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Bistum Dresden-Meißen

Kleines Schloss saniert und eingeweiht

Wechselburg

Kleines Schloss in Wechselburg wurde saniertWechselburg (jak) - Mit dem Ende der Sanierung des ehemaligen Kleinen Schlosses in Wechselburg beginnen für die dort lebenden Benediktiner normale Verhältnisse. Die Zeit der Enge im Tor- und Pfarrhaus ist mit der feierlichen Einweihung am 7. Juli Geschichte, immerhin lebten die Benediktiner dort seit 1993. Insgesamt neun Mönche können künftig im Kloster an der Mulde leben, beten und arbeiten. Neben den Zimmern können sie gemeinsame Wohnräume, einen Speisesaal, eine Kapelle sowie eine Bibliothek nutzen. Ebenso stehen jetzt Gästezimmer zur Verfügung. Im Kleinen Schloss entstand zudem eine Jugend- und Familienbegegnungsstätte.

Besondere Freude über die Nutzung des Gebäudes als Klos-ter brachten am Einweihungstag Mitglieder der gräflichen Familie Schönburg-Glauchau immer wieder zum Ausdruck. Den Schönburgs gehörte Wechselburg von der Reformationszeit bis zur Bodenreform im Jahr 1945.

Georg von Schönburg erinnerte in seiner Ansprache an seinen Urgroßvater Karl von Schönburg. Als dieser nach seinem Übertritt zum katholischen Glauben aus Rom (1869) zurückkehrte, trat er konsequent für die Wiedererrichtung eines Klosters in Wechselburg ein. Der damalige Apostolische Vikar für Sachsen lehnte jedoch ab und forderte Karl von Schönburg dazu auf, Wechselburg zu behalten. "Als dann die Wiedervereinigung kam war uns klar, dass der Wunsch meines Urgroßvaters Wirklichkeit werden kann.", betonte Georg von Schönburg heute. Unterstützt wurde dieser Gedanke unter anderem von seiner Tante Maria Antonia, die selbst Benediktinerin war. Georg von Schönburg sprach abschließend den Wunsch aus, dass auch das Große Schloss einmal als Kloster dienen kann. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg, zunächst wird erst einmal das angrenzende Gebäude saniert. Zudem wird das Große Schloss derzeit noch als Krankenhaus für Jugendpsychatrie genutzt.

Anfang 1999 erwarben die Benediktiner das ehemalige Kleine Schloss vom Landkreis Mittweida. In den darauf folgenden Monaten wurde das Gebäude grundlegend saniert, die Kos-ten betrugen insgesamt fünf Millionen Mark. Sie werden vom Benediktinerkloster Ettal getragen und vom Bistum Dresden-Meißen, dem Sächsischen Staatsministerium für Familie und Soziales, dem Sächsischen Staatsministerium des Inneren und dem Landratsamt Mittweida gefördert. Zur finanziellen Unterstützung gründete sich auch ein Verein der Freunde des Benediktinerklosters, dem Landtagspräsident Erich Illtgen vorsteht. Seine Vertretung und die Präsenz des Staatsministeriums für Familie und Soziales nahm Staatssekretär Albin Nees wahr. Er verteidigte den Einsatz öffentlicher Mittel. Denn der Dienst, den die Mönche für die Menschen leisten sei genauso bedeutsam, wie beispielsweise der einer Krankenschwester. Gerade in einer Zeit, in der viele Menschen an Orientierungslosigkeit leiden sind Orte wie Wechselburg besonders wichtig und müssten eigentlich noch stärker gefördert werden. In Bezug auf die Bedeutung des Klosters für die Menschen äußerte sich auch Bischof Joachim Reinelt. Er sprach den Wunsch aus, dass recht viele hier das Staunen und Innehalten neu lernen. "Wer nur noch mobil ist, bei dem geht bald gar nichts mehr", meinte Bischof Reinelt mit Blick auf eine immer schneller werdende Welt. Und der Ettaler Abt Edelbert Hörhammer betonte, dass von Wechselburg aus das benediktinische Erbe in die heutige Zeit ausstrahlen soll. Wörtlich sagte der Abt: "Nur aus dem Fundament des Glaubens wächst echte Lebenskultur." Zuvor bezeichnete der Ettaler Abt Wechselburg als einen "symbolischen Ort für menschliche Geschichte". Dem mühevollen Aufstieg als Kloster der Augustiner Chorherren und später des Deutschen Ritterordens folgten Jahre der Stagnation. Die Schönburger nutzten die Basilika zwar als Familienkapelle, einer öffentlichen Nutzung wurde jedoch über Jahrhunderte nicht zugestimmt. Inzwischen haben sich die Zeiten geändert, Wechselburg ist wieder ein Ort der vielen Menschen etwas bedeutet. Und an die gräfliche Familie gewandt betonte Abt Hörhammer, dass die Kirche und das Kloster auch die geistige Heimat der Schönburgs bleiben werden.

Kontaktadressen:

Benediktinerkloster Wechselburg, Markt 12 in 09306 Wechselburg

Verein der Freunde des Benediktinerklosters, Schenkendorfstraße 40 in 01139 Dresden

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 29 des 50. Jahrgangs (im Jahr 2000).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 16.07.2000

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