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Aus der Region

Die Weihekandidaten des Bistums Dresden-Meißen

Priesterweihe 2000

Günther Eichholz, St. Maria, StollbergGünther Eichholz, St. Maria Stollberg:

Günther Eichholz ist froh in seinem Heimatpfarrer Claus Vollmeyer (Stollberg) einen Seelsorger gefunden zu haben, der ihn über die Jahre hin prägte. Vollmeyer begleitete ihn von der Taufe an. Jetzt steht er selbst vor der Lebensentscheidung, die Vollmeyer 1953 traf. Pfingstsonntag feiert er dann - wie die anderen Weihekandidaten auch - seine Primiz in seiner Heimatgemeinde, für ihn ist das Lugau. Sein Primizspruch lautet: "Ist Gott für uns, wer ist dann gegen uns." (Röm 8.31).

Grundsätzlich wichtig wird für Günther Eichholz die Liturgie als "Dienst vor Gott und an den Sakramenten" sein, darin sieht er die Hauptaufgabe des priesterlichen Dienstes, sie ist die Kraftquelle aus der er schöpfen möchte. "Und wer sich auf die Nachfolge Christi einlässt, der wendet sich ganz automatisch den Menschen zu - genauso wie es Jesus selbst getan hat", sagt Eichholz. Von den Menschen, die ihm zukünftig begegnen werden, wünscht er sich, "dass ich angenommen werde auch mit allen Fehlern, dass sie sehen, was ich ihnen bringen möchte, etwas, das größer ist als ich, die Frohbotschaft." Ihm ist es zudem wichtig, die Nöte und Schwierigkeiten der Menschen zu sehen, die sie beispielsweise auch mit der Kirche haben.

Günther Eichholz betont: "Wir können nicht mehr darauf warten, dass die Menschen zu uns kommen, sondern wir müssen zu den Menschen gehen und sehen, wo ihre Probleme liegen." Spirituell beheimatet fühlt sich der Neupriester unter anderem in der Marienverehrung. Sein Hobby hat eng mit seiner erzgebirgischen Heimat zu tun, er sammelt Mineralien - "Geologie war schon immer eine Leidenschaft von mir."

Geboren wurde Günther Eichholz am 17. August 1968 in Lugau/Erzgebirge. Nach der Schulzeit erlernte er zuerst den Beruf des Druckers. Nach drei Jahren Arbeit in diesem Gewerbe ging er in das Norbertuswerk, um dort das Abitur zu machen, Erfurt und Salzburg waren dann die Stationen seines Studiums. Das katechetische Praktikum absolvierte er in Zwickau bei den Oblaten, das Diakonatspraktikum in Freiberg.

Andreas Jaster, St. Johannes, FreibergAndreas Jaster, St. Johannes Freiberg:

Die Freiberger Pfarrei St. Johannes der Täufer kennt auch Andreas Jaster gut, sie ist seine Heimatgemeinde. In Freiberg kam er am 29. November 1969 auf die Welt. Nach einer Elektrikerlehre ging ins Norbertinum und studierte in Erfurt und Tübingen. Seine Praktika absolvierte er in Dresden-Zschachwitz und in Leipzig-Schönefeld.

Seinen Weg zum Priestertum beschreibt er selbst als einen langen Prozess: "Durch all die Jahre hat sich mit allen Höhen und Tiefen der Wunsch, Priester zu werden, durchgetragen. Sicher hat es auch etwas mit meiner eigenen Biografie zu tun, aber auch mit der Freude, mit anderen Menschen arbeiten zu können und diesen Menschen Gott nahe zu bringen".

Glaube und Kirche - so Andreas Jaster - sind den Menschen heute fremd geworden. "Es lohnt sich, den Leuten deutlich zu machen, dass Gott unmittelbar mit unserem Leben zu tun hat - nicht als Reglementierung sondern als frei machende Bereicherung", betont der zukünftige Kaplan. Besonders möchte er sich den jungen Menschen zuwenden, was nicht heißen soll, dass die Älteren nicht auf ihn bauen können. Verkündigung muss für Andreas Jaster höchstmögliche Glaubwürdigkeit haben, "die Leute sollen es nicht nur an meinen Worten sondern an meinem Leben merken, das ich ganz aus dem Glauben und aus der Theologie lebe." Für ihn muss sich beides verbinden, die Feier der Sakramente und das Leben der Menschen. Weiter weist Andreas Jaster darauf hin, dass die Menschen eine Vision für ihr Leben brauchen. Es ist wichig, sich von Gott im Leben getragen zu wissen und zu erfahren, "dass er mir immer näher ist als ich mir selber sein kann." Im Dialog mit nicht glaubenden Menschen möchte der zukünftige Priester Offenheit aufbringen und ihre Probleme ernst nehmen. Darin liegt für ihn die Chance, ein verzerrtes Bild von Glaube und Kirche zu korrigieren. "Kirche soll erlebbar sein und nicht nur durch das, was in den Medien überschwappt."

Andreas Jasters Hobby ist die Musik - die er auch manchmal selber macht - sowie hin und wieder einmal gut essen zu gehen. Sein Primizspruch lautet: "Seid gewiss, ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt." (Matt. 28.20).

