Jetzt 4 Wochen kostenfrei Tag des Herrn lesen!
Bistum Magdeburg

Michael Kothe - zehn Jahre lang Diözesanvorsitzender der DPSG

Vorgestellt

Seine "Mitstreiter" im Deutschen Pfadfinderbund St. Georg (DPSG) verblüffte er immer wieder mit seinem guten Überblick: Während manch anderer trotz dicken Terminkalenders gegen die Übermacht des Chaos ankämpfte, hatte Michael Kothe sämtliche Termine im Kopf: seine dienstlichen als Abteilungsleiter eines Gasversorgungsunternehmens, die der mittlerweile siebenköpfigen Familie, des Staßfurter Pfarrgemeinderates und nicht zuletzt die DPSG-Termine. Besonders gefragt ist Michael Kothe bei den Pfadfindern zudem als Vermittler zwischen gegensätzlichen Positionen und als Experte für Satzungs- und Rechtsfragen. Nach zehnjährigem Dienst als Magdeburger DPSG-Diözesanvorsitzender ist der 42-Jährige am vergangenen Wochenende aus der Vorstandsarbeit verabschiedet worden. Der Magdeburger Diözesanverband bedankte sich bei einem seiner "Gründungsväter" mit der DPSG-Verdienstmedaille

1989 hatte das Jugendseelsorgeamt des Bischöflichen Amtes Magdeburg in einem Rundbrief an alle Gemeinden den Vorschlag gemacht, einen katholischen Kinder- und Jugendverband zu gründen. Michael Kothe gehörte zu denen, der auf diesen Brief antwortete. Er begrüßte den Anstoß, mahnte gleichzeitig aber auch, dass die Jugend nicht sich selbst überlassen bleiben dürfe, sondern Unterstützung durch erfahrene Erwachsenen bekommen müsste. Er selbst hatte Erfahrung mit Kindern und Jugendlichen nicht nur als Familienvater, sondern auch als Übungsleiter im Radsport, als Helfer in seiner Heimatgemeinde Schönebeck und als aktives Mitglied der katholischen Studentengemeinde gesammelt

Bei allen Vorbereitungstreffen in Magdeburg, die am 4. März 1990 schließlich zur Gründung der Pfadfinderschaft St. Georg führten, war er dabei. Gemeinsam mit Elisabeth Skalitz und Kurat Heinz Werner gehörte er zum ersten Vorstand, der schon im Juni des gleichen Jahres das erste Zeltlager auf der Huysburg mit 300 Teilnehmern organisierte. Gemeinsam mit dem Paderborner Diözesanverband der DPSG erwarben die Magdeburger Pfadfinder das Forsthaus Eggerode als Freizeit- und Bildungsstätte. Michael Kothe wurde Vorsitzender des Trägervereins. Nach kurzer Zeit hatte der Verband 500 Mitglieder, später lichteten sich die Reihen allerdings wieder. Die Pfadfinder konnten sich nur dort etablieren, wo es auch engagierte Gruppenleiter vor Ort gab. In den letzten Jahren hat sich die Mitgliederzahl zwischen 200 und 240 eingependelt

Weitere Jugendverbände im Bistum Magdeburg sind hinzugekommen. Michael Kothe beargwöhnt sie keinesfalls als Konkurrenten, er freut sich, dass die katholische Bistumsjugend auf diese Weise bunter geworden ist. Als hilfreich empfand er auch die Zusammenarbeit mit dem Bund Deutscher Katholischer Jugend, in dem die Verbände auf Bistumsebene zusammengeschlossen sind. Manche Veranstaltungen, wie zum Beispiel ein "Bahnhofsfest", das die Pfadfinder in Merseburg initiiert hatten, wären seiner Ansicht nach ohne Kooperation des BDKJ gar nicht möglich gewesen

"Ich habe von dieser Arbeit viel mitgenommen, menschlich, aber auch für mein berufliches Leben", sagt Michael Kothe. Er erinnert sich besonders gern an Gemeinschaftserlebnisse, zum Beispiel an ein "Wölflingslager, bei dem die ganze Welt drum herum weg zu sein schien", oder an eine schöne Klettertour im Harz, an der er als verwitweter Vater von drei kleinen Kindern teilnehmen konnten, weil andere Pfadfinder unterdessen auf die drei aufpassten

Da die Vorstandsarbeit für ihn allerdings mit erheblichem Zeitaufwand verbunden ist, kündigte Michael Kothe schon langfris-tig zu Beginn seiner letzten Legislaturperiode an: "Zehn Jahre sind genug." Dennoch wird sein Posten kurzzeitig vakant bleiben. Sein Sohn, der gerne in die Fußstapfen des Vaters treten würde, ist mit 14 Jahren noch zu jung dafür. Ein älterer Nachfolgekandidat ist zwar ebenfalls bereits in Sicht, dieser hatte jedoch bisher keine Gelegenheit, sich der Diözesanversammlung vorzustellen. Da auch das Amt des Kuraten vakant ist, wird Michael Kothes bisherige Mitstreiterin Bernadette Kindl zunächst alleinige Vorsitzende sein. In den nächsten Monaten soll das Projekt "Zwischen den Zeiten" im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen. Die Idee dieser gemeinsamen Aktionswochen von Pfadfindern und BDKJ, Jugendliche an Stätten entlang der Straße der Romanik mit Geschichte und Religiosität zu konfrontieren, geht auf Michael Kothe zurück. dw

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 39 des 49. Jahrgangs (im Jahr 1999).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 03.10.1999

Aktuelle Empfehlung

Bei Gott zu Hause

Bei Gott Zuhause
Der neue Kurs für den Weg zur Erstkommunion
Anders als traditionelle Materialien für den Kommunionunterricht geht dieser Vorbereitungskurs innovative Wege.

Kommunion heißt Gemeinschaft:
ein Kurs für Kinder, Eltern und die ganze Gemeinde
Lebendig von Gott erzählen:
geeignet für erfahrene Katecheten und engagierte Laien
Glauben mitten im Leben:
zeitgemäßes Material mit eigener Online-Plattform

Abwechslungsreiche Methoden, Inhalte und Materialie

  • modularer Kursaufbau mit zahlreichen Optionen und Alternativen
  • breites Themenspektrum von Taufe, Bibel, Gebet bis zu Beichte und Eucharistie
  • kreative Methoden: Kirchenrallye, Bibel-Schatzsuche, Brettspiel zur heiligen Messe u. v. m.
  • nachhaltige Verzahnung der Katechesen mit Elternabenden, Familien-Gesprächsschätzen sowie Ideen für Gottesdienste und das Gemeindeleben

» Mehr Infos über Bei Gott zu Hause

Aktuelle Buchtipps