schwarz (Frankfurter Allgemeine Zeitung).

Von positiven Entwicklungen berichteten die tschechischen Journalisten. In den Medien erscheine Deutschland nicht nur auf den Titelseiten. Es gebe auch Dokumentationen anhand konkreter Geschichten von Menschen, schilderte Adam Cerny von der Prager Wirtschaftszeitung "Hospodarske noviny". Auch Ivan Stern vom Radio Freies Europa berichtete von einer breiten sowie tieferen und informativeren Diskussion in den tschechischen Medien beispielsweise über die Zeman-Attacken.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 15 des 52. Jahrgangs (im Jahr 2002).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Freitag, 12.04.2002

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