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Bistum Magdeburg

Erstmals gemeinsam Caritas mit DRK

Beratungsstelle

Merseburg (dw) - "Von dieser Beratungsstelle soll Gutes ausgehen für alle, die hier Rat und Hilfe suchen." Der Merseburger Pfarrer Reinhold Pfafferodt unterstrich seinen Wunsch an die neue Beratungseinrichtung für Ehe-, Familien- und Erziehungsfragen im Landkreis Merseburg-Querfurt am 11. März mit einem kleinen symbolischen Geschenk: Er hatte in einer katholischen Kindertagesstätte Kinder beobachtet, die mit großer Behutsamkeit Samenkörner in Blumentopferde gesteckt hatten. Zwei dieser Samenkörner hatte er den künftigen Beraterinnen mitgebracht.

Die anschließende Segnung der Räume bot den Caritas-Mitarbeiterinnen ein gewohntes Bild. Offensichtlich freuten sich auch die Vertreter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) über den Segen für ihre Arbeit.

Erstmalig im Bistum Magdeburg hat der Caritasverband in Merseburg eine Beratungsstelle gemeinsam mit einem nichtchristlichen Träger eröffnet. Keiner der beiden Träger wäre alleine in der Lage gewesen, die Voraussetzungen für die Genehmigung dieser Einrichtung zu erfüllen. Obwohl der Bedarf für die neue Beratungsstelle im Landkreis unbestritten war, hatte die Verwaltung in Zeiten fast leerer Kassen finanziell und personell einen sehr engen Rahmen für das neue Beratungsangebot gesteckt.

Sehr zufrieden über die gemeinsame Vorbereitungsarbeit mit dem DRK äußerte sich Winfried Weber, Geschäftsführer des Caritasverbandes für die Stadt und das Dekanat Halle. Man habe sich das Aufgabenfeld klar abgesteckt: Die DRK-Mitarbeiterin ist für Erziehungsberatung zuständig, Ehe-, Familien- und Lebensberatung übernehmen die beiden Caritas-Angestellten, die beide einen Teilzeit-Vertrag haben. Dennoch arbeiteten die drei Beraterinnen nicht nebeneinander, sondern miteinander. Vorgesehen sind unter anderem gemeinsame Dienstbesprechungen.

Im Magdeburger Caritas- Diözesanverband wird das Entstehen der Beratungsstelle mit dem DRK nicht ohne Skepsis beobachtet. "Es ist für uns eine ganz neue Erfahrung", sagte Waltraud Kasperczyk, Abteilungsleiterin für Kinder- und Jugendhilfe, am Rande der Einweihung. Ob die Zusammenarbeit funktioniere und der Caritasverband dabei auch seine Identität wahren könne, hänge letztlich von den beteiligten Personen ab.

Caritas-Beratungsstellen sollen nicht nur fachlich fundierte Beratungsarbeit leisten, sie wollen der Bevölkerung auch eine "Kontaktfläche zur Kirche" bieten. Winfried Weber ist überzeugt, daß dieser Anspruch sich auch in Merseburg auch in der gemeinsamen Beratungsstelle mit dem DRK verwirklichen läßt. "Wenn wir als Christen Sauerteig sein wollen, dürfen wir doch keine Berührungsängste mit dem ,Ungesäuerten‘ haben", sagt er. Auf beiden Seiten gebe es keine Ängste, vereinnahmt zu werden, bestätigt auch sein Amtskollege vom DRK, Kreisgeschäftsführer Rolf Bozau.

Notker Klann, der Vorsitzende der Katholischen Bundesarbeitsgemeinschaft für Beratung in Bonn, hob in seinem Grußwort zur Eröffnung die große Bedeutung der Beratungsstellen für die "Solidargemeinschaft" hervor. Derartige Einrichtungen dürften dem allgemeinen Sparzwang nicht zum Opfer fallen, betonte Klann. Die Beratungsstellen seien erheblich preisgünstiger als die Folgekosten fehlender Beratung, zum Beispiel die vielfältigen Kosten, die eine Scheidung nach sich zieht. Die Erfolge der Beratung von Caritas und DRK seien erwiesen.

Die Bedeutung kirchlicher Beratungsstellen sieht Klann in der Verbreitung des christlichen Menschenbildes, das auch die Möglichkeit eines Scheiterns einschließe. In der Gesellschaft breite sich zunehmend ein Menschenbild aus, in dem Verlierer gar nicht mehr vorkämen.

Die Beratungsstelle Merseburg für Ehe-, Familien- und Erziehungsfragen bietet ihre Beratung nach Vereinbarung zu allen Tageszeiten an. Anmeldung dazu dienstags und donnerstags von 12 bis 14 Uhr, Telefon 03461 / 33 39 00.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 12 des 48. Jahrgangs (im Jahr 1998).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 22.03.1998

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