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Bistum Görlitz

Katholische Jugend veranstaltet Benefizkonzert

Gegen Rassismus

Guben (jh) - Hoyerswerda - noch immer verbinden viele diesen Namen mit rechtsradikaler Gewalt. Noch immer klingen in diesem Wort die Erinnerungen an brennende Huserblocks, an ermordete Asylbewerber nach. In einer anderen Stadt des Bistums Grlitz, in Guben kam es im Februar erneut zu brutaler Gewalt gegen einen Auslnder. Der junge algerische Asylbewerber Omar Ben Noui kam bei einer Hetzjagd rechtsgerichteter Jugendlicher ums Leben

Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) im Bistum Grlitz wollte angesichts dieser Gewalt nicht stumm zusehen. Untersttzt vom Aktionsbndnis gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit im Land Brandenburg organisierte er innerhalb kurzer Zeit eine Benefizveranstaltung. "Wir sind nicht hilflos", so drckte der Prses des BDKJ Grlitz, Sebastian Schmidt, die Motivation aus, mit der am 13. Mrz mehr als 400 Menschen unterschiedlichen Alters mit dem Benefizkonzert und einem anschlieenden Gedenkmarsch Zeichen setzten gegen Fremdenfeindlichkeit und Auslnderha

Der Erls der Veranstaltung kommt der Freundin Omar Ben Nouis und ihrem Kind zugute, das sie im August erwartet. Bar kamen 1204 Mark zusammen, etwa weitere 1000 Mark wurde bisher berwiesen

Die Spremberger Jugendband "Lebendig im Niemandsland" hatte sich gleich nach der Anfrage entschieden, ein Konzert zu geben. Vielen sind die Spremberger Musiker keine Fremden mehr nach dem Dizesanjugendtag und der Jugendwallfahrt. Junge Leute aus verschiedenen Pfarreien der Dizese hatten Kerzen verziert. Sie wurden whrend der Veranstaltung entzndet als ein Zeichen gegen Lieblosigkeit, Intoleranz und Ha

Auch Bischof Rudolf Mller war gekommen. Die katholische Kirche zeige sich leider nicht so hufig in der /ffentlichkeit, sagte er, doch gerade hier msse sie deutlich machen, was sie meine, wenn sie von Liebe und Toleranz spreche. Dafr sei ihm keine Zeit zu schade gewesen

Jugendliche des gesamten Bistums, aber auch Menschen, die nicht zur katholischen Kirche gehren und einige Gubener Asylbewerber fllten die Bnke der katholischen Trinitatiskirche. Neben ihnen und den Akteuren, die musikalische Beitrge und einen eigens zusammengestellten Video-Clip vorbereitet hatten, zeigten auch Vertreter der Kirchen, des Landes Brandenburg, der Kommune und der Menschenrechtsorganisation amnesty international ihre Anteilnahme. In ihren Reden kam immer wieder das zum Ausdruck, was die Auslnderbeauftragte an das Ende ihrer Betrachtung stellte: "Der Schutz derer, die in ihrer Wrde angetastet sind, ist keine Aufgabe, die an den Staat delegiert werden kann, sondern eine Aufgabe fr jeden von uns."

Die Sozialministerin des Landes Brandenburg, Regine Hildebrandt, drckte ebenfalls ihre tiefe Betroffenheit aus. Auch sie nahm am Gedenkmarsch durch das Gubener Neubauviertel teil, auf dem die Konzertbesucher nach der Veranstaltung in der Kirche den Fluchtweg Omar Ben Nouis nachvollzogen. Ein Lichterzug vorbei an den Wohnblocks hin zur Hugo-Jentsch-Strae, wo der Algerier Omar Ben Noui gestorben war, rief viele Leute auf die Balkone, an die Fenster oder hinter die Gardinen ihrer Wohnung. Die Polizei begleitete den Gedenkmarsch

Der Osnabrcker Bischof und Vorsitzende der Jugendkommission der deutschen Bischofskonferenz, Franz-Josef Bode, erklrte sich in einem Brief mit der Aktion solidarisch. "Die, die um Omar Ben Noui trauern, sollen spren, das sie nicht alleingelassen sind, da es Menschen gibt, die fr sie Partei ergreifen und die ihnen handfest helfen." Seinem Schreiben legte er einen Scheck ber 500 Mark bei

Katholische Jugendverbnde aus ganz Deutschland begrten das Benefizkonzert. Wegen der kurzfristigen Terminplanung hatten viele keinen persnlichen Verteter schicken knnen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 11 des 49. Jahrgangs (im Jahr 1999).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 21.03.1999

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