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Aus der Region

Bevor der Computer zum Problem wird

Zum Familiensonntag: Tipps zum Umgang mit dem PC in der Familie

Computer Der Computer in der Familie ist ein nützliches Instrument. Eckhard Mansfeld ist davon überzeugt. Ähnlich wie der Fernseher einst seinen Siegeszug in die Wohnstuben angetreten hat, tut dies jetzt der Computer. Die Zahlen geben Mansfeld recht: Während vor zehn Jahren noch nicht einmal jeder fünfte Haushalt einen so genannter PC (Personal-Computer) besaß, gehört er inzwischen in fast jedem zweiten Haushalt zum Standard.

Steht das Geräte erst einmal da, gehen die Probleme los. Viele Eltern können davon ein Lied singen: Stundenlang geben sich die Kinder gebannt einem Computerspiel hin oder tauchen in die Weiten des Internets. Der Faszination stehen Eltern mitunter ziemlich ratlos gegenüber. Was tun? Eckhard Mansfeld, von Beruf selbst Informatiker und Vorsitzender der Gemeinschaft Christlicher Eltern in Sachsen, rät: Eltern sollten den Umgang mit dem Computer nicht ihren Kinder allein überlassen, sondern mit ihnen sprechen und gemeinsam klare Regeln aufstellen. Von reinen Verboten hält er dabei wenig. "Dann laufen die Kinder nur zu ihren Freunden, wo die Eltern nicht so genau da-rauf achten."

Zu den möglichen Regeln gehört für Mansfeld, dass sich die Gesamtzeit der Mediennutzung durch einen Computer nicht wesentlich verlängern sollte. "Wenn Kinder den PC nicht ausdrücklich zum Lernen oder für die Schule benutzen, sondern zum Spielen, sollte man mit ihnen vereinbaren, auf welche Fernsehsendungen sie dafür verzichten."  Verfügt der Computer über einen Internet-Zugang und dürfen die Kinder diesen benutzen, sollte auf alle Fälle die Zeitdauer geregelt werden, denn: Das Surfen im Internet kostet Geld.

So wie Eltern sich dafür inte-ressieren sollten, was sich ihre Kinder im Fernsehen ansehen, sollten sie ihnen auch am Computer "schon mal über die Schultern gucken", rät Mansfeld. Welche Spiele sind installiert? Welche Internet-Angebote wurden genutzt? Stoßen Eltern auf zweifelhafte Dinge, steht auch hier das Gespräch an erster Stelle. Bei gewaltverherrlichenden oder pornografischen Internet-Angeboten könnten sie je nach Alter der Kinder mit ihnen darüber sprechen. Mansfeld: "Auf alle Fälle heißt es hier, klar Stellung beziehen und sagen: Ich möchte das nicht!" Den Zugriff mit Software-Einstellungen oder durch zusätzliche Schutzprogramme zu verhindern, sei dann die letzte Möglichkeit. Ähnliches gilt für ungeeignete Computer-Spiele: "Finden Sie auf der Festplatte ein solches Spiel, sprechen Sie mit dem Kind und appellieren an sein Verständnis. Und: Lassen Sie das Kind das Spiel selbst löschen!"

Das Internet oder Computer-Spiele gänzlich zu verteufeln, davon hält Mansfeld nichts. "Das Internet ist heute eine sinnvolle Einrichtung. Einmal ist es eine Hilfe bei der Suche nach Informationen, zum anderen verfügen inzwischen viele Schulen über eigene Internet-Angebote und viele Schüler über E-Mail-Adressen, so dass dadurch die Kommunikation untereinander einfacher wird." Was Computer-Spiele betrifft, sind sie für Mansfeld eine Möglichkeit für das Kind, sich den Wunsch zu spielen zu erfüllen. Manche Spiele, etwa die so genannten Simulationen, hätten dabei durchaus auch förderliche Aspekte, wenn es beispielsweise darum geht, in komplexen Zusammenhängen zu denken oder auf bestimmte Situationen richtig zu reagieren. Mansfeld: "Wenn Ihr Kind den Wunsch hat, am Computer zu spielen, suchen sie zusammen ein Spiel aus."

Damit das gemeinsame Familienleben unter dem Computer nicht leidet, ist das Geschick der Eltern gefragt. "Eltern sollten Alternativen schaffen, Unternehmungen vorschlagen", meint Mansfeld. So sei das Computer-Spiel kein Ersatz für den gemeinsamen Brettspiel-Sonntagnachmittag.

Eine Erfahrung, die viele Eltern im Umgang mit dem Computer machen: Ihre Kinder kommen weitaus besser mit der modernen Technik zurecht, als sie selbst. Die einfachste Möglichkeit, diese Lücken zu schließen: "Bitten Sie Ihr Kind, Ihnen zu zeigen, wie dieses oder jenes funktioniert", rät Mansfeld. Außerdem könne man sich auch Rat und Hilfe bei Freunden holen oder einen den zahlreichen Computer-Kurse besuchen, die -auch in kirchlichen Bildungshäusern -angeboten werden. Eckhard Mansfeld selbst hat bereits mehrfach solche Kurse im Bischof-Benno-Haus Schmochtitz geleitet, bei denen beispielsweise Eltern und Kinder gemeinsam eine Internet-Präsenz erstellt haben.

mh

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 3 des 52. Jahrgangs (im Jahr 2002).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Freitag, 18.01.2002

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