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Bistum Görlitz

Bananenkartons bleiben verschont

Russland

Cottbus / St. Petersburg (ks) - "Es ist unbeschreiblich, welche Freude die Plüschtiere aus den letzten Containern der Caritas Cottbus ausglöst haben", schreibt Natalie Pewzowa in einem Brief. Als Leiterin der Caritas St. Petersburg ist sie Nachfolgerin von Pfarrer Hartmut Kania. In Luga, einem "Städtchen, 120 Kilometer südlich von St. Petersburg, waren die Plüschtiere am Ende eines Gottesdiens-tes zum Nikolaustag an Straßenkinder verschenkt worden. Sofort wurden die Kuscheltiere "gedrückt, umarmt und geküsst und von nun an nicht mehr aus den Händen gegeben", schreibt Natalie Pewzowa.

Im Nachgang zur Caritas-Hilfssendung 1999, als nur gebrauchte Textilien und Schuhe versandt werden durften, konnten in Absprache mit Pfarrer Kania kurzfristig Plüschtiere in Schwarzheide und Cottbus gesammelt und nach St. Petersburg geschickt werden. Dass die kleinen, knuddeligen Freudenbringer ankamen, ist jedoch keine Selbstverständlichkeit. Denn nicht alle Hilfslieferungen kommen problemlos durch den russischen Zoll.

In der Hauptsache werden Lieferungen beanstandet, die in Koffern oder anderen Behältnissen als Bananenkartons verpackt waren. Diese hingegen bleiben von Zollkontrollen weitgehend verschont. Zudem sind Einzeladressen in gesammelten Hilfssendungen nicht erlaubt. Einige Spender hatten sich, wie schon im vorigen Jahr, nicht an diese Auflagen gehalten. Dadurch hatte es bei der Einfuhr wiederholt Verzögerungen und empfindliche Geldstrafen gegeben. Dieser - von den Spendern sicher nicht gewollte Fehler - hatte im vergangenen Jahr Auseinandersetzungen mit den Zollbehörden zur Folge gehabt, daneben auch zusätzliche Wege und die Gefahr, dass die gesamte Arbeit der Caritas bei den Behörden in Misskredit gerät.

Für eine nächste Paketaktion plant die Caritas aus diesem Grund, neue Standorte im Bistum Görlitz einzurichten. Hier werden die abgegebenen Hilfsgüter dann von ehrenamtlichen Helfern sortiert und verpackt, um Kosten, Wartezeiten, Strafzölle und Ärger in St. Petersburg zu ersparen.

Darüber, dass die letzte Lieferung mit Plüschtieren jedoch gut ankam, freuten sich nicht nur die Straßenkinder in Luga. Die Caritas St. Petersburg konnte zum russischen Weihnachtsfest am siebenten Januar 1 200 Kinder in zehn Kinderheimen mit Süßigkeiten, Konfekt, Schokolade und Spielsachen beschenken. Spendengelder aus Deutschland hatten den Kauf in Russland möglich gemacht. Noch mehr gute Nachrichten schrieb Pfarrer Kania - inzwischen Caritasdirektor für ganz Russland - in einem Brief vor Weihnachten. Besonders freut er sich über die Zusammenarbeit mit den Leitungen der Kinderheime. "Kommen Sie öfter zu unseren Kindern", hatte einer der Heimleiter ihm gesagt, "für viele von ihnen seid ihr die einzigen Menschen, zu denen sie ein freundschaftliches und vertrautes Verhältnis entwickeln können."

Als ein sehr "mutiges Projekt" im Umfeld der Newa-Stadt St. Petersburgs schildert Pfarrer Kania den Bau und die Einrichtung eines Altersheimes und einer Ausbildungsstätte für soziale Berufe: "Wenn alles klappt, können in einem Jahr die ersten Bewohner einziehen", schreibt er und fügt hinzu, dass auch Renovabis eine Finanzierung zugesagt habe.

Die Obdachlosen- und Armenküche konnte Dank der Hilfe aus Deutschland weitergeführt werden. Für viele Menschen, die nicht mehr aus dem Haus gehen können, werden Lebensmittelpakete von einem Bringedienst ausgetragen.

Neueröffnet wurde ein Projekt für Straßenkinder. Und, auch das ist neu: Die Arbeit mit geistig behinderten Kindern konnte im letzten Jahr beginnen.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 2 des 50. Jahrgangs (im Jahr 2000).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 09.01.2000

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