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Das Christentum erfahrbar machen

Seit Januar leitet der Architekt Andreas Gold das Erfurter Dombauamt

Andreas Gold: Die Erhaltung der Kunst ist auch ein Stück Verkündigung.

Erfurt -Gebäude und Räume haben Andreas Gold schon immer beeindruckt. "Dort spielt sich ein großer Teil unseres Lebens ab", sagt er. Aus der ersten Faszination ist später Ernst geworden. Der Hagener studierte Architektur in Düsseldorf. Studienaufenthalte führten ihn in die Zentren der Baukunst, zum Beispiel nach Florenz. Nach der Wende arbeitete in einem Architekturbüro in Leipzig. "Am Beginn der Wiedervereinigung eine wichtige Erfahrung", versichert Gold. Acht Jahre lebt er nun in Erfurt, seit 1. Januar leitet er das Dombauamt des Bistums. Eine neue Herausforderung für den Architekten. Das erste große Vorhaben, das der neue Leiter des Dombauamtes in Angriff genommen hat, ist die Sanierung der Türme des Domes. Eine Maßnahme, die "dringend ansteht". Erste Sicherungsarbeiten sind abgeschlossen. Richtig los geht's im September. Dann wird der Hohe Chor des Erfurter Doms für Besucher bis Ostern 2004 geschlossen sein. Auch die Glocken, einschließlich der Gloriosa, müssen dann schweigen. Das Langhaus des Domes, so versichert der Leiter des Dombauamtes, werde aber weiterhin geöffnet sein.

"Bei der Sanierung der Türme kommt auch ein für Fachleute neuartiges Verfahren zum Einsatz", erläutert Gold. Dabei handele es sich um einen besonderen Injektionsmörtel, der sich an die Bausubstanz anpasse. Dieses Verfahren sei bei der Restaurierung der Erfurter Synagoge schon sehr erfolgreich angewendet worden. Während der Sanierungsphase der Türme soll es auch eine Fachtagung in Erfurt geben.

Die Restaurierung des Domes ist aber nicht die einzige Aufgabe für Andreas Gold. Der Leiter des Dombauamtes habe sich um "alle Liegenschaften rund um den Domberg zu kümmern", sagt Gold, "von den Pflastersteinen bis hin zur letzten Schraube. Die Erhaltung der Gebäude, der Glocken und natürlich der Kunstwerke sind dabei wichtige Anliegen. Zudem gehören auch die Severikirche, der Bonifatiusturm und die Allerheiligenkirche in den Aufgabenbreich des Dombauamtes. Dies alles geschehe in enger Zusammenarbeit mit dem Bischöflichen Bauamt oder dem Kunstbeauftragten des Bistums und natürlich mit dem Domkapitel, das letztlich die finanzielle Entscheidung für die Baumaßnahmen trifft.

Persönlich stark geprägt, so berichtet der Vater von vier Kindern, Kindern, wurde er durch seine Eltern, die aus Magdeburg stammen und noch vor dem Mauerbau die DDR verlassen haben. Durch die Begegnung mit der Fokolarbewegung als Jugendlicher habe er schon früh eine geistliche Heimat gefunden. Vor allem "das lebendige Christentum" der Bewegung habe ihn beeindruckt. Eine Gemeinschaft, so Gold, die in schweren Stunden tragen kann. Das Christentum auch für andere erfahrbar zu machen, ist für den Architekten dabei durchaus Teil der Arbeit auf dem Domberg: "Wir haben den Menschen auch heute noch viel zu geben. Das merke ich bei meiner täglichen Arbeit. So ist die Erhaltung der Kunst ist schließlich auch ein Stück Verkündigung." Nach der Sanierung der Türme warten weitere Aufgaben auf den Leiter des Dombauamtes: "Die Fassade von St. Severi muss ebenso saniert werden wie die Allerheiligenkirche", weiß Andreas Gold. Hinzu kämen dringend notwendig Verschönerungen von Außenanlagen wie der Marienwiese.

Aber bis dahin sind noch laufende Baumaßnahmen zu Ende zu führen, zum Beispiel die so genannte "Toten Treppe", die zum 50-jährigen Jubiläum des Erfurter Theologischen Studiums, der jetzigen Theologischen Fakultät, für den öffentlichen Verkehr freigegeben werden soll. Sie wird einen direkten Zugang zur Fakultät für die Studenten, Besucher und Gäste vom Domplatz aus ermöglichen.

Auf seine weitere Arbeit freut sich Gold natürlich. "Die Arbeit hier macht wirklich Spaß", versichert er. Es sei eine interessante, aber auch verantwortungsvolle Aufgabe. Dass er in seine neue Tätigkeit so gut einsteigen konnte, verdanke er auch seinem Vorgänger, Dombaumeister Hans- Heinrich Forberg, der einfach "hervorragende Arbeit" geleistet habe.

Andreas Schuppert

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 15 des 52. Jahrgangs (im Jahr 2002).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Freitag, 12.04.2002

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