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Bistum Dresden-Meißen

Ausstellung von Malerei behinderter Menschen

Leipzig

Leipzig (jak/cm) - Mit der eher zweifelnden Frage "Soll das Kunst sein?" werden die Macher der Ausstellung "Ebenbilder - Mensch werden ist eine Kunst" oft konfrontiert. Sie sind sich aber sicher, dass sie eine gute Ausgangsbasis dafür ist, sich mit den Bilder behinderter Menschen auseinander zu setzen. Allerdings schwinge in dieser Frage auch eine gewisse Unsicherheit und Irritation mit. Die Ausstellung Ebenbilder kam auf Initiative der Bundesgemeinschaft Werkstätten für Behinderte zustande und wird bis zum 13. August im Handelshof Leipzig zu sehen sein. Gezeigt werden 39 Werke von zehn Malerinnen und 20 Malern, die geistig behindert sind. Der Rahmen für ihr Schaffen sind die Werkstätten für Behinderte. Zwar ist es nicht die Regel, dass es in diesen Kunstabteilungen gibt, doch sind die künstlerisch begabten Frauen und Männer da, dann wird meist diese Fähigkeit auch gefördert.

Beispielsweise bei Janette Runge aus Dresden. Die 1976 Geborene arbeitet in der Werkstatt St. Josef des Caritas Sozial Werkes in Dresden. Im Katalog, der zur Ausstellung erschien, wird berichtet, das Janette Runge aus der Freude an Farben und Formen heraus malt und einen inneren Drang zum Malen hat. Mit der Förderung ihrer Fähigkeiten hat die Werkstatt 1995 begonnen - in vielen Räumen der Einrichtung hängen heute ihre Bilder und auch im Kunstkalender, den die Einrichtung 1998 herausgab, ist Janette Runge mit drei Gemälden und zwei Plastiken vertreten.

Einführende Worte in die Ausstellung Ebenbilder gab im Rahmen einer Pressekonferenz Dr. Christian Mürner aus Hamburg. Er erinnerte daran, dass Gemälde von Menschen mit "einer so genannt geistigen Behinderung" zunehmend Beachtung finden. "Das Ausdrucksvermögen und die Vitalität vieler dieser Bilder fasziniert und wird ernsthaft wahrgenommen und diskutiert", betonte der Psychologe. Das war nicht immer so. Wahrscheinlich sind die Mehrzahl solcher Bilder, Zeichnungen und Skizzen bis vor wenigen Jahren einfach verschwunden oder weggeworfen worden. Kaum jemand sammelte sie oder bewahrte sie auf. Christian Mürner erinnerte dabei auch daran, dass diese Bilder vor 70 Jahren von den Nationalsozialisten missbraucht wurden. Sie wurden einfach neben die Werke moderner Künstler gestellt, die als entartet galten. Die Nazis meinten dann - und wollten andere davon überzeugen - , dass auch diese "geistig krank" seien.

Der Auswahl der in Leipzig zu sehenden Bilder lag eine umfassende Umfrage der Bundesarbeitsgemeinschaft unter ihren Mitgliedern zugrunde, berichtete Christian Mürner. Fast 50 Werkstätten antworteten und sandten über 400 Werke in Kopien von rund 150 Künstlern ein. Christian Mürner betonte weiter, dass die gezeigten "Ebenbilder" vielfältige und unterschiedlich deutbare Menschenbilder beinhalten: "Sowohl in malerischen wie auch in grafischen Ausdrucksformen, nicht nur in Porträts, sondern auch in Landschaften." Mit Hegel erinnerte er da-ran, dass ein Kunstwerk nicht nur für sich, sondern für uns da sei. Mit dieser Aussage verbunden ist seine Einladung, sich die Ausstellung "Ebenbilder" anzusehen.

Öffnungszeiten: Handelshof Leipzig (Museum der bildenden Künste), erster Stock, täglich von 10 bis 17 Uhr

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 31 des 50. Jahrgangs (im Jahr 2000).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 30.07.2000

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