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Erwachsenentaufe

Taufe durch Bischof Nowak

Jedem Tauf und Firmbewerber überreichte Bischof Nowak eine Bibel Magdeburg (dw) - "Die Fragen, die er stellt, sind für mich selbst eine große Bereicherung", erzählte die Weißenfelser Schönstattschwester Lucijane Goering. Sie begleitet einen jungen Mann auf dem Weg zur Taufe und wird dabei immer wieder angeregt, über ihren eigenen Glauben neu nachzudenken und ihn zu vertiefen. "Wie macht man das eigentlich, Gott zu lieben?", hat der 20-Jährige sie beispielsweise vor kurzem gefragt.
Gemeinsam waren die beiden am 10. März Bischof Leo Nowaks Einladung an alle Erwachsenen seines Bistums gefolgt, die zu Ostern oder einem späteren Zeitpunkt dieses Jahres die Taufe empfangen. 28 Taufbewerber kamen mit ihren Paten und Seelsorgern zur Zulassungsfeier ins Magdeburger Roncalli-Haus, außerdem acht Konvertiten und fünf so genannte Revertiten, die als Kinder in die katholische Kirche aufgenommen worden waren, dann aber den Kontakt verloren hatten. Ihnen sprach der Bischof die Zulassung zu Eucharistie und Firmung aus.
"Sie sind uns ganz, ganz wichtig, gerade in unserem Land, wo Glauben keine Selbstverständlichkeit ist", sagte er allen, die sich für den christlichen Glauben und die katholische Kirche entschieden haben. Er ermutigte sie, ihre anfängliche Freude nicht nur festzuhalten, sondern immer weiter zu vertiefen. "Bei Gott gibt es keine Enttäuschungen. Er trägt uns in unbegreiflicher, einmaliger Liebe", fügte er hinzu.
Breiten Raum im Gottesdienst unter dem Motto "Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt" nahm das persönliche Glaubenszeugnis derer ein, die zum Christentum gefunden oder zurückgefunden haben. Ganz unterschiedlich waren die Lebensgeschichten und die Zugänge zum Glauben, die dabei zur Sprache kamen. Bei vielen war ein katholischer Freund oder Ehepartner der Anlass, sich mit der christlichen Botschaft auseinanderzusetzen. "Ich fühlte mich in der katholischen Gemeinde angenommen, so wie ich bin", war in den Zeugnissen immer wieder zu hören.

Eine Frau hatte genau diese Erfahrung mit ihren katholischen Arbeitskollegen gemacht. Nach der Wende hatte sie nach einer Zeit der Arbeitslosigkeit eine Stelle in einer katholischen Kindertagsstätte gefunden und war dort auf uneingeschränktes Vertrauen gestoßen. Die Teilnahme an den dortigen Kindergottesdiensten wurde ihr zunehmend ein persönliches Bedürfnis. Seit drei Jahren fühlt sie sich der katholischen Gemeinde ihres Wohnorts zugehörig.

Eine Reihe von Taufbewerbern berichtete, durch Schicksalsschläge auf den Glauben gestoßen worden zu sein. Eine 22-Jährige beispielsweise, die sich zusammen mit ihrem zehn Monate altem Sohn taufen lässt, hat sich durch die schwere Krankheit während ihrer Schwangerschaft intensiv mit Sinn- und Glaubensfragen beschäftigt. Der Kontakt zur Kirche, den sich über eine gute Freundin bereits hatte, ist in dieser Zeit durch die intensive Begleitung einer katholischen Schwangerenberaterin noch vertieft worden.

Einige Spätaussiedler aus Staaten der ehemaligen Sowjetunion hatten in der alten Heimat keine Gelegenheit gehabt, ihren Glauben näher kennen zu lernen und zu praktizieren.

Eine junge Frau aus Sangerhausen hat von Zeit zu Zeit in der Bibel gelesen und ist so zum Glauben gekommen. Bei einer Zwölftklässlerin aus Quedlinburg ist in mehreren Jahren schulischen Religionsunterrichts der Wunsch gereift, sich taufen zu lassen, und eine Bernburger Mutter bereitet sich zusammen mit ihrem Sohn auf die Taufe vor, dessen Interesse am Glauben ebenfalls durch den Unterricht in der Schule geweckt worden war.

Einen eher ungewöhnlichen Weg ging eine 20-Jährige aus Zahna. Prägend für sie war ein Jahr, das sie in einer katholischen Familie in den USA verbrachte. Wieder zurückgekehrt, versuchte sie zunächst, ihren Glauben ganz privat zu leben, suchte schließlich aber doch den Anschluss an andere Menschen, die ihre Überzeugung teilen.

Niemand verließ den Wortgottesdienst mit leeren Händen: Jeder Taufbewerber, Kon- und Revertit bekam von Bischof Nowak eine Bibel überreicht. Den Paten dankte er für ihr Engagement bei der Vorbereitung auf die Sakramente und übergab ihnen die Taufkerzen. Die anwesenden Priester erhielten die Beauftragung, die Firmung zu spenden.

Federführend bei der Gestaltung des Gottesdienstes war eine Arbeitsgruppe Erwachsenenkatechumenat, die sich im vergangenen Jahr im Bistum gebildet hat, um die Gemeinden in ihrer Verantwortung für neue Mitglieder zu unterstützen und sie für diese Aufgabe sensibel zu machen. Zu der Gruppe gehören die Pfarrer von Burg und Genthin, Gerhard Nachtwei und Christian Vornewald, und der Dessauer Maristenpater Josef Merkl.

Bewusst haben sich die drei entschieden, den Tag trotz der angewachsenen Teilnehmerzahl wie in den beiden vorausgegangenen Jahren nicht in der Kathedralkirche, sondern im Roncalli-Haus zu begehen. "Uns war wichtig, die persönliche Atmosphäre beizubehalten, die Voraussetzung für den Erfahrungsaustausch ist", erläuterte Gerhard Nachtwei.

Ein wesentlicher Grund dafür, eine solche Veranstaltung auf Bistumsebene anzubieten, ist nach Worten von Bischof Nowak aber auch das Anliegen, den Tauf- und Firmbewerbern die Grundstruktur der katholischen Kirche deutlich zu machen. Sie gehörten nicht nur ihrer Gemeinde an, sondern würden Mitglieder eines Bistums und einer weltweiten Kirche.

Raimund Sternal, der Leiter der Pastoralabteilung des Bistums, machte sie auf das Pastorale Zukunftsgespräch aufmerksam, das gegenwärtig in der Magdeburger Ortskirche anläuft, und lud sie ein, sich daran zu beteiligen. "Wenn es um die Zukunft der Kirche geht, sollten Sie als allererstes gehört werden", sagte er ihnen.

Die Arbeitsgruppe Erwachsenenkatechumenat bereitet auch einen Begegnungstag für die Neugetauften der beiden vorausgegangenen Jahre vor, der am 19. Mai im Kloster Helfta stattfinden soll.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 11 des 51. Jahrgangs (im Jahr 2001).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 18.03.2001

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