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Bischof Duka zu Kirche und Gesellschaft in Tschechien

Dokumentation (4)

Ein weiteres wichtiges Gebiet der Kirchentätigkeit ist ein Netz von etwa 80 katholischen Schulen, die die Anfangsschwierigkeiten überwunden haben und deutlich beweisen, was ein alternatives Schulsystem bedeutet, das die Schüler auf der Grundlage christlicher Prinzipien behandelt

Diese Schulen werden von der staatlichen Schulaufsicht sehr positiv bewertet, und zwar nicht nur in Bezug auf die Studienleistungen, sondern auch wegen der guten Atmosphäre, die an diesen Schulen herrscht, der Beziehungen unter den Schülern sowie des Verhältnisses zwischen den Schülern und den Lehrern. In den letzten zwei Jahren erhöhte sich das Interesse für das Studium an diesen Schulen, so daß man auch eine Auswahl der Bewerber erwägen kann. Angesichts der Katholikenzahl (40 Prozent der Einwohner) zeugt die bestehende Anzahl der Kirchenschulen von einem unzulänglichen Interesse der Kircheninstitutionen am Ausbau und der Förderung dieser Schultypen. Die nichtkatholischen Kirchen, die lediglich fünf Prozent der Bevölkerung repräsentieren, haben etwa 20 konfessionelle Schulen errichtet

Die drei bestehenden theologischen Fakultäten haben etwa 1 800 Studenten, davon sind zirka 400 Studenten Priester und Ordensleute, die übrigen 1 400 Studenten sind Laientheologen und -theologinnen. Erst jetzt sind sich die theologischen Fakultäten der Notwendigkeit einer Zusammenarbeit mit ausländischen Institutionen sowie der Herausbildung neuer Studienprogramme für die Laientheologen bewußt, die unter der Mitwirkung der pädagogischen Fakultäten entstehen müssen. Es zeigt sich auch, daß die Kirche in Tschechien mit einem größeren Engagement der akademisch gebildeten Gläubigen innerhalb der Kirchenstrukturen sowie mit der Institution verheirateter Diakone rechnen kann. In den ersten fünf Jahren der Freiheit stieg die Anzahl neuer Priester, was die Herabsetzung des Durchschnittsalters der Geistlichen bedeutet und der Kirche eine Vertiefung der Arbeit mit der jungen Genera-tion ermöglicht

lm Vertrag mit der Regierung ist auch die Militärseelsorge in der tschechischen Armee sowie die Seelsorge in den Strafanstalten verankert. In zahlreichen Städten konnte man die Seelsorge auch in den Krankenhäusern und Pflegeheimen durchsetzen. Auch hier öffnet sich ein Tätigkeitsbereich für die Absolventen der theologischen Fakultäten

Die Inflation bei der Neugründung religiöser Verlagshäuser hat nachgelassen. Der Markt für religiöse Literatur ist inzwischen gesättigt, was die Verleger zur Spezialisierung zwingt und neben der Herausgabe geistlicher und pädagogischer Werke die Edition theologischer und philosophischer Literatur ermöglicht. Den einzigen Kirchenverlag der kommunistischen Ära hat die Bischofskonferenz übernommen. Unter dem Namen Zvon (Glocke) erscheinen in diesem Verlag eine republikweit vertriebene kirchliche Wochenzeitung, Übersetzungen der Kirchendokumente und andere religiöse Literatur. Es gibt auch zahlreiche Verlage in den einzelnen Diözesen oder Verlage, deren Träger die Orden oder andere Rechtspersonen sind. Die größten sind Karmelitánské nakladatelstvi (Karmeliter-Verlag), Portál (Salesianer-Verlag) und Cyrillometodejská matice (Cyrillomethodische Stiftung)

Neben der erwähnten Wochenzeitung werden in den Diözesen auch Monatszeitschriften herausgegeben, und dies betrifft ebenfalls die größeren Orden, deren Zeitschriften monatlich oder vierteljährlich erscheinen. So gibt es zum Beispiel die theologische Zeitschrift Teologické texty, ferner die tschechische Version der internationalen theologischen Zeitung Communio, die Revue pro duchovní zivot a teologické otázky (Revue für geistliches Leben und theologische Probleme), Teologicky sborník (Sammelband theologischer Schriften), die Zeitschriften Salve und Amen, die Jugendzeitschrift Anno Domini sowie die Kinderzeitschriften Duha, Nezbeda. Die Kirche verfügt derzeit über ein genügend breites Spektrum religiöser Literatur. Es mangelt an bestimmten speziellen Editionen sowie an theologischen Hand- und Lehrbüchern. Auch die Konzeption und Strategie einzelner Verlagshäuser und ihre Zusammenarbeit ist mangelhaft. Die Bischofskonferenz sollte bei der Beseitigung der vielen kitschigen religiösen Literatur, von der Kirchen wie ehemalige Klöster überschwemmt sind, einen größeren Druck ausüben

Diese allzugroße Beliebtheit der kitschigen Literatur ist für die Aktivität der Kirche im kulturellen Bereich recht hinderlich. Trotzdem sind Institutionen entstanden, die sich um die Überwindung dieser Mängel sowie die Vertiefung der theologisch-kulturellen Bildung bemühen. An erster Stelle sind die Böhmische und die Mährisch-Schlesische Christliche Akademie zu nennen, die in allen Bischofssitzen sowie in einigen regionalen Zentren wirken. Diese lnitiative wird vom Hilfswerk Renovabis unterstützt und arbeitet mit der deutschen und bayrischen christlichen Akademie eng zusammen. Es entstanden auch Zentren christlicher Kultur unter Mitwirkung der Kulturinstitute aus Polen, Frankreich, Deutschland, Österreich, Italien und Spanien, die bei einigen Klöstern in Prag, Brünn und Olmütz (Jesuiten, Dominikaner, Benediktiner, Prämonstratenser, Augustiner, Salesianer) ihre kulturellen Aktivitäten entwickeln

Der Vortrag des Hradec Králover Bischofs Dominik Duka OP wird fortgesetzt.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 51 des 48. Jahrgangs (im Jahr 1998).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 20.12.1998

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