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Aus der Region

Vereintes Europa in Schmiedeberg

Eurocamp 2000

Schmiedeberg - "Ich bin hierher gekommen, um Erfahrungen zu sammeln. Und ich bin sehr froh darüber, wie gut es uns gelungen ist, miteinander ins Gespräch zu kommen", sagt Diana aus Moldawien. Sie gehört zu den 52 jungen Leuten, die unter dem Motto "Perpetuum mobile" vom 14. bis 27. Juli in Schmiedeberg beim diesjährigen Eurocamp dabei waren. Die Teilnehmer kamen aus neun europäischen Ländern: Neben den Moldawiern waren junge Leute aus Ungarn, Rumänien, Polen, Russland, Litauen, Estland, Deutschland und Tschechien ins Winfriedhaus gefahren. Eingeladen waren auch Jugendliche aus westeuropäischen Ländern (Dänemark, Schweiz, Irland, Frankreich, Portugal, Italien und Österreich). Sie hätten aber wenig Interesse gezeigt, bedauerten die Veranstalter. Als Schwierigkeit sei außerdem die zeitliche Nähe zu dem in wenigen Tagen in Rom stattfindenden Weltjugendtreffen hinzu gekommen.

Ein besonderes Problem habe es in diesem Jahr mit der ukrainischen Gruppe gegeben: Die fünf jungen Ukrainer, die sich angemeldet hatten, hätten - trotz der Bitte um Hilfe an das Auswärtige Amt in Berlin - von der deutschen Botschaft in ihrer Heimat kein Visum erhalten.

Anliegen der gemeinsamen Tage war es, einen kleinen Beitrag zur Bildung eines vereinten Europas zu leisten, in dem die west- und osteuropäischen Länder integriert sind und gleichberechtigt miteinander kooperieren. Dass die Unterschiede dabei gar nicht so groß sind, verdeutlichte Guido, Mitglied des Leitungs-Teams, mit einem Bild: Er wünsche sich ein Foto, auf dem alle Teilnehmer des Camps abgebildet wären. Ein Betrachter könne kaum sagen, wer darauf Deutscher und wer Ausländer sei.

"Mich hat am meisten interessiert, wie in Westeuropa Jugendarbeit gemacht wird", sagt Natasha aus Moldawien. Möglichkeiten dazu hatte sie reichlich: Auf dem Programm des Camps standen zahlreiche Aktivitäten, zum Beispiel verschiedene Workshops, ein Sportfest, eine Modenschau - von der Natasha besonders begeistert war - und eine Präsentation der verschiedenen Herkunftsländer. Wichtiger Bestandteil waren außerdem die Gottesdienste. Morgen- und Abendgebete wurden von den Teilnehmern selbst vorbereitet.

Zu den Höhepunkten des Programms zählten ein Dresden-Tag und ein Ausflug nach Prag. "Beim Eurocamp dabei zu sein ist vor allem deshalb interessant, weil es so viele verschiedene Möglichkeiten gibt", sagten Andrea und Daniela aus Deutschland. Am besten gefallen habe ihnen der Tag in Dresden, bei dem die Jugendlichen mit Hilfe verschiedener origineller Aufgaben die Stadt erkunden sollten. "Dabei gab es viele Gelegenheiten, miteinander ins Gespräch zu kommen. Schade, dass aus anderen westeuropäischen Ländern keine jungen Leute zum Eurocamp gekommen sind."

Miteinander ins Gespräch kommen und Wünsche und Vorstellungen für die Zukunft kreativ zum Ausdruck zu bringen, dazu wollten die Veranstalter des Eurocamps die jungen Leute ermutigen. Und der Spaß sollte dabei natürlich auch nicht zu kurz kommen.

Für Arturas, Mitglied im Leitungs-Team, gab es Anlass, eine positive Bilanz zu ziehen: "Ich habe mich besonders darüber gefreut, wie die Teilnehmer, die am Anfang doch recht schüchtern waren, miteinander ins Gespräch gekommen sind, wie sie etwas über einander herausgefunden haben und wie dieser Prozess immer schneller und schneller funktioniert."

In diesem Jahr fand das Eurocamp zum achten Mal in Schmiedeberg statt. Ins Leben gerufen hatte es 1992 der damalige Dresdner Jugendseelsorger, Christoph Behrens. Getragen wird das Eurocamp von der Jugendseelsorge des Bistums Dresden-Meißen. Inzwischen beteiligen sich daran als Partner die Jugendseelsorge des Erzbistums Köln sowie die litauischen Bistümer Vilnius und Kaunas. Für die Zukunft haben die Veranstalter einen Wunsch: Sie hoffen in weiteren Ländern Partner zu finden und sie in die Gestaltung des Programms einzubeziehen. Finanzielle Unterstützung erhält das Eurocamp über den Bundesjugendplan, die Ost-West-Stiftung, das Bonifatiuswerk, einen Fonds verschiedener kirchlicher Hilfswerke sowie vom Erzbistum Köln und vom Bistum Dresden-Meißen.

Auste Stoskute, Jolanta Verbute, Tomas Aleknavicius (Litauen)

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 31 des 50. Jahrgangs (im Jahr 2000).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 30.07.2000

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