Gabriel Nawka, St. Petri, BautzenGabriel Nawka, St. Petri Bautzen:

Aus Bautzen kommt Gabriel Nawka, der dort am 17. November 1969 geboren wurde. Sein Primizspruch heißt: "Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand. Die Liebe hört niemals auf" (1 Kor 13/7-8a). Nawka ist gelernter Schriftsetzer und entschloss sich nach einem Jahr Arbeit in diesem Beruf für den Weg zum Priestertum. Unterstützung auf diesem Weg erhielt er aus der Verwandschaft, beispielsweise von seinem Onkel der Ordenspriester ist. Aber auch seine Vorbilder Alois Andritzky - mit dem er verwandt ist - und Rupert Mayer wirken bestärkend. Doch gradlinig war sein Weg nicht. Zuerst wollte Gabriel Nawka Schauspieler werden, aber er spürte, dass die Auswahlkommission eigentlich nur "Typen" suchte - jedenfalls war sein "Typ" an diesem Tag gerade nicht gefragt. Nach einer Fußwallfahrt von Magdeburg zum Klüschen Hagis im Jahr 1988 kam ihm zum ersten Mal der Gedanke, Priester zu werden. "Das gemeinsame Unterwegssein hat mich sehr angesprochen", erinnert er sich. Nach einem Gespräch mit dem Onkel nahm sich Gabriel Nawka drei Monate Zeit, um zu erspüren, ob dieser Weg richtig ist.

Schließlich sagte er ja. Endgültig war die Entscheidung jedoch noch immer nicht. Im Norbertinum kamen starke Zweifel und innere Kämpfe auf den künftigen Neupriester zu. Begegnungen mit Menschen wie Christa Mewes oder Wilhelm Nyssen bestärkten ihn aber wieder auf seinem Weg. Schließlich studierte er in Erfurt und Salzburg, absolvierte seine Praktika in Freiberg und Borna. Den Schwerpunkt seines künftigen Wirkens beschreibt Gabriel Nawka so: "Das Wichtigste ist die Liturgie - die heilige Messe - weil da alles vereint ist. Daraus möchte ich die Kraft für die Seelsorge schöpfen." Den Menschen will er die froh machende Botschaft verkünden, "etwas besseres haben wir nicht und sie soll unser ganzes Leben prägen." Zudem ist sich der junge Sorbe sicher, dass die Priester heute auf die Leute zugehen müssen und nicht warten dürfen, bis jemand zu ihnen kommt. Chancen für die Kirche sieht er in der Gemeinschaft: "Kirche kann Vorbild sein in Bezug darauf, was es heißt Gemeinschaft zu leben."

Dominikus Goth, St. Maria, ZittauDominikus Goth, St. Maria Zittau:

Kirche als Gemeinschaft hat auch Dominikus Goth in den Blick genommen. Im Diakonatspraktikum in Plauen lernte er ein Projekt kennen, das ihn neugierig machte. Zu den monatlichen Geburtstags-Nachfeiern in der Gemeinde werden dort alle Senioren eingeladen, egal ob sie momentan in der Gemeinde aktiv mitleben oder nicht. Dominikus Goth beschreibt das Problem so: "Es gibt heute viele Menschen die nicht in der Gemeinde integriert sind, die sich irgendwann zurückzogen und nun meinen, es gebe kein Zurück mehr." Diesen Menschen möchte er die Tür bewusst offen halten. Nicht zuletzt haben viele von ihnen während der DDR-Zeit unter besonderem Druck gestanden, der sie dazu bewegte, sich zu distanzieren. Andere sind einfach nur krank und niemand weiß darum.

Weiter betont Dominikus Goth: "Mein Ziel ist es, der mir anvertrauten Gemeinde in allen Unterschieden und Altergruppen eine Hilfe zu sein, gemeinsam mit ihnen allen den Glauben zu leben." Chancen sieht er auch in der Begegnung aller Christen mit nicht Getauften, sei es mit dem Ehepartner, in der Schule, in der Sozialarbeit - es kommt darauf an, dass Nähe und Kontaktmöglichkeiten angeboten werden. Dominikus Goth erinnert an dieser Stelle unter anderem an die Möglichkeit, mit den kirchlichen Feiern und Gottesdiensten in die Gesellschaft hinauszugehen und an das politische Engagement vieler Frauen und Männer, die in katholischen Gemeinden beheimatet sind.

Spirituell fühlt sich Dominikus Goth in einer franziskanischen Lebenshaltung zu Hause. Dabei geht es ihm jedoch nicht um totalen Verzicht, sondern um die Ehrlichkeit mit sich selbst in der Frage, was wirklich lebensnotwendig ist. Nicht zuletzt möchte er sich in einem "entschiedenen Glauben die Leichtigkeit und die Fröhlichkeit eines Franziskus bewahren."

Dominikus Goth wurde am 8. November 1971 in Zittau geboren. 1988 begann er eine Lehre zum Instandhaltungsmechaniker mit Abitur und 1991 gehörte er zu den Teilnehmern des ersten Sprachenkurses im Norbertinum Magdeburg. Theologie studierte er in Erfurt und in Freiburg. Zum katechetischen Praktikum ging er in die Gemeinde Leipzig-Lindenau. Sein Primizspruch lautet: "Gott zu nahen ist köstlich für mich. Meine Zuflucht fand ich im Herrn, auf dass ich verkünde all deine Werke" (Ps 73.28). Auf dem Weg zum Priestertum begleiteten Dominikus Goth eine Reihe von Kaplänen und Pfarrern, mit denen er viel Zeit verbrachte und die ihn durch ihre Lebensweise überzeugten. "Ich habe so erfahren, dass das Priestersein und auch das Zölibat lebbar ist und glücklich machen kann", betont Goth. Aber irgendetwas war da auch schon in seiner Kindheit. Im Alter von etwa sechs Jahren hörte er eine Predigt in der um geistliche Berufe geworben wurde. Dominikus Goth sagte damals: "Also, wenn die Priester brauchen, dann werde ich es mal versuchen!"

D. Wanzek / H. Jakobi



Siehe auch: Weitere Informationen zu Priesterweihe gibt es bei der Pressestelle des Bistums im Internet

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 24 des 50. Jahrgangs (im Jahr 2000).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 11.06.2000

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