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Bistum Magdeburg

Schätze nicht vergraben

Siedlungswerk St. Gertrud

Mehr unternehmerischen Geist für die Kirche wünschte sich der Geschäftsführer des katholischen Siedlungswerkes St. Gertrud in Magdeburg, Norbert Diehl, anlässlich eines kleinen Geschäftsjubiläums.

Etwas unternehmen heißt Entwicklung anstoßen. Wo es keine Unternehmer gibt, kommt es zum Stillstand. Manchmal bin ich wütend über die Mutlosigkeit in unserer Kirche. Da wird schwarzgemalt und schlechtgeredet statt etwas zu tun und etwas gegen die Missstände zu unternehmen. Eine gesunde Portion Gottvertrauen und Unternehmungsgeist reichen oft aus, um "Wunder" zu wirken. Ich denke da nur an das schon so genannte "Wunder von Helfta", ob es tatsächlich mehr ist als eine verrückte Idee von ein paar Mystikfans, mitten in der Diaspora ein Kloster wieder aufzubauen, das fast 500 Jahre tot war. Vor genau einem Jahr war die Kirchweihe in Helfta, und der Konvent wächst auf hoffnungsvolle Weise weiter. Leider ist das nicht für alle Katholiken ein Grund zur Freude. Oft habe ich erfahren, dass selbst in den eigenen Reihen Neid und Missgunst lauern. Immer nur Helfta, warum muss dort künstlich wiederbelebt werden, wenn an anderen Stellen im Bistum noch lebendige Gemeinden das Kirchdach über dem Kopf zusammenfällt? Ich glaube, dass genau das der falsche Denkansatz ist. Helfta sollte ein Zeichen sein, das Mut macht, das zeigt, was eine Idee und der feste Glaube daran zusammen mit vielen mitdenkenden und arbeitenden Menschen bewirken können!

Ab und zu tut es uns gut, über den eigenen Tellerrand hinaus zu sehen und von anderen zu lernen. Wie schaffen es zum Beispiel die Amerikaner, ganz ohne Kirchensteuer ihre Kirchen in Schuss zu halten? "Fund raising" ist sicher kein Allheilmittel, aber doch mehr als nur Spendensammeln. Man könnte es wörtlich übersetzen mit "Schatz heben". Mich erinnert das an das Gleichnis von den Talenten und dass wir unser Kapital nicht in der Erde vergraben, sondern damit arbeiten und es vermehren sollen. Nicht Schätze sammeln und vergraben, nein unsere Schätze bewusst hochhalten und einsetzen. Schätze aus 2000 Jahren sind unser größtes Kapital. Wenn wir unsere geistlichen Schätze hochhalten, wie etwa den Gedankenreichtum der Mystikerinnen von Helfta, ist das die Grundlage für die ökonomische Dimension des fund raising. Mit 30 000 Dollar für den weiteren Aufbau ist die Äbtissin kürzlich aus Amerika zurückgekehrt und fand bei ihrer Ankunft bereits weitere mit Dollarscheinen gefüllte Umschläge - die ersten Früchte eines Interviews im US-Fernsehen. Wir sollen doch unser Licht nicht unter den Scheffel stellen. Ich finde es gut und wichtig, auch hierzulande für unsere Ideen zu werben, die sich ja schließlich in 2000 Jahren erfolgreich bewährt haben.

Solche Schätze sind auch all unsere Kirchen. Wie gehen wir mit ihnen um, insbesondere wenn sie nicht mehr für pastorale Zwecke gebraucht werden? Die Pfarrkirche Peter und Paul in Zeitz etwa, die seit dem Umzug der Gemeinde in den renovierten Dom nicht mehr gebraucht wird. Und in Zukunft wird es noch mehr solcher leer stehender Kirchen geben. Auch hier ist es wichtig, nicht den Schatz einstauben zu lassen, zu vergraben, sondern etwas damit zu tun. Was und wie genau, darüber sollten wir mit möglichst vielen möglichen Betroffenen nachdenken.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 46 des 50. Jahrgangs (im Jahr 2000).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 12.11.2000

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