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Bistum Magdeburg

Service für Betende und Touristen

Seit 1991 sorgen ABM-Kräfte für offene Kirchentüren

Magdeburg (dw) - Ein Kind zündet auf dem Heimweg von der Schule in der Magdeburger Bischofskirche St. Sebastian eine Kerze an. Einen Kilometer entfernt betritt zur gleichen Zeit ein Ehepaar die Magdalenenkapelle, in der Hand einen Magdeburg-Führer. Alle drei hätten vor verschlossenen Türen gestanden, wenn nicht ABM-Kräfte des Hilfswerkes Subsidiaris in beiden Gotteshäusern Dienst tun würden. Seit 1991 halten sich sechs Mitarbeiter im Wechsel tagsüber in den beiden Kirchen auf. Sie sollen Fragen zur Geschichte und Bedeutung der Bauwerke beantworten können und durch ihre Anwesenheit potentielle Diebe und Randalierer abschrecken

1991 hatte die Stadt Magdeburg Subsidiaris, das Hilfswerk des Prämonstratenser-Ordens, mit der Betreuung der bis dahin nicht öffentlich zugänglichen Magdalenenkapelle beauftragt. Zu dieser Zeit waren in der katholischen St.-Sebastian-Kirche gerade Lautsprecher gestohlen worden. Die Gemeinde sah sich gezwungen, die Kirche außerhalb der Gottesdienstzeiten zu schließen. Der Gedanke lag nahe, die Aktivität von Subsidiaris auch auf die Bischofskirche auszuweiten. Die erste AB-Maßnahme war auf zwei Jahre befristet. Seither ist sie mit jeweils neuen Mitarbeitern mehrfach verlängert worden

Die Sebastians-Kirche wird vorwiegend von Menschen besucht, die "kirchlich vorgeprägt" sind, hat Hannelore Betka beobachtet, die zum gegenwärtigen ABM-Team gehört. Die gelernte Serviererin selbst ist vor vielen Jahren aus der evangelischen Kirche ausgetreten. Ihre derzeitige Arbeit macht ihr trotzdem viel Spaß, besonders, weil sie den Kontakt mit Menschen liebt. Die hochgotische Magdalenen-Kapelle ist in stärkerem Maße Anziehungspunkt für Touristen. In einem "Gästebuch" haben zahlreiche Besucher schriftlich festgehalten, was sie in dem kleinen Kirchlein suchten und fanden: Viele der im Jahr rund 1500 Kirchenbesucher bedanken sich für den Augenblick der Ruhe und des Friedens, den sie während einer turbulenten Stadtbesichtigung in der Magdalenen-Kapelle erlebten. Kleine Faltblätter informieren interessierte Besucher über die Geschichte der Kapelle, die Prämonstratenser und auch über den christlichen Glauben. "Mein Kind lernt das ja jetzt alles in der Schule. Mich würde eigentlich auch mal genauer interessieren, was es mit dem Martinsfest auf sich hat", hat eine junge Frau zum Beispiel zu Hannelore Betka gesagt. Die Höhepunkte des Kirchenjahres spiegeln sich in der Ausschmückung des Kirchleins wieder: Eine große Martinslaterne im November, ein Adventskranz im Dezember. Von Weihnachten bis Lichtmeß ist eine kunstvolle Textilkrippe zu sehen, die besonders viele Besucher anzieht. An den Weihnachtsfeiertagen führte der Familienspaziergang viele Magdeburger in die Kapelle: täglich kamen weit über 200 Gäste

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 2 des 48. Jahrgangs (im Jahr 1998).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 11.01.1998

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