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Bistum Erfurt

Bundespräsident Herzog besuchte auch Marcel-Callo-Haus

Eichsfeld-Reise

Heiligenstadt (bip) - Letzte Station des Besuches, der Bundespräsident Roman Herzog kürzlich ins Eichsfeld führte, war das Marcel-Callo-Haus in Heiligenstadt. "Das Eichsfeld ist die geographische Mitte des Landes, das Sie, sehr geehrter Herr Bundespräsident, repräsentieren dürfen", betonte der Bischöfliche Kommissar Heinz-Josef Durstewitz. Bis zur Wende sei das Eichsfeld Randgebiet mitten in Deutschland beiderseits der Grenze zwischen den Machtblöcken der Weltgeschichte gewesen. Keine gesellschaftliche Kraft im geteilten Deutschland, zumindest in der DDR, habe die Trennung so wenig akzeptiert, wie die Kirche. So sei das Streben nach politischer Einheit auch ein besonderes Merkmal aller Christen im Eichsfeld gewesen, betonte Durstewitz

"Während wir uns früher in den Grenzen bewähren mußten, müssen wir uns jetzt in der Vielfalt der Möglichkeiten bewähren", sagte der Bischöfliche Kommissar weiter. Die großen Herausforderungen seien nicht mehr politische Feindbilder oder materieller Mangel, sondern die menschenwürdige Integration aller in die Gemeinschaft der Dörfer und Städte. "Das ist christlicher Auftrag", betonte Durstewitz

Der Superintendent des Kirchkreises Eichsfeld, Martin Herche, dankte dem Bundespräsidenten dafür, daß er durch seine Besuche in den neuen Bundesländern und bei vielen öffentlichen Gelegenheiten Zeichen setze für ein inneres Zusammenwachsen unseres wiedervereinten Landes. Auf die Ökumene im Eichsfeld eingehaend sagte Herche: "Wer hier lebt, weiß, wie stark wir vom ökumenischen Miteinander leben. Die Sehnsucht nach der Einheit der Kirche ist unter vielen lebendig."

An Schautafeln informierten die Repräsentanten der beiden Kirchen ihren Gast über die gesellschaftliche Wirkung der Kirche im Eichsfeld. Mit Bild und Text wurden solche Aufgaben dargestellt wie Dienst am Menschen, Integration von Randgruppen, Kinder- und Jugendarbeit sowie Hilfe für Osteuropa und die Dritte Welt

Bundespräsident Herzog lobte den im Eichsfeld deutlich zu spürenden ökumenischen Geist und rief dazu auf, im ökumenischen Zusammenwirken nicht nachzulassen. Die im Eichsfeld praktizierte Ökumene sei auch hilfreich auf dem weiteren Weg zur inneren Einheit Deutschlands

Stationen des Besuches des Bundespräsidenten waren Duderstadt, Leinefelde und Heiligenstadt

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 43 des 48. Jahrgangs (im Jahr 1998).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 25.10.1998

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