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...am 22. Juli 1951

Damals

Über ein Erlebnis "auf der Eisenbahn" berichtet der Tag des Herrn

Neulich fuhr ich durchs Eichsfeld. Hinter Heiligenstadt stieg ein junger Mann ein. Da er nicht grüßte, grüßte ich ihn. Er entschuldigte sich und sagte, er sei erstaunt, daß ein katholischer Pfarrer im Wagen sitze. Er war Bergmann und hatte eine große Freude, mir von seiner Arbeit zu erzählen, sowie auf viele Fragen sachkundige Antworten zu wissen. Was sein Vater ist, fragte ich. "Auch Bergmann", sagte er. Ob er Geschwister habe, fuhr ich fort. "Einen Bruder." - "Auch Bergmann?" - "Nein, Bauer." - Ob er da nicht neidisch sei auf den Bruder. - "Nein, warum? Der ist Bauer, weil er es gern ist; und ich bin Bergmann, weil ich es auch gern bin.

Ich fragte ihn auch, ob es in seinem Betrieb Aktivisten gäbe. "Ja", sagte er. "Die gibt es überall, auch bei uns." Die Antwort war mit einem gewissen Stolz gegeben, so daß ich ihn fragte, ob etwa der Vater Aktivist sei. "Nein", erwiderte er, "ich bin's. Ich bin Jungaktivist." "Da sind wohl Ihre Arbeitskollegen neidisch auf Sie?"-"Nun ja, sie brauchen es doch bloß ebenso zu machen wie ich. Aber dazu gehört Köpfchen.

Ich erkundigte mich dann nach den Schichten. "Tag- und Nachtschichten", sagte er. "Da tun Sie mir leid", meinte ich. "Da werden Sie wohl sonntags gar nicht mehr in die Kirche gehen können?" - "Warum denn nicht? Ich gehe jeden Tag in die heilige Messe." - "Wie machen Sie denn das?" - "Nun, heute habe ich Tagschicht. Da war ich schon vorher zur hl. Kommunion in unserer Kirche, und wenn ich Nachtschicht habe, gehe ich nachher in die heilige Messe und dann erst nach Hause schlafen." - Auch das gibt es.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 51 des 47. Jahrgangs (im Jahr 1997).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 21.12.1997

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