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Bistum Magdeburg

Integration in der fremden Heimat der Vorfahren

Magdeburg

Magdeburg (cv) - "Angekommen in der Heimat, aber noch nicht zu Hause" - Mit diesen Worten wandte sich der Vorsitzende des Diözesan-Caritasverbandes Magdeburg, Domkapitular Günther Brozek, an die russlanddeutschen Spätaussiedler und einheimischen Mitbürger, die sich zur Eröffnung des Caritas-Aussiedlertreffs am 20. Dezember in den Räumen der katholischen Pfarrei St. Josef in Magdeburg-Olvenstedt eingefunden hatten. Hier hat das gemeinwesenorientierte Integrationsprojekt der Caritas für russlanddeutsche Spätaussiedler, das für den Zeitraum von drei Jahren vom Bundesinnenministerium finanziert wird und Spätaussiedlern und Einheimischen Gelegenheit zur Begegnung, Verständigung und zum besseren Kennenlernen anbietet, ein neues Zuhause gefunden.

Um Verständnis und Geduld warb Brozek bei den russlanddeutschen Spätaussiedlern. Um Verständnis für die Einheimischen, da die Spätaussiedler nach Deutschland gekommen seien, um hier ein neues Zuhause zu finden und enttäuscht wurden, weil das gesellschaftliche Klima, das sie vorfanden, nicht ihren Vorstellungen über Deutschland entsprach. Um Geduld mit sich selbst, wenn der Prozess der Integration länger dauere als gedacht. Er appellierte an die Spätaussiedler, die Begegnung und den Austausch mit den Einheimischen zu suchen. Sich richtig kennenlernen, dies gelinge nach seinen Worten am besten, wenn man miteinander spiele. Aus diesem Grund überreichte er dem Aussiedlertreff einen Scheck in Höhe von 250 Mark, mit dem Gesellschaftsspiele gekauft werden sollen. Der Diözesan-Caritasverband Magdeburg versucht bereits seit Jahren, Spätaussiedlern aus der ehemaligen Sowjetunion, deren Nachfahren und mitreisenden Familienangehörigen Hilfe bei der Eingliederung in die deutsche Gesellschaft zu leisten, fasste Jan Kiehl, Referent für Aussiedlersozialarbeit beim Diözesan-Caritasverband, das Engagement der Caritas für diesen Personenkreis zusammen. Eine erfolgreiche Integration könne nur gelingen, wenn alle zur Verfügung stehenden Ressourcen genutzt werden und die politisch Verantwortlichen beim Bund, den Ländern und Kommunen die Integrationsarbeit mit Spätaussiedlern und anderen Gruppen förderten. Integration sei ein zweiseitiger Prozess, der an die Aussiedler und an die einheimische Bevölkerung in gleichem Maße Anforderungen stelle. Kulturelle, pädagogische und allgemeinbildende Angebote im Aussiedlertreff sollen den Spätaussiedlern die Eingliederung in der noch fremden Heimat ihrer Vorfahren erleichtern helfen.

Dass nicht nur die in Russland geborenen Deutschen in der neuen alten Heimat noch lernen müssen, sondern auch die Einheimischen von den Spätaussiedlern vieles lernen können, machte Alexander Trippel deutlich, der als Spätaussiedler bereits viele Jahre in Magdeburg lebt. "Wir sind in Russland geborene Deutsche, die deutsches Kulturgut über Generationen pflegten und weitergaben. Wir kennen viele alte Volkslieder, Gebete und Gedichte, die unsere Vorfahren vor mehr als 200 Jahren mit nach Russland brachten und die heute kaum noch ein Deutscher kennt."

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 1 des 50. Jahrgangs (im Jahr 2000).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 02.01.2000

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