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Bistum Erfurt

Clemens Brodkorb studierte und arbeitete in Rom

Vorgestellt

Clemens Brodkorb vor dem Collegio TeutonicoEnde Juni kehrt er in die Bundesrepublik zurück. Clemens Brodkorb hat annähernd zehn Jahre in Rom gelebt und gearbeitet. Vor sechs Wochen reichte der aus Jena stammende Theologe seine Doktorarbeit ein. Nun bereitet er sich auf den Neubeginn in Deutschland vor.

"Das Leben in Rom ist sehr anstrengend", sagt der 34-Jährige. "All das, was wir unter Lebensqualität verstehen wie ruhige Lage oder viel Grün gibt es hier nicht." Gefallen hat Brodkorb jedoch etwas ander es: "Es ist wirklich spannend, in Rom zu arbeiten. Es gibt exzellente Bibliotheken und gerade am Deutschen Kolleg (Collegio Teutonico di S. Maria in Campo Santo) herrscht ein "echt akademisches Klima", was ein intensives Studium möglich macht. In dieser Hinsicht fällt es mir schwer, aus Rom wegzugehen", gesteht der Theologe, der verheiratet ist und mit seiner Frau ein Kind erwartet. Gerade in das Kolleg am Deutschen Friedhof, in dem er viele Stunden verbracht habe, kämen viele interessante Leute, was so manche Gespräche und Kontakte ermöglicht habe.

Seinen Unterhalt hat sich Clemens Brodkorb in den vergangenen Jahren als Bibliothekar in der Ordenszentrale der Salvatorianer in Rom verdient. Brodkorb ordnete die umfangreiche Bibliothek nach modernen Kriterien. Durch seine Arbeit, zu der auch die Neuedition des Geistlichen Tagebuches des Gründers der Salvatorianer, Johann Baptist Jordan gehörte, kam der Theologe aber auch mit der Spiritualität der Salvatorianer in Berührung und fand Gefallen daran: Vor gut 100 Jahren versuchte Pater Franziskus Maria vom Kreuz - wie Jordan mit Ordensnamen hieß - im Kulturkampf der Not der Jugendlichen zu begegnen, in dem er zum engen Miteinander von Priestern und Laien bei der Begleitung und Erziehung der Jugendlichen aufforderte. "Auch heute diktiert uns die Situation, als Priester und Laien zusammenzurücken und uns um Möglichkeiten zu kümmen, den christlichen Glauben in der Gesellschaft präsent zu halten", sagt Brodkorb. Da der Gründer immer nur wenige Mitstreiter hatte, habe er versucht, an Brennpunkte zu gehen und dort nach dem Schneeballprinzip etwas in Gang zu setzen. Wenn heute zum Beispiel die Salvatorianer der Süddeutschen Provinz ein früheres Internat in Bad Wurzach in ein Pflegehotel umwandeln und ein Projekt sozialen Wohnens initiieren, wo Familien mit Kindern, Singles, Behinderte und Senioren bewusst zusammen leben, so sehe er darin durchaus auch salvatorianische Anliegen verwirklicht gemäß dem Anliegen des Gründers: "Den Heiland verkünden auf allen Wegen und mit allen Mitteln".

Brodkorb, der zunächst Elektromonteur gelernt und im Magdeburger Norbertuswerk das Abitur abgelegt hatte, begann 1987 in Erfurt mit dem Theologiestudium. Nach dem vierten Jahr ließ sich Brodkorb 1991 vom Studium und als Priesteramtskandidat beurlauben und erhielt die Möglichkeit, für ein Jahr als wissenschaftliche Hilfskraft am Deutsche Kolleg in Rom mitzuarbeiten und seine Diplomarbeit zu schreiben. Nach Erfurt zurückgekehrt legte Brodkorb am 1. Februar 1993 sein Diplom ab und ging wieder an das Kolleg am Campo Santo in Rom, um bei dessen Leiter Erwin Gatz eine Assistentenstelle zu übernehmen und an der Herausgabe einer Lexikon-Reihe über die deutschen Bischöfe in der Geschichte mitzuarbeiten. Gleichzeitig begann der Diplom-Theologe an einer Doktorarbeit zu schreiben.

In seiner Promotion, die nun dem Würzburger Kirchenhistoriker Klaus Ganzer zur Beurteilung vorliegt, hat Brodkorb das Wirken Hugo Aufderbecks in seiner Zeit als Seelsorgeamtsleiter in Magdeburg (1948 bis 1962) untersucht. "In dieser Zeit hat Hugo Aufderbeck Wesentliches für die DDR-Kirche geleistet" und eine für die Situation spezifische Seelsorge auf den Weg gebracht, ist Brodkorb überzeugt.

Bis 1995 war Brodkorb neben seinen Aufgaben bei Professor Gatz in Rom zu 50 Prozent in der Arbeitsgruppe für Kirchen- und Zeitgeschichte tätig, die von der Arbeitsgemeinschaft der Bischöfe der Deutschen Bischofskonferenz - Region Ost ins Leben gerufen worden war. So arbeitete der Diplom-Theologe maßgeblich an der Herausgabe des Dokumentenbandes "Kirchliches Leben im totalitären Staat - Teil I" mit, der 1994 erschien.

Trotz intensiver wissenschaftlicher Arbeit in den letzten Jahren hat Brodkorb das seelsorgliche Anliegen, das ihn Theologie studieren lies, nicht aus den Augen verloren. "Ich möchte gern pastoral arbeiten", sagt er. "Vielleicht lässt sich nebenher noch wissenschaftlich arbeiten."

Eckhard Pohl

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 24 des 50. Jahrgangs (im Jahr 2000).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 11.06.2000

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