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Bistum Magdeburg

Per Krimi ins Ottonische Mittelalter

Schüler bereiten sich auf die Otto-Ausstellung in Magdeburg vor

Preisverleihung: Cerdric Ludwig, Michael Blume, Anett Huth (für Johanna Wengorz), Steffen Allner, Norbert Fränzel (von links) Halle -"Stellt euch vor: Es war einmal ein Schiff. Dieses Schiff hieß Bibinautika. Es war kein Schiff, das über die Meere fuhr, sondern die Bibinautika konnte über alles oder durch alles fahren, was ihr euch vorstellen könnt. Sie war auch kein totes Ding, das gesteuert werden musste, sondern die Bibinautika war ein lebendes Wesen, das einzige lebendige Schiff, das es in diesem Universum gab. Zusammen mit seiner Besatzung erlebte es viele Abenteuer. Besonders interessant war für die Bibinautika die Vergangenheit des Planeten Erde. Und so geschah es, dass die Bibinautika eines Tages auch Otto den Großen traf, dem im 10. Jahrhundert mächtigsten König in Europa."
So beginnt der Text auf einer Internetseite, die seit Februar unter www.ottonenzeit.de zu erreichen ist. Richtig fertiggestellt war die "Ottonenzeit" jedoch erst im Mai, und das war dem vom Bistum Magdeburg ausgeschriebenen und vom Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt und vom Kulturhistorischen Museum Magdeburg unterstützten Wettbewerb "Einmal Otto und zurück" zu verdanken (Tag des Herrn berichtete.) Das Bistum wollte damit Kinder und Jugendliche anregen, sich mit dem Mittelalter zu beschäftigen und sich so auf die Ausstellung "Otto der Große. Magdeburg und Europa" vorzubereiten.
Das Fantasieschiff "Bibinautika" und die Besatzung existierten seit zwei Jahren als Arbeitsgemeinschaft Literaturwerkstatt in der Schulbibliothek des Landesgymnasiums Latina August Hermann Francke in Halle. Aber mit den Geschichten war es nicht so gut voran gegangen ...Da kam der von der katholischen Kirche initiierte Wettbewerb für Bibliothekar Torsten Kreutzfeldt gerade recht, um seine Mannschaft zu motivieren.

Navigator Gate (Norbert Fränzel, 15), Philosoph Buddha (Steffen Allner, 15), der liebenswerte Chaot Cett (Cedríc Ludwig, 16), Analytikerin Hanna (Johanna Wengorz, 17) und der starke Mischa (Michael Blume, 15) machten sich an die Arbeit.

Das Abenteuer der Bibinautika wurde als Krimi gestaltet. Die Mannschaft des Schiffes trifft mittels Zeitreise rechtzeitig in Quedlinburg ein, um ein Attentat auf Otto den Großen zu verhindern. Zuvor hat sie Abenteuer auf mittelalterlichen Marktplätzen, Zusammenstöße mit räuberischen Sorben und adligen Verrätern überstanden. Buddha -als Mundschenk verkleidet -schenkt König Otto die reine Wahrheit über seinen Bruder Heinrich und den geplanten Anschlag zu Ostern ein. Das Abenteuer wird erfolgreich bestanden.

Aber das war den Schülern zu wenig. Sie wollten den Besuchern ihrer "Ottonenzeit" auch noch Hintergrundinformationen liefern. So bietet die Internetseite neben dem Phantasieabenteuer, das jedoch auf einer quellenmäßig erfassten wahren Begebenheit beruht, Informationen zu jedem einzelnen ottonischen Herrscher von Heinrich I. bis zum Nachfolgegeschlecht, den Saliern, an. Alltag, Kunst und Lebensumstände der Ottonen werden näher beleuchtet, eine Zeittafel sorgt für den nötigen historischen Überblick und am Ende ist auch ein Serviceteil zu finden. Das war viel Arbeit und musste noch in eine technisch funktionierende Form gebracht und für die Abgabe im Wettbewerb auf eine CD-ROM gebrannt werden. Ohne Tipps und Tricks der ehemaligen Schülerinnen Caroline und Annett hätte man es vielleicht nicht geschafft.

Im September kam die Einladung zur Preisverleihung. Nach einem Frühstück im Magdeburger Roncalli-Haus ging es am 19. September zusammen mit 140 anderen Schülern in den Kaiser-Otto-Saal des Kulturhistorischen Museums Magdeburg. Und siehe da: Die Bibinautika hatte gewonnen! In der Kategorie 7. bis 9. Klasse winkte der 1. Platz und ein Wochenende in Bamberg. Besonders die Professionalität der Arbeit beeindruckte die Jury. Das dies eine herausragende Leistung war, zeigte auch der Umstand, dass in der Kategorie 10. bis 12. Klasse kein erster Platz vergeben wurde. Das Team war sehr stolz auf sich.

Einen Gewinn stellte der Besuch in der Ottonen-Ausstellung im Kulturhistorischen Museum selbst dar. Nun gab es die Ottonen endlich "zum Anfassen". Nach einer Führung mit der His-torikerin Jutta Gladen zogen die Bibinautiker noch eine ganze Weile diskutierend mit dem Archäologen Michael Dapper von der Königspfalz Tilleda durch die Museumsräume. Dabei wurde spontan beschlossen, dass Projekt im Schuljahr 2001/2002 um die Internetseiten www.tilleda.ottonenzeit.de zu erweitern.

Die Bekanntschaft mit Michael Dapper wurde mit einem Besuch auf der Pfalz vertieft. Im Regen, aber gut verpflegt, schloss die Mannschaft eine Vereinbarung mit Dapper, für die Pfalz ein Internetangebot anzufertigen. Aus dem Schülerprojekt soll damit nun eine ehrenamtliche Dienstleistung werden. Warum auch nicht? Beiden Seiten ist geholfen: Das Freilichtmuseum Tilleda erhält kostenlose Werbung und die Bibinautiker lernen weitere Schritte in der Richtung, das Internet zu beherrschen und es als Publikationsmedium zu gebrauchen.

Im Rahmen des Wettbewerbs begegneten sich kirchenferne Besatzungsmitgliedern der Bibinautika als Preisträger und Vertreter der katholischen Kirche als Veranstalter. Mit der Einladung ins Roncalli-Haus und der Vergabe des Preises konnten die nicht christlichen jungen Leute offene Kirche erleben. Auch der "gute Papst" Roncalli hat die jungen Bibinautiker tief beeindruckt. Die Auseinandersetzung der Bibinautiker mit Kirche und Glauben in der Ottonenzeit wäre vielleicht eine gute Basis gewesen, die jungen Leute ein wenig mehr mit der Kirche von heute in Kontakt zu bringen, hätte aber sicher den Rahmen einer Preisverleihung gesprengt. Die Bibinautiker wünschen sich, dass es vielleicht dennoch noch nachgeholt werden kann. Kurz nach Redaktionsschluss dieser Zeitung sollte das Projekt am 13. November in Halle im Rahmen des Forum Hallense vorgestellt werden.

www.tilleda.ottonenzeit.de (im Aufbau)

T. Kreutzfeldt/tdh

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 46 des 51. Jahrgangs (im Jahr 2001).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Donnerstag, 15.11.2001

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