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Aus der Region

Sachse wird Weihbischof

Rußland

Marx / Leipzig (mh) - Der aus dem Osten Deutschlands stammende Priester Clemens Pickel ist vom Papst zum Weihbischof in Moskau ernannt worden und wird am 7. Juni in Marx die Bischofsweihe erhalten. Der neue Weihbischof der "Apostolischen Administratur für die Katholiken des lateinischen Ritus im europäischen Teil Rußlands", die sich von der Grenze Weißrußlands bis zum Ural und vom Weißen Meer bis zum Kaukasus erstreckt, wird zuständig sein für das südliche Drittel. In diesem Teil der Administratur, der größer ist als die frühere DDR und in dem knapp 50 Millionen Menschen leben, gibt es 120 000 katholischen Christen in 49 Gemeinden.


Clemens Pickel, geboren 1961 in Colditz, ist seit 1990 in Rußland tätig. In Marx, wo er zuletzt Pfarrer war, wird er zunächst als Weihbischof wohnen bleiben, denn eine seiner wichtigsten Aufgaben wird die Entlastung des Moskauer Erzbischofs Tadeusz Kondrusiewicz von den weiten Wegen sein.


"Es wird eine schwere Aufgabe", davon ist Pickel überzeugt, denn die Kirche im europäischen Teil Rußlands hat in den letzten Jahren eine enorme Entwicklung genommen. 1990 gab es vier registrierte Gemeinden, heute sind es 98. Damals gab es nur drei Priester, heute sind es 116 - davon sind nur vier einheimisch, die übrigen kommen aus Amerika oder Polen, Ex-Jugoslawien, Irland oder eben Deutschland. Hinter den Zahlen steht eine innere Entwicklung. Pickel: "Es sind wirklich aufbrechende Gemeinden."


Jetzt, wo der große Zulauf nachläßt, muß es an die innerer Festigung der Gemeinden gehen. "Die 70 Jahre Kommunismus haben fast alles kaputt gemacht. Auch wenn in Deutschland das Wort Tradition viele erschrecken läßt, es ist schlimm, wenn Tradition völlig fehlt. Die Leute sind vor drei, vier Jahren zum Glauben gekommen, haben aber noch keine Wurzeln", beschreibt Clemens Pickel die Situation.


In dieser Woche hielt sich der neue Weihbischof in Deutschland auf, auch um Abschied von seinem alten Bistum zu nehmen, denn bisher war Pickel Priester des Bistums Dresden-Meißen. Sein Wunsch an die katholischen Christen in seiner Heimat: "Alle, die wirklich Christen sind, sollen für uns beten." Über die praktischen Hilfen müsse er erst nachdenken, aber dann werde er schon kommen und um dieses oder jenes bitten.


"Hilferuf von der Wolga" ist ein Buch des St. Benno-Verlages über die Tätigkeit von Clemens Pickel in Rußland, geschrieben von seinem Bruder Benno Pickel.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 14 des 48. Jahrgangs (im Jahr 1998).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 05.04.1998

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