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Auf zwei Minuten

Durchbruch zum Leben

Gedanken zum Osterfest

Pater Damian

Nach verschiedenen Umfragen glauben sehr viele Menschen -auch wenn sie gottgläubig sind -nicht an die Auferstehung von den Toten und an ein ewiges Leben. Was Günter Grass in seinem Gedicht "Im Ei" darstellt, scheint die Grundbefindlichkeit vieler Menschen in der heutigen Welt zu sein: "Wir leben im Ei. Die Innenseite der Schale haben wir mit unanständigen Zeichnungen und den Vornamen unserer Feinde bekritzelt. Wir werden gebrütet. / Wer uns auch brütet, unseren Bleistift brütet er mit. Ausgeschlüpft eines Tages, werden wir uns sofort ein Bildnis des Brütenden machen. / Wir nehmen an, dass wir gebrütet werden. Wir stellen uns ein gutmütiges Geflügel vor und schreiben Schulaufsätze über Farbe und Rasse der uns brütenden Henne. / Wann schlüpfen wir aus? Unsere Propheten im Ei streiten sich für mittelmäßige Bezahlung über die Dauer der Brutzeit. Sie nehmen einen Tag X an / ...Und wenn wir nun nicht gebrütet werden? Wenn diese Schale niemals ein Loch bekommt? Wenn unser Horizont nur der Horizont unserer Kritzeleien ist und auch bleiben wird? Wir hoffen, dass wir gebrütet werden. / Wenn wir auch nur noch vom Brüten reden, bleibt doch zu befürchten, dass jemand, außerhalb unserer Schale, Hunger verspürt, uns in die Pfanne haut und mit Salz bestreut -Was machen wir dann, ihr Brüder im Ei?"

Der Mensch zwischen Angst und Hoffnung. Angst, wir könnten ewig eingeschlossen bleiben, die Eierschale werde niemals ein Loch zum Ausschlüpfen bekommen. Und die Angst, verbraucht, vernichtet, "in die Pfanne gehauen" zu werden. Dagegen die Hoffnung, dass wir gebrütet werden, das heißt, aus dem Ei schlüpfen und dass unser Horizont erweitert wird.

An Ostern feiern wir den Glauben an unsere Zukunft: Wir bleiben nicht für immer in der geschlossenen Enge des Eies, sondern die Schale wird zerbrochen und wir beginnen ein neues Leben, ein Leben ohne Ende. Wie Gott Jesus nicht im Tod gelassen, sondern ihn auferweckt hat, so werden auch wir mit ihm leben. Das ist der ungeheure, ja maßlose Anspruch unseres christlichen Glaubens, der entscheidende Unterschied in der Grundbefindlichkeit des Menschen.

Im ersten Brief an die Korinther vertritt Paulus mit Leidenschaft den Glauben an Christi und unsere Auferstehung: "Wenn aber Christus nicht auferweckt worden ist, dann ist euer Glaube nutzlos, und ihr seid immer noch in euren Sünden und auch die in Christus Entschlafenen sind dann verloren. Wenn wir unsere Hoffnung nur in diesem Leben auf Christus gesetzt haben, sind wir erbärmlicher daran als alle anderen Menschen" (1 Kor 15, 17- 19).

Pater Damian Meyer

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 13 des 52. Jahrgangs (im Jahr 2002).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Freitag, 29.03.2002

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