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Aus der Region

Saalfeld mit sonnenbeheiztem Pfarrhaus

Sonnenenergie heizt Pfarrhaus

Kollektoren auf dem Pfarrhausdach Saalfeld (jk/tdh) - Seit knapp drei Wochen bleiben Passanten nun öfter vor der katholischen Kirche "Corpus Christi" in Saalfeld stehen. Eine Schautafel am Eingang zum Pfarrhaus informiert dort über die Sonnenkollektoranlage, die seit gut einem Jahr in Betrieb ist und der Pfarrgemeinde hilft, Gas- und Heizkosten zu sparen.
Vor fünf Jahren war die Anlage, die das Gemeindehaus mit Warmwasser versorgt, renovierungsbedürftig. Pfarrer Joachim Kramer hörte damals von dem Programm "300 Kirchengemeinden für die Solarenergie" der Deutschen Bundesstiftung für Umwelt (DBU). Bis Ende 2001 will die größte Umweltstiftung Europas zehn Millionen Mark investieren, um auf den Dächern von 300 kirchlichen Einrichtungen Demonstrationsanlagen zur Solarenergieverwendung zu montieren. Damit soll die Nutzung der Sonnenenergie gefördert werden. Durch den hohen Vorbildcharakter der Kirchen will die Stiftung Menschen gerade auch im privaten Bereich für die Nutzung dieser umweltfreundlichen Energiequelle ermuntern. Vorbild für diese Ak-tion ist Österreich, wo - bezogen auf die Einwohnerzahl - sechsmal häufiger Sonnenenergie als in Deutschland genutzt wird.
"Wir haben den Auftrag, die Schöpfung intelligent zu bewahren", betont Pfarrer Kramer. Die Nutzung erneuerbarer Energien trage dazu bei. Daher habe er sich für das von der DBU geförderte Projekt beworben - mit Erfolg. Gekostet hat die Solaranlage 35 000 Mark, die Hälfte des Geldes kommt von der Stiftung, die andere Hälfte ist durch private Sponsoren aus der Kirchengemeinde und der Wirtschaft aufgebracht worden.
Zwei Kollektorenflächen wurden auf der Südseite des Pfarrhausdaches montiert. Sie sind durch eine isolierte Verbindungsröhre mit dem Warmwasserspeicher im Keller verbunden. Die Sonne erwärmt nun die in den Kollektoren enthaltene Sole. Sobald die Sole um zehn Grad wärmer ist als das Wasser, das sich im Speicher im Keller befindet, fängt eine Pumpe an, die Flüssigkeit in Umlauf zu bringen: Die warme Sole fließt nach unten, erwärmt das Wasser im Speicher und steigt abgekühlt nach oben, wo sie wiederum von der Sonne, die auf die Kollektorenflächen scheint, aufgeheizt wird. Wenn das Wasser im Warmwasserspeicher auf 60 Grad Celsius erhitzt ist, wird ein zweiter Speicher erwärmt, mit dem in den kühleren Übergangszeiten das Pfarr- und Gemeindehaus ausreichend beheizt werden können. Die leistungsstarke Anlage erwärmt das Duschwasser sogar im Winter auf 45 Grad Celsius. Im letzten Jahr konnte die Kirchengemeinde so knapp 2000 Mark an Heiz- und Gaskosten sparen.
Die Schautafel am Eingang zum Pfarrhaus informiert nun jeden Interessierten über die genaue Leistungsfähigkeit der Anlage. Mit Hilfe einer kleinen Referenzsolaroberfläche auf dem Kirchendach zeigt sie stets genau an, wie stark die augenblickliche Sonneneinstrahlung ist und welche Temperatur in den Kollektoren herrscht. Außerdem ist abzulesen, wie viele Kilowattstunden in einem Jahr bereitgestellt werden und wie viele seit Installierung des Systems erzeugt wurden.

Pfarrer Kramer freut sich, wenn er sieht, "dass sich die Leute wundern, welche hohen Werte wir erreichen." Umweltschutz ist ihm nicht nur in diesem Bereich ein Anliegen. Zum Beispiel ist seine Gemeinde auch mit einer Regenwasseraufbereitungsanlage ausgerüstet, die die Toiletten mit Spülwasser versorgt. Immerhin ein Drittel der benötigten Wassermenge kann damit bereitgestellt werden. Angesichts der Tatsache, dass jährlich 22 000 Liter Wasser durch die Toiletten der Gemeinde rauschen, ist das eine ganze Menge. In Kürze will die Pfarrgemeinde "Corpus Christi" auch auf ihrer Homepage www.katholisch-in-saalfeld.de über die Sonnenkollektorenanlage und die neuesten Werte informieren.

Auch die Pfarrei Rohrberg beteiligt sich am Programm der Deutschen Stiftung Umwelt. Auf der Filialkirche St. Georg in Burgwalde wurden Solardachziegel verlegt. Die mittels Photovoltaikanlage gewonnene Elektroenergie wird in das öffentliche Stromnetz eingespeist

Infos zum Programm "300 Kir-chengemeinden für die Sonnenenergie": Deutsche Bundesstiftung Umwelt, An der Bornau 2, 49090 Osnabrück, Telefon (05 41) 9 63 30;

Fax: (05 41) 9 63 31 90;

eMail: dbu@umweltstiftung.de

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 0 des 51. Jahrgangs (im Jahr 2001).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 11.02.2001

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