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Bistum Magdeburg

Auch der Bischof ging auf Schatzsuche

Ministrantenwallfahrt

Helfta (jk) - "Kommt, wir suchen einen Schatz" - unter diesem Motto hatte das Magdeburger Jugendseelsorgeamt alle Ministranten und Ministrantinnen des Bistums zur Wallfahrt ins ehemalige Zisterzienserkloster nach Helfta eingeladen. Weit über 600 Mädchen und Jungen zwischen neun und 15 Jahren trafen sich schließlich, um mit Bischof Leo Nowak Gottesdienst zu feiern, gemeinsam zu beten, zu spielen und dann tatsächlich noch einen Schatz zu suchen und zu finden

Während der Predigt beim Gottesdienst langte der Bischof tief in eine Schatzkiste und förderte Dinge zutage, die für Kinder Schätze im Leben sein können. Ein Fußball zum Beispiel ist ein Schatz, weil Kinder damit Freundschaften schließen können. Ein Fernglas sollte allen klarmachen: "Bis in die äußersten Ecken gucken und weit in die Welt hinausschauen können, ist ein Schatz. Ihr müßt die Augen weit aufmachen." Zu einer Uhr, die ebenfalls in der Schatzkiste lag, meinte Leo Nowak: "Nutzt die Zeit, tut vielen etwas Gutes. Verplempert Eure Zeit nicht, sie ist zu kostbar."

Auch ein Modell einer Schule holte er aus der Kiste. Das quittierten viele kleine Wallfahrer zwar mit Buhrufen, aber der Bischof entgegnete ihnen: "Überlegt mal. Wer lesen lernen kann, wird schlauer. So ganz schlecht ist das nicht." Auch eine Bibel, ein Kelch und schließlich eine kleine Kirche waren in der Kiste verborgen. "Es ist eine Freude, wenn wir hier alle gemeinsam Gottesdienst feiern können", meinte Bischof Nowak dazu. Er lud alle Mädchen und Jungen dazu ein, mitten im Leben Schätze zu erkennen und erinnerte daran, daß Gott uns diese auf den Weg legt und will, daß wir sie finden

Dem zehnjährigen Leander Beier aus Bad Dürrenberg zum Beispiel hat der Gottesdienst super gefallen: "Der Bischof hat uns richtig in die Geschichte hineinversetzt und hat alles toll erklärt. Die Messe war spannend, weil alle so mitgemacht haben."

Nach einem Picknick fand dann eine riesige Schatzsuche quer durchs Klostergelände statt. Ausgedacht hatten sich dieses Geländespiel die Mitarbeiter des Jugendseelsorgeamts. An sieben Stationen mußten die Meßdiener beweisen, daß sie nicht nur beim Altardienst Bescheid wissen. Rätsel galt es zu lösen, ein Hindernisparcour mußte durchlaufen werden und auf Riesenschuhen eine Strecke zurückgelegt werden. Selbst ihr Tanz- und Singvermögen stellten die Schatzsucher unter Beweis, um schließlich mit Hilfe eines Flosses einen Teil des Schatzes zu bergen, der auf einer kleinen Insel versteckt war. Jeder erhielt am Ende ein Überraschungsei

Mit einer gemeinsamen Andacht, die Diözesanjugendseelsorger Thomas Kriesel leitete, endete die Wallfahrt. Pfarrer Kriesel forderte einige der Teilnehmer auf, den anderen etwas über Schätze in ihrem Leben zu erzählen. Eine gute Zukunft, die Eltern, gute Freunde, Haustiere und Liebe waren ein paar davon. Als kleines Wallfahrtsgeschenk erhielt jeder zum Schluß eine kleine Murmel als Symbol für die kleinen Dinge im Leben, die oft gerade besonders wertvoll sind. Die 13jährige Franziska Fiebig aus Seeburg war begeistert von der Wallfahrt: "Das war nicht so langweilig wie sonst oft in der Kirche. Das war richtig für Kinder gemacht."

Gottesdienst und Andacht wurden von der Jugendband der Genthiner St.-Marien-Gemeinde musikalisch begleitet. Für ihre flotten Lieder und ihr musikalisches Können erhielten sie zum Abschied einen donnernden Applaus

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 20 des 49. Jahrgangs (im Jahr 1999).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 23.05.1999

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