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Bistum Görlitz

Interview zum 10jährigen Jubiläum

Familienbund Görlitz

In diesem Jahr feiert der Katholische Familienbund im Bistum Görlitz sein zehnjähriges Bestehen - Gelegenheit zu Rückblick und Ausblick. Der Tag des Herrn sprach mit dem Diözesanvorsitzenden Christoph Kilian:

Zehn Jahre Familienbund: Wenn Sie eine Bilanz ziehen, was überwiegt? Erfolg oder offen gebliebene Wünsche?
Es überwiegen eindeutig offen gebliebene Wünsche, weil viele Vorschläge, die wir an die Politik herantragen, regelmäßig von den Finanzministern zusammengestrichen werden. Damit wird die Umsetzung von Familienpolitik aus dem Sozialbereich herausgezogen und stattdessen durch die Finanzminister bestimmt. In Sachsen sieht es jedoch ein bisschen positiver aus als auf Bundesebene.
Setzt der Familienbund mehr auf politische Konzeptionen oder stehen praktische Angebote mit und für Familien im Vordergrund?
Wir beschäftigen uns in der Hauptsache mit politischen Fragestellungen. Praktisches auf die Beine zu stellen ist schwierig, weil letztendlich die Familien selber nicht so aktiv sein können. Sie wären zeitlich einfach überlastet. Wer zwei, drei oder mehr Kinder hat, ist damit ausgelastet, das Familienleben zu organisieren und hat wenig Ohr dafür, in Bereichen mitzuarbeiten, die nur mit viel Engagement, mit viel Initiative zu beeinflussen sind.
Wie ist denn der Familienbund 1990 an den Start gegangen?
Den Anfang bildeten 1990 eigentlich mehrere Initiativen im Bildungsbereich. Damals gab es innerhalb der Diözesen, auch innerhalb der Schulen einige, die sich sehr deutlich und sehr kritisch mit der bestehenden Bildungspolitik beschäftigten. Diese Initiativen wurden teilweise über die Aktionsgemeinschaft katholischer Christen zusammengetragen. Aus dieser Vernetzung heraus ist dann der Gedanke entstanden, die Familien politisch - nicht nur im Bereich der Bildung deutlicher zur Geltung zu bringen. In der späteren Entwicklung ist klar geworen, dass es ähnliches - den Familienbund der Deutschen Katholiken - schon gab. Dorthin sind dann Kontakte aufgebaut worden.
Welche inhaltlichen Schwerpunkte kamen zum Bildungsbereich hinzu?
Es sind die so genannten familienpolitischen Bereiche dazugekommen, insbesondere die Fragestellung, wie Familie ihren Lebensraum gestalten kann. Als zentrale Probleme spielten Familie und Arbeitswelt genauso wie das Wohnen eine Rolle, was damals ein drängendes Problem war. Daneben ging es aber auch weiterhin um Erziehung und Bildung. Das sind die vier wichtigsten Schwerpunkte gewesen und sind es heute auch noch.
Wie ist es um das Engagement der Mitglieder des Familienbundes bestellt?
An der Mitgliederzahl hat sich nicht so viel verändert, aber das Engagement nimmt ab. Und viele Familien, in denen die ältesten Kinder den Elternhäusern entwachsen sind, fühlen sich nicht mehr so betroffen.
Was kann Abhilfe schaffen?
Ein Umdenken. Familienpolitik betrifft nicht nur Familien mit Kindern, die in einem Haushalt zusammenleben, sondern alle Lebensstufen. Neben dem eigenen Auskommen muss für die zukünftige Generation vorgesorgt, die Vorgänger-Generation gleichzeitig aber auch unterstützt werden. Wer meint, dass es nur nötig ist, für den Zeitraum von 15 oder 20 Jahren, wo eine Familie konkret zusammenlebt, Rechte einzuklagen, der irrt massiv. Das erkennen wir ja auch immer wieder an der Diskusion zur Rentenversicherung.
Mit welchen konkreten Projekten geht der Familienbund ins neue Jahrzehnt?
Eines der Projekte ist, den Diözesanwettbewerb "Familienfreundliche Pfarrgemeinde" durchzuführen, der im Bistum Dresden-Meißen schon lief. Wir sind im Weiteren ganz konkret in der Diskussion, das sächsische Landeserziehungsgeld und auch die Kinderbetreuung in Tagesstätten zu sichern. Darüber hinaus muss erreicht werden, dass Familien, wenn ein Elternteil ganz in die Erziehung eintritt, nicht deutlich schlechter gestellt sind, als wenn beide arbeiten gehen. Die Erziehungsleistung muss also deutlicher anerkannt werden.

Interview: Juliane Schmidt

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 24 des 50. Jahrgangs (im Jahr 2000).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 11.06.2000

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