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Aus der Region

Gott auch im Alltag nachgegangen

Zum Tode von Pfarrer Gottfried Swoboda

In den Nachmittagsstunden des 27. Oktober 2001 rief Gott, der Herr über Leben und Tod, Pfarrer Gottfried Swoboda zu sich in seine himmlische Herrlichkeit.

Pfarrer Swoboda wurde am 23. September 1943 in Zittau geboren. Kindheit und Jugend verlebte er in Ostritz. Dort erlernte er auch den Beruf eines Elektrikers und arbeitete einige Jahre in diesem Handwerk. Nach seinen Studien in Erfurt und Neuzelle wurde er am 23. April 1977 in Dresden zum Priester geweiht. Seine erste Kaplansstelle war die Pfarrei St. Josef im damaligen Karl-Marx-Stadt. Ab 1981 war er Kaplan in Riesa. 1983 erfolgte die Berufung zum Domvikar an der Kathedrale und zum Kinderseelsorger des Bistums Dresden-Meißen. 1986 wurde er durch den Bischof zur Mitarbeit beim Tag des Herrn freigestellt, 1987 wurde er Chefredakteur dieser Kirchenzeitung. Parallel dazu übernahm er in der St.Georgs-Gemeinde Leipzig-Gohlis Seelsorgedienste. 1995 war er für wenige Monate Pfarradministrator in Wurzen. Noch im gleichen Jahr erhielt er die Ernennung zum Pfarrer der Pfarrei Herz Jesu in Dresden-Johannstadt, wo er bis zu seinem Tode wirkte.

An all diesen Stationen konnten die Menschen Gottfried Swoboda als einen engagierten und glaubwürdigen Priester erleben. Sein Humor und seine ansteckende Heiterkeit machten ihn zum Ideengeber, Organisator und Mittelpunkt vieler Feste in den Gemeinden.

Pfarrer Swoboda hat gern gepredigt und auch geschrieben. Er suchte keine exotischen Themen, vielmehr war es ihm ein Anliegen, den oft banalen Alltag auf Gott hin zu hinterfragen und wesentliche Aspekte menschlichen Lebens zu beleuchten. Seine besondere Vorliebe galt den Heiligen und ihrer Verehrung. Nikolaus von der Flüe war ihm dabei besonders wichtig. Die Geschichte seiner Berufung und seine tiefen Meditationen übten auf Pfarrer Swoboda eine besondere Anziehungskraft aus. Auf den Spuren der Heiligen in der Nachfolge Jesu zu sein, das war für ihn geradezu ein Programm für die Seelsorge. Deshalb ging er auch mit vielen Gemeinden und Lesern des Tag des Herrn auf Wallfahrt zu den bedeutenden Stätten der Christenheit. Ein wichtiges Anliegen waren ihm die Pilgerreisen ins Heilige Land. Hier wollte er vielen das Evangelium und besonders die Person Christi lebendiger werden lassen.

Viel Freude bereitete ihm die Ministrantenseelsorge. Gern war er mit jungen Leuten zusammen. Jungen und Mädchen, die er für geeignet hielt, sprach er auf den Priester- und Ordensberuf hin an. Einige verdanken es ihm, dass sie ihre Berufung erkannten. Sie durften sich von seinem Gebet begleitet wissen. Wenig Verständnis brachte Pfarrer Swoboda für diejenigen auf, die ihre Berufung nicht durchtragen konnten oder sie leichtfertig aufs Spiel setzten.

Suchende Menschen hatten in Pfarrer Swoboda einen interessierten und profilierten Ansprechpartner. Fast in jedem Jahr konnte er Erwachsene zur Taufe führen. Aufgrund dieser Erfahrungen war er auch der Verantwortliche für den Katechumenat im Bistum Dresden-Meißen.

Pfarrer Swoboda wirkte in seinem Glaubensleben sicher, ja fast unangefochten. Aber auch ihm wurde die Dunkelheit des Glaubensweges nicht erspart. Die Wochen der Ungewissheit, bis seine schwere Krankheit diagnostiziert werden konnte, sowie die vielen Rückschläge im Therapieprozess waren für ihn Anlass zu quälenden Fragen und Ringen mit Gott, dem er sich grundsätzlich anvertraut hatte. So wurde sein Primizspruch nicht nur das Programm für seine priesterliche Tätigkeit in seinem Dienst, auch ganz persönlich musste er in Höhen und Tiefen seines Lebens in Christus hineinwachsen. Von Papst Johannes dem XXIII. hatte er den Spruch auf sein Primizbild drucken lassen: "Legt den alten Menschen ab. Zieht Christus an! Stellt Christus dar! Seid Christus!"

Möge ihn der Herr nun schauen und erleben lassen, was er so engagiert aus frohem Herzen verkündet und ersehnt hat.

Bernhard Dittrich

Das Requiem

für Pfarrer Gottfried Swoboda findet am 5. November, um 10 Uhr in der Pfarrkirche Herz Jesu in Dresden-Johannstadt, Borsbergstraße 15 statt. Die Beerdigung beginnt um 12 Uhr auf dem

Neuen Katholischen Friedhof, Bremer Str. 20.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 44 des 51. Jahrgangs (im Jahr 2001).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Dienstag, 30.10.2001

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