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Bistum Görlitz

Alten- und Pflegeheim zieht bald in Neubau

Döbern

Döbern (jh) - Ein Altenheim im Container - wie soll denn das aussehen? Seit knapp zwei Jahren hat das Alten- und Pflegeheim St. Hedwig in Döbern sein Domizil außerhalb des eigenen Geländes in einem solchen Mobilbau. Dieser besteht aus aneinandersetzbarenContainern. Das Heim, das unter Leitung der Kongregation der Hedwigsschwestern steht, hat auf diese Weise die Zeit zwischen Abriß des alten und Fertigstellung des neuen Heimgebäudes überbrückt. Rund zwei Jahre hatten die Bewohner und Mitarbeiter der Einrichtung ihr angestammtes Gelände im Zentrum der Kleinstadt verlassen müssen. Der Mobilbau steht außerhalb der Stadt nahe am Wald auf einem ehemaligen NVA-Gelände. Nun, kurz vor dem Umzug in das neue Haus, lautet das Resümee der Sozialarbeiterin im Heim, Monika Priefer, die Übergangslösung sei kein notwendiges Übel gewesen, sondern man habe sich doch wohlgefühlt in der Unterkunft

Das Alten- und Plegeheim war erst im Jahr 1986 in ein neues Haus gezogen. Damals war in der ganzen Diözese für die Einrichtung gesammelt worden. Umso enttäuschender war nach der Wende der Entschluß, das Gebäude abzureißen. Nach den neuen Gesetzlichkeiten wurde die Senioren-Einrichtung als nicht zulässig erklärt. Konkret waren die Zimmer zu klein und der Mindestanspruch an einfallendem Tageslicht nicht gewährleistet. Um das Alten- und Pflegeheim wirtschaftlich betreiben zu können, war zudem eine höhere Bettenanzahl nötig. Die Heimleitung stellte fest, daß eine Sanierung des bestehenden Gebäudes etwa genauso teuer und vermutlich aufwendiger gewesen wäre als ein Neubau. So, erzählt Heimleiter Rudolf Volkmer, habe man sich doch gegen die Sanierung entschieden. Zwei andere Häuser der Hedwigsschwestern, die schon Jahrzehnte auf dem Grundstück stehen, konnten in den Neubau integriert werden

Da die notwendigen Arbeiten bei laufendem Heimbetrieb nicht zumutbar waren, stand die Leitung des Hedwigsheimes vor der Wahl: entweder für die Bauzeit das Alten- und Pflegeheim zu schließen, die Leute auf andere Einrichtungen im Umkreis zu verteilen oder in einen sogenannten Mobilbau zu ziehen. Sie entschied sich für die letzte der Möglichkeiten. Das bedeutete für die zweijährige Übergangszeit für die Hedwigsschwestern, die ihr Mutterhaus in Berlin-Wannsee haben, Ausgaben in Höhe von 1,5 Millionen, denn die provisorische Unterkunft wurde nicht, wie erhofft, vom Land Brandenburg gefördert

Vor Bezug des Containerkomplexes herrschte gerade unter den Angehörigen Skepsis, erzählt Monika Priefer. Doch diese verflog, nachdem der Betrieb in den Übergangsräumen angelaufen war. Zwar mußten die Bewohner und Mitarbeiter mit den beengten Platzverhältnissen zurechtkommen. Beispielsweise gab es neben den 21 Einzelzimmern auch 18 Doppelzimmer. Für Arzt- und Abstellräume war kein Platz. Dennoch schufen die Mitarbeiter einen Ort zum Wohlfühlen: Die Gänge sind mit Bildern und Blumen geschmückt. Jetzt in der Weihnachtszeit zieren Adventsgestecke und Weihnachtsbasteleien den Flur. An fast allen Zimmertüren kleben Fotos von den jeweiligen Zimmer-Bewohnern. Auch die Beschäftigungsangebote für die Bewohner haben nicht gelitten unter dem Umzug. Jeden Tag wird Gymnastik angeboten. Es gibt eine Nähstube. Einmal im Monat findet auf dem zirka 60 Meter langen Flur Preiskegeln statt, an dem sich viele Bewohner beteiligen. Über das Jahr verteilt werden viele Feste gefeiert. Im Sommer können die Bewohner in Pavillons im Freien sitzen. Mehrmals im Jahr findet ein Hausverkauf von Kleidung, Schuhen oder Süßigkeiten statt

Ein großer Vorteil des Mobilbaus: Alles befindet sich in einer einzigen Etage. Auf dem Flur, der von einem Ende des Gebäudes bis zum anderen geht, ist jeder schnell zu erreichen; innerhalb von kurzer Zeit könnte man im Notfall alle 51 Bewohner und 30 Mitarbeiter informieren. Die alten Leute, von denen sehr viele bereits geistig verwirrt sind, können sich auf einer Etage leichter zurechtfinden als in verschiedenen Stockwerken

Auch für Essenszubereitung und Wäsche wurde eine Lösung gefunden. Das warme Essen liefert eine Schulküche. Die schmutzige Kleidung wird zur Wäscherei gebracht. Für den Notfall gibt es eigene Waschmaschinen

Neben der Heimleitung, die mit dem Provisorium zufrieden war, bestätigt Monika Priefer, daß auch von Angehörigen positive Rückmeldungen gekommen seien. Es hätten während der letzten zwei Jahre sogar Leute nach einem Platz in der Einrichtung gefragt

Am 16. Januar soll es nun soweit sein: Der Neubau auf dem alten Gelände im Stadtzentum kann bezogen werden. Monika Priefer erzählt, daß sich die Bewohner sehr darauf freuten. Frau Grille beispielsweise freut sich auf die Ruhe, die sie dort erwartet. Für sie war die Beengtheit in dem Containerbau doch mit vielen Unannehmlichkeiten verbunden. Die Zimmerwände sind sehr dünn und die Abgeschiedenheit des Übergangsdomizils ist für die noch rüstige Frau ungünstig

Bis auf wenige Doppelzimmer gibt es im neuen Haus nur Einzelzimmer. Viel Wert hat die Leitung des Hedwigsheimes auf "Eckchen" gelegt, wo die Bewohner einander begegnen, sich unterhalten und gemeinsam beschäftigen können. Die positive Erfahrung des gemeinschaftsfördernden Zusammenrückens im Mobilbau war ihnen Vorbild

Rudolf Volkmer erzählt, daß es während der Arbeiten am neuen Domizil viel "Auf und Ab" gab. Daß sie zwischendurch nicht "das Handtuch geworfen" hätten, sei der Generaloberin der Hedwigsschwestern, Michaela Andörfer, zu verdanken, die aus Döbern stammt. Mit viel Engagement hätten die Schwestern die Interessen des Alten- und Pflegeheimes vertreten

Die Döbernsche Immobilie ist seit den Zwanzigern Eigentum der Kongregation. In den Neubau des Heims haben sie insgesamt knapp 9,5 Millionen Mark investiert, so Volkmer

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 51 des 48. Jahrgangs (im Jahr 1998).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 20.12.1998

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