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Vatikanische Museen

Unterwegs in Rom

Ein Magnet für Bildungsreisende waren sie schon immer: Die Kunstsammlungen in der Vatikanstadt. Doch seit Ende 1999 sind sie noch sehenswerter. Denn zu der Museumsanlage gehört ja - als besonderes Juwel - die "Sixtina", die nach Papst Sixtus IV. benannte Sixtinische Kapelle. Und da deren Restaurierung pünktlich zum Heiligen Jahr abgeschlossen wurde, erstrahlt die "Sixtina" - in der traditionsgemäß die Papstwahl stattfindet - in neuem Glanz.

Der Eingang zu den Museen liegt an der Nordseite der vatikanischen Mauern. Vor dem Portal bilden sich oft lange Menschenschlangen, aber keine Bange, es geht zügig voran. Die Museen haben eine Ausstellungsfläche von 42 000 Quadratmetern. Gezeigt werden Zeugnisse der ägyptischen, griechischen, römischen Kultur, Gemälde aus der Renaissance, aber auch Beispiele der modernen religiösen Kunst: Fürwahr eine riesige Schatzkammer. Hier eine extrem reduzierte Auswahl wichtiger Werke:

Im Belvedere-Hof steht der berühmte "Apoll vom Belvedere", eine altrömische Marmorstatue. Nahebei die Laokoon-Gruppe, ein Meisterwerk des Hellenismus. Im gleichen Museumstrakt kann man den Porphyrsarg der Konstantia, der Tochter Kaiser Konstantins, bewundern. Zu den Schmuckstücken der Museen gehören ferner die so genannten Stanzen Raffaels, verschiedene Räume, die der geniale Raffaele Sanzio ausgemalt hat.

Von den Stanzen aus erreicht man die "Sixtina", den künstlerischen Höhepunkt der Museen. Papst Julius II. war es, der 1508 Michelangelo beauftragte, das Deckengewölbe und die Lünetten auszu-schmücken. An der Decke schuf der Maestro das Fresko "Die Schöpfung". Man kann nur ahnen, in welch körperlich qualvoller Position, stets den Kopf im Nacken, der Künster da lange Zeit auf dem Gerüst arbeitete. Viele Jahre später malte er abermals in der "Sixtina" - an der Altarwand. Der an der Decke gezeigten Erschaffung der Welt setzte er nun deren Ende entgegen, jenes Jüngste Gericht, in dem Christus als Weltenrichter erscheint. Das 180 Quadratmeter große Werk wurde zum berühmtesten Fresko der Weltkunst.

In den 70er Jahren beschloss der Vatikan, die Wandgemälde gründlich, mit modernsten Methoden zu säubern. Bei dieser 1981 begonnenen "Jahrhundert-Restauration" kam ein neuer, verblüffend farbkräftiger Michelangelo ans Licht. Anschließend hat man auch die anderen Fresken in der Kapelle restauriert, darunter Glanzleistungen der Frührenaissance von Botticelli und Perugino. Die Renovierung kostete viel, sehr viel Geld, aber es hat sich gelohnt. Die "Sixtina" ist eindrucksvoller denn je: Ein Farbenfest im Vatikan.

Bernhard Hülsebusch

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 29 des 50. Jahrgangs (im Jahr 2000).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 16.07.2000

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