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Bistum Magdeburg

Gotteshäuser ohne Gottesdienste

Siedlungswerk St. Gertrud

Magdeburg (dw) - In den evangelischen Kirchen diskutiert man die Frage schon seit längerer Zeit, bei den Katholiken hierzulande wird sie in den kommenden Jahren immer akuter werden: Was tun mit den Gotteshäusern, in denen keine Gottesdienste mehr stattfinden? Mit einem Gedankenaustausch am 16. November will das Siedlungswerk St. Gertrud im Bistum Magdeburg eine breite Diskussion zu diesem Thema anstoßen, die auch in das beginnende Pastorale Zukunftsgespräch einfließen könnte.

"Ich wünsche mir, dass wir uns diesem Thema als selbstbewusste und hoffnungsfrohe Christen stellen", sagt Norbert Diehl, der Geschäftsführer des Siedlungswerkes. Knapper werdende Ressourcen sind für ihn kein Grund, in Angst oder Depression zu fallen. Er wünsche sich, dass mehr Gemeindemitglieder und Priester ihren Glauben nicht verschämt verstecken, sondern mit "biblischer Fröhlichkeit" für ihn werben. Dies könnte nicht nur das Interesse am Leben der Kirche, sondern auch die Spendeneinkünfte für den Erhalt der Kirchengebäude positiv beeinflussen. Auch wenn die Umnutzung einer Kirche als einzige Alternative dastehe, müsse das kein Anlass für "Beerdigungsstimmung" sein. Er hält es für sinnvoll, in solchen Fällen vorrangig nach Nutzungskonzepten zu suchen, die eine Wiedernutzung als Kirche - vielleicht in einigen Generationen - offen halten. Auch Generalvikar Theodor Stolpe bevorzugt solche "weichen" Umnutzungsvarianten: "Zunächst müssen wir alles tun, um die Gotteshäuser, die ja schließlich Zeugnis des Glaubens und der Kultur sind, zu erhalten." Letztlich müsse man jedoch jeden Fall für sich sehen und vieles prüfen: Welche Prognosen gibt es für die Bevölkerungsentwicklung im jeweiligen Ort, gibt es Finanzierungsmöglichkeiten für die Instandsetzung, handelt es sich um eine denkmalwürdige Kirche oder um einen "elenden Schuppen"? "Einige Gottesdiensträume haben wir bereits aufgegeben, die waren schlimmer als ein Kuhstall", sagt der Generalvikar.

Er nennt Beispiele von Kirchen, in denen er sich eine Umnutzung durchaus vorstellen könnte: In der Oscherslebener Außenstelle Hornhausen gibt es eine Scheune, die zur Kirche umgebaut worden ist. Falls die in einigen Jahren nicht mehr gebraucht würde, fände er es akzeptabel, dass dort Wohnungen entstünden. Die denkmalgeschützte neugotische Kirche in Zeitz wird nicht mehr benötigt, seit die Gemeinde in den sanierten Dom umgezogen ist. Hier würde er einer Nutzung zustimmen, die nicht mit großen baulichen Veränderungen verbunden wäre, beispielsweise als Galerie oder Musikhalle.

Von der öffentlichen Diskussion erwarten sich die Veranstalter in erster Linie kreative Impulse und Antworten auf die Fragen nach akzeptablen Nutzungsmöglichkeiten für leer stehende Gotteshäuser und Wegen zu ihrer Finanzierung.

"Was wird aus unserer Kirche? - Erhalt, Nutzung und Umnutzung von Kirchengebäuden" heißt das Thema des Vortrags, den Dr. Herbert Fendrich, Bischöflicher Beauftragter für Kirche und Kunst im Bistum Essen, am 16. November um 14.30 Uhr im Magdeburger Propsteisaal, Max-Josef-Metzger-Straße 1a, halten wird.

Anschließend lädt das Siedlungswerk St. Gertrud zu einer Podiumsdiskussion ein, an der unter anderem Generalvikar Theodor Stolpe und der Zeitzer Pfarrer Norbert Sommer teilnehmen werden. Der Tag soll in einer ehemaligen evangelischen Kirche ausklingen, die heute als Beispiel Atelier oder Ausstellungsräume, haben wir aber in Zeitz alles schon.

Abreißen natürlich übel, er weiß, wenn die Leute in den Dörfern auch noch so ungläubig sind, Kirche gehört für sie dazu. Wenn am Vergammeln, in seinen Augen aber ein noch schlechteres Zeichen.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 46 des 50. Jahrgangs (im Jahr 2000).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 12.11.2000

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