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Bistum Görlitz

Pilgerweg führt in diesem Jahr durch die Nacht

Jugendwallfahrt

Cottbus (tdh) - Mal ganz anders soll die Jugendwallfahrt des Bistums Görlitz in diesem Jahr aussehen: Die Jugendlichen wallfahren in der Nacht. Beate Steige, Jugendreferentin der diözesanen Jugendseelsorge beschreibt die neugier-weckende Ausnahme: "Schon im Herbst 1998 stand das Arbeitsthema für die Jugendwallfahrt 1999 im Bistum Görlitz fest. Zusammen mit Jugendlichen wurde am inhaltlichen Rahmen "Gott als Schöpfer und Vater" gearbeitet. Naheliegend war es, dabei die Elemente Erde, Wasser, Feuer und Luft, den Zauber der Schöpfung bei Tag und Nacht näher unter die Lupe zu nehmen. Im Vorbereitungsteam entstand die Idee, den formalen Rahmen einmal zu wechseln. Da die Elemente bei Nacht intensiver erlebbar sind, war die Idee einer Nachtwallfahrt geboren

Doch bevor alles amtlich wurde, haben wir überprüft, ob diese Idee überhaupt realisierbar ist. Das fing beim Ausgangsort an. In den letzten Jahren führte die Jugendwallfahrt von Guben nach Neuzelle. Diese Strecke war uns - bei Nacht gelaufen - zu lang und zu gefährlich. In etwa acht Kilometer Entfernung von Neuzelle mit der Stiftskirche als Wallfahrtsziel liegt Eisenhüttenstadt. Bei einem Besuch in Eisenhüttenstadt entdeckten wir die evangelische Kirche an der Oder, die für unsere Zwecke wie geschaffen schien. Der Pfarrer stand unserer Idee sehr aufgeschlossen gegenüber. Auch der ausgekundschaftete Wallfahrtsweg auf dem Oderdeich lud förmlich ein.

Doch ist ein Pilgermarsch so nah an der Grenze überhaupt erlaubt? - Eine unter vielen Fragen und Problemen, die aufgeworfen wurden. Eine andere: Wie soll der Abend von 17 Uhr bis etwa ein Uhr in Eisenhüttenstadt inhaltlich gefüllt sein? Unsere Bausteine für die Gestaltung: Eine Eröffnung; eine Gerichtsverhandlung, bei der der Mensch von Mutter Erde angeklagt wird, verschiedene Workshops, Kabarett und ein Konzert mit "Batiknacht in v.f." Den Abschluß bildet ein Reisesegen. Auch die Stationen auf dem Weg unter der Überschrift der Elemente erhielten eine andere Gewichtung, da erstmalig alle Teilnehmer zusammen wallfahren sollten. Dabei muß zeitlich alles genau strukturiert sein, damit der Gottesdienst auch wirklich in den Sonnenaufgang hinein gefeiert werden kann

Natürlich suchten wir viele Helfer. So bereiteten Jugendliche an einem Wochenende in der Jugendbildungsstätte Neuhausen den Eröffnungsabend und einzelne Teile der Stationen vor, zerbrachen sich den Kopf über die Gestaltung der Mahlzeiten, musizierten und erarbeiteten ein Kabarett. Die Umstellung des Konzeptes empfinde ich als eine Herausforderung, die sehr reizvoll ist. Jetzt bleibt zu hoffen, daß dies von den Jugendlichen angenommen wird und alles so gelingt, wie wir es uns vorgestellt haben, so daß unsere Jugendwallfahrt ein Ereignis wird, das beGEISTert."

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 20 des 49. Jahrgangs (im Jahr 1999).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 23.05.1999

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