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Auf zwei Minuten

Komm herunter!

Pater Damian

Pater Damian"Jesus kam nach Jericho und zog durch die Stadt. Dort lebte ein Mann namens Zachäus. Er war der oberste Zolleinnehmer und war sehr reich. Er wollte unbedingt sehen, wer dieser Jesus sei. Aber er war klein, und die Menschenmenge versperrte ihm die Sicht. So lief er voraus und kletterte auf einen Maulbeerfeigenbaum, um Jesus sehen zu können, wenn er vorbeizog. Als Jesus an die Stelle kam, schaute er hinauf und redete ihn an: ,Zachäus, komm schnell herunter, ich muss heute dein Gast sein!' Zachäus stieg sofort vom Baum und nahm Jesus mit großer Freude bei sich auf" (Lk 19, 1-6).

Zachäus wollte Jesus sehen, und der sagt ihm: "Wenn du etwas von mir sehen willst, musst du herab- und nicht hinaufsteigen!" Ich glaube, hier lernen wir von Jesus eine Lektion, die schwer zu lernen ist. Geschieht die Begegnung mit Jesus und mit Gott nicht in der "Erhebung des Herzens", in Gebet und Kontemplation, die uns abhebt von den täglichen Dingen? Sicher auch, aber die typisch christliche Art der Gottesbegegnung muss unten anfangen. Der Mensch muss zum Mitmenschen hinabsteigen, um dort Jesus zu treffen. Warum? Weil Jesus selbst zum Menschen hinabsteigt.

Der Sohn Gottes ist Mensch geworden, um uns dort zu begegnen, wo wir sind. Das zu begreifen, fiel schon dem Petrus schwer. Als Jesus beginnt, seinen Jüngern die Füße zu waschen, will Petrus das nicht zulassen: Wie kann sein Herr und Meister sich vor den Jüngem niederknien und einen Sklavendienst verrichten! Das ist eine erschütternde Offenbarung unseres herabsteigenden Gottes. Jesus zieht aus seiner Tat eine klare Konsequenz für seine Jünger: "Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, dann müsst auch ihr einander die Füße waschen. Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe" (Joh 13, 14-15). Und Jesus steigt noch weiter hinab. Er selbst wird unsere Speise: "Nehmt hin und esst; das bin ich selbst!"

Als er dann zwischen Himmel und Erde angenagelt am Kreuze hängt, wird er doppelsinnigerweise aufgefordert, herabzusteigen - "wenn du Gottes Sohn bist" - er, der ein Leben lang herabgestiegen ist! Jesus ist so tief herabgestiegen, dass er nicht mehr herunter kann vom Kreuz. Bis zu dieser Konsequenz liebt er die Seinen.

"Vor dem Baum fragt sein Sohn: Wer war Jesus? Ein Revolutionär, sagt B. Was ist denn aus ihm geworden? Er predigte die Liebe, antwortete B., und nach einer Pause: zu allen. Auch zu seinen Feinden? Ja. Was geschah? Sie legten ihn aufs Kreuz" (Peter Maiwald).

Pater Damian Meyer

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 1 des 50. Jahrgangs (im Jahr 2000).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 02.01.2000

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