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Bistum Magdeburg

Der Hausgeist soll mitziehen

Grundsteinlegung

Zeitz (dw) - "Werden wir uns in dem neuen Haus genauso heimisch fühlen wie im alten Marienstift?" Die Bewohnerinnen des katholischen Altenpflegeheimes in Zeitz freuten sich bei der Grundsteinlegung am 25. März, daß ihr Neubau nach sieben Jahren des Wartens und Planens endlich Gestalt annimmt, doch gleichzeitig schwingt bei einigen im Blick auf die Zukunft auch ein wenig Sorge und Unsicherheit mit.

Auch wenn in den letzten Jahren einige gebürtige Zeitzerinnen hinzugekommen sind, ist das Haus doch noch immer geprägt von den Vertriebenen aus Schlesien und Ostpreußen, die seit der Eröffnung des Marienstiftes nach dem Krieg hier wohnten. "Es sind einfache und gläubige Menschen, die offen sind für die Tiefen des Lebens und wenig anfällig für Materialismus", sagt die frühere Heimleiterin Ursula Hartmann über die "Stiftsdamen". Nicht wegzudenken aus dem Heimalltag ist selbst für die evangelischen und nichtchristlichen Bewohnerinnen und Mitarbeiterinnen die morgendliche Meßfeier in der Hauskapelle. Für diejenigen, die daran teilnehmen, ist es ein besinnlicher und feierlicher Einstieg in den Tag. Für die anderen ein Orientierungspunkt und Antrieb. "Bis zur Messe will ich fertig gewaschen und angezogen sein", sagen sie sich.


Bis 1995 lebten Marienschwestern im Stift, bis 1985 leiteten sie das Heim. Manche Heimbewohnerin gerät ins Schwärmen, wenn sie an die gemeinsame Zeit mit den Ordensschwestern zurückdenkt.

Zur "Hauslegende" ist insbesondere die letzte Oberin geworden, die 1989 im Marienstift verstarb. Die Bewohnerinnen erinnern sich, daß Schwester Maria Henrika rund um die Uhr Dienst geleistet und Sterbende begleitet hat. Sie hatte eine große Liebe zu Menschen und darüber hinaus zu Pflanzen. Sie habe jeden genommen wie er war und nicht versucht, ihre altgewordenen Schützlinge "umzumodeln". Ihr Erscheinen sei für viele wie Medizin gewesen und habe manche Pille überflüssig gemacht. "Sie hat im Leben vieler Zeitzer Christen einen Grundstein gelegt", formuliert Ursula Hartmann. Schwester Henrika habe zudem das enge Miteinander zwischen Pflegeheim und katholischer Pfarrgemeinde gefördert, der noch heute kennzeichnend für Zeitz ist. So war die Grundsteinlegung des Marienstiftes ein Fest für die ganze Gemeinde.


Bereits 1991 war der katholischen Peter- und Paul-Gemeinde klargewesen, daß die alte Villa, in der das Marienstift untergebracht ist, nicht mehr den gesetzlichen Anforderungen für Pflegeheime entsprach.


Ein erster Bauplan für einen Neubau mit 80 Plätzen in unmittelbarer Nachbarschaft war 1993 fertig. Infolge der Pflegeversicherung mußte umgeplant werden: Nur noch 50 Plätze durfte das neue Haus haben. Projekt Nummer zwei paßte nach Ansicht zuständiger Behördenmitarbeiter nicht in den historischen Altbaustil der Umgebung. Der Baubeginn für das nunmehr dritte Bauprojekt verzögerte sich, weil Land, Kreis und Stadt die Höhe ihrer Fördergelder abstimmen mußten und weil die Hanglage des Bauplatzes komplizierte Bauuntersuchungen erforderlich machte.

Noch im Sommer diesen Jahres hofft Heimleiterin Regina Hein, mit den ersten der derzeit knapp 30 Bewohnerinnen umziehen zu können. Das, was den Frauen gewohnt und wertvoll ist, sollen sie auch im Neubau vorfinden: Ein großer Teil der historischen Einrichtung wird mit umziehen. Auch eine kleine Kapelle ist im Neubau geplant.


Das jetzige Domizil des Pflegeheimes soll umgebaut werden, so daß dort altengerechte Wohnungen entstehen können.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 14 des 48. Jahrgangs (im Jahr 1998).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 05.04.1998

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