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Die vatikanischen Gärten

Unterwegs in Rom

Ein Park als Pilgerziel? Ja, im Bannkreis der Peterskirche. Die vom vatikanischen Informationsbüro organisierte zweistündige Führung durch die Vatikanischen Gärten lohnt sich durchaus. Ein Kleinbus bringt die Besucher in die leicht ansteigenden Grünanlagen hinter dem Dom, die "gespickt" sind mit kirchlichen Gebäuden, Denkmälern und sonstigen Bezugspunkten. Da ist beispielsweise der Gouverneurspalast, in dem die Verwaltung der Vatikanstadt ihren Sitz hat. Auf dem Rasen davor ein gärtnerisches Schmuckstück aus Hecken und Blumen: Das Wappen Johannes Pauls II. - unter der Tiara und den Peterschlüsseln ein gelbes Kreuz und der Buchstaben "M" für Maria.

Ein Gartensträßchen führt zum Stephanskirchlein und dem dazugehörigen Seminario Etiopico, einem Symbol der uralten Verbindung zwischen den Christen dieses afrikanischen Landes und Rom. Bei schönem Wetter hat man von hier aus einen großartigen Blick auf einen Teil der Ewigen Stadt. Auf der Höhe des "mons vaticanus", des vatikanischen Hügels angelangt, fährt man an einer Ziegelmauer entlang. Sie gehörte zu den frühesten Befestigungen des Vatikans, die Leo IV. im neunten Jahrhundert zum Schutz der Peterskirche gegen die Sarazenen anlegen ließ.

In der Nähe des so genannten Italienischen Gartens mit seinen symmetrischen Blumenbeeten sieht man die Keimzelle von Radio Vaticana, sprich: das erste Gebäude des vatikanischen Rundfunks. Von hier aus hat Pius XII. in Präsenz des berühmten Funkpioniers Guglielmo Marconi 1931 die erste Radiobotschaft eines Papstes verkündet.

Weiter geht es längs jener Mauer, die den Vatikanstaat begrenzt. Der mittelalterliche Turm San Giovanni ist sowohl nach Johannes dem Täufer wie nach Johannes dem Evangelisten benannt - aber er ist auch mit dem Konzilspapst Johannes XIII. verbunden. Denn er ließ sich hier eine Wohnung einrichten, als Einsiedelei und Sommerquartier. Türme, Mauern, Päpste - da erwähnt die vatikanische Führerin natürlich auch Pius XII., der fast jeden Tag nach Tisch ganz allein eine Stunde lang um eine grün umrankte Mauer herumspazierte. Nicht weit entfernt liegt der Hubschrauber-Landeplatz, den der reisefreudige, mobile Johannes Paul II. sehr oft benützt.

Von dieser Stelle an geht es per pedes weiter. Der Fußweg führt zu Skulpturen und Grotten, die wichtige Ereignisse ins Gedächtnis rufen. Etwa jenes Marmordenkmal, das die Mexikaner 1939 dem Papst schenkten und das die Marienerscheinung von Guadalupe darstellt. Oder die von französischen Katholiken 1902 errichtete Nachbildung der berühmten Mariengrotte von Lourdes. Etwas abseits, auf einer Wiese, sieht man eine Bronzestatue, die ein Amerikaner zur Erinnerung an das Papstattentat von 1981 geschaffen hat: Die "Madonna von Fatima". Tatsächlich war es nach Überzeugung Karol Wojtylas ja die Madonna, die ihm (dem Papst) damals das Leben rettete.

Der Rundgang durch den Park ermöglicht immer wieder neue, grandiose Ausblicke, etwa vom Rosengarten aus zur Peterskuppel. Weitere Etappen des Rundgangs sind das einzige - nicht zu besichtigenden -Frauenkloster des Vatikans, Mater Ecclesia, in dem acht Nonnen für Kirche und Frieden beten, sowie das barocke Sommerschlösschen Casina Pio IV., in dem die Päpstliche Akademie der Wissenschaften tagt.

Sakrale und weltliche Bauten: Mosaiksteine im bunten vatikanischen Panorama und Zeugnisse der Geschichte. Es ist ein Park somit keineswegs nur für Blumenfreunde. Wer will, kann am Ende der Gartentour einen kleinen Abstecher unternehmen, um ein hohes, bunt verschmiertes Bruchstück der Berliner Mauer zu bestaunen. Ein Italiener hat es 1990 dem Papst geschenkt, zum Dank für dessen wichtige Rolle bei der Überwindung der kommunistischen Regime im Osten.

Bernhard Hülsebusch

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 31 des 50. Jahrgangs (im Jahr 2000).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 30.07.2000

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