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Aus der Region

Das zehnte Festival des Osteuropäischen Films

Cottbus

Cottbus - "Das Leben ist eine Kostbarkeit, und jeder Moment ist wertvoll. Es kommt nicht darauf an, was man macht, sondern mit wem." Dieser Satz aus dem Film "England!" hat für die ökumenische Jury letzten Endes den Ausschlag gegeben. Valeri, der ihn ausspricht, hat sich 1986 gemeinsam mit seinem Freund Viktor bei Aufräumarbeiten an der Ruine des Reaktors von Tschernobyl die Gesundheit ruiniert. Jetzt macht er sich auf den Weg nach Berlin zu Viktor, um mit ihm seinen alten Traum zu erfüllen: Sie wollen nach England. Doch in Berlin erfährt Valeri, dass Viktor gestorben ist. Valeri bleibt dennoch bei seiner Sicht von der Kostbarkeit des Lebens.

"Wie dies trotz großer Widrigkeiten gültig bleibt, wie Freundschaften bleiben über den Tod hinaus und der Glaube an Träume nicht vergeht, zeigt ,England!' auf herausragende Weise und zwar inhaltlich wie auch ästhetisch", begründet die ökumenische Jury ihre Entscheidung beim zehnten Festival des Osteuropäischen Films vom 1. bis 5. November in Cottbus.

Das Jubiläums-Festival spiegelte in über 100 Filmen aus 26 Ländern die veränderte Situation Osteuropas wieder. Einige der beteiligten Länder haben sich stark voneinander abgegrenzt oder sogar Krieg geführt: Die Staaten Ex-Jugoslawiens waren in Cottbus genauso mit ihren Filmen und Filmemachern vertreten wie die meisten der Staaten, die aus der UdSSR hervorgegangen sind. Doch wo auf der politischen Ebene Distanz und Ablehnung herrschen, setzte sich in Cottbus Neugier und Interesse durch, auch dort, wo Serben, Kroaten und Bosnier gemeinsam über Filme diskutierten.

Eine ökumenische Jury gab es in Cottbus zum zweiten Mal, eingesetzt von den Filmorganisationen der beiden großen Kirchen, auf ausdrücklichen Wunsch des Festivalleiters Roland Rust. Für ihn ist es wichtig, dass dieser "bestimmte Blickwinkel auf Filmkunst eingebracht wird, dass bestimmte Grundwerte angefragt werden". Eine christliche Jury erinnere an diese Grundwerte, die in vielen Filmen ihren Widerschein finden, "Ich finde das eine sehr sinnvolle Sache."

Rust möchte zukünftig den Blickwinkel gerne erweitern und wünscht sich auch einen Vertreter der orthodoxen Kirchen sowie der jüdischen Gemeinde.

Viele Filme, die es in Cottbus zu sehen gab, werden nie wieder den Weg in ein deutsches Kino finden, darunter in diesem Jahr auch echte Raritäten aus Kirgistan, Turkmenistan und Usbekistan. Dabei würde man manchem Film auch in Deutschland viele Kinobesucher wünschen. Eine besonders schöne Ausnahme macht da der Cottbusser Abschlussfilm "Vergiss Amerika" von Vanessa Jopp, der seit Donnerstag in den Kinos läuft und in Sachsen-Anhalt spielt. Den Kriterien des Festivals entsprechend gehört Ostdeutschland bereits zu Osteuropa. "Vergiss Amerika" ist ein wunderbarer Film über drei junge Menschen in einer Kleinstadt, der mit viel Humor von ihren zerbrochenen Träumen, ihrer Lebenslust und ihren Sehnsüchten erzählt.

Stefan Förner

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 46 des 50. Jahrgangs (im Jahr 2000).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 12.11.2000

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