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Botschaft, die in der Seele mitschwingt

Weihnachtszeit ist voller Musikalität

Liebe Tag des Herrn-Leserinnen und -Leser, wohl kaum eine Zeit im Jahreslauf ist so voller Musik wie die Weihnachtszeit. Nahezu überall ertönen vertraute weihnachtliche Weisen. Manchmal kann es gar zuviel werden, wenn zum Beispiel Stille Nacht"; aus einer elektronischen Klappkarte, einem Plastik-Weihnachtsmann oder aus zahlreichen Lautsprechern in Kaufhäusern und auf Weihnachtsmärkten erklingt.
Schnell könnten nun wir Christen solche Auswüchse der Vermarktung kritisieren und auf den eigentlichen Ort der Stillen Nacht"; hinweisen, auf den Ort der Ankunft Gottes bei uns Menschen. Doch seien wir etwas vorsichtiger mit einer allzu schnellen Schelte an der heutigen profanen Gestaltung dieses Festes.
Wenn wir all die Auswüchse und geschmacklichen Entgleisungen zur Seite tun, öffnet sich uns, so glaube ich, ein Blick auf die wirkliche Sehnsucht des Menschen. Alle Menschen sehnen sich nach dem Angenommensein durch ein Gegenüber, alle Menschen suchen auch nach einem tiefen Sinn ihres eigenen Lebens, und - so glaube ich - kaum jemand gibt sich letzten Endes mit der Scheinwelt einer glitzernden Konsumentenwelt zufrieden. Der Mensch ruft im Innersten seiner Existenz nach einem erfüllten und gelingenden Leben. Sind nicht gerade die Lieder, die wir zur Advents- und Weihnachtszeit singen, Ausdruck dieser großen Sehnsucht, die Gott allein zu stillen vermag?
Wer die Lesungen der Weihnachtszeit hört, wird merken, daß auch diese Texte so etwas wie Lieder sind.
In ihnen schwingt die Seele des Verfassers, ja vielleicht schwingen sogar UNSERE Seelen mit, wenn es dort etwa heißt: Brecht in Jubel aus, jauchzt alle zusammen, ihr Trümmer Jerusalems! Denn der Herr tröstet sein Volk... Alle Enden der Erde sehen das Heil unseres Gottes!"; (vgl. Jes 52,9-10) Oder im anschließenden Johannesevangelium: In Ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht erfaßt (Joh 1,4-5).
Wir Menschen brauchen Lieder, um mit unseren Gefühlen das letztlich unfaßbare Ereignis Gottes auszudrücken: Er selbst nimmt unsere menschliche Natur an, damit wir Anteil an seinem göttlichen Leben erlangen können. Dieses Kind in der Krippe wird zur wirklich tragfähigen und verläßlichen Verbindung zum Gott des Lebens und der Treue.
Jesus Christus bezeugt uns mit seinem Leben: Wir sind nicht alleingelassen, schon gar keine hoffnungslosen Fälle, denn Gott wurde einer von uns.
Wir dürfen die Weihnacht feiern als einen entscheidenden Wendepunkt in der Geschichte des suchenden Menschen: Gott hat uns gefunden. Es ist wohl wirklich nur zu besingen, dieses Geheimnis der Liebe Gottes... In diesem Sinn wünsche ich Ihnen eine gesegnete Weihnachtszeit.
Ihr Bischof Leo Nowak

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 51 des 47. Jahrgangs (im Jahr 1997).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 21.12.1997

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