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Aus der Region

Das Leben Jesu auf Erzgebirgisch

Weihnachtsberge in Schneeberg

Schwibbögen, Nußknacker und Kerzentragende Bergmänner - einst nur im Erzgebirge zu Hause - sind heute auch in der Magdeburger Börde, im Thüringer Becken und in Brandenburg weit verbreitet. Doch nur wenigen Käufern erschließt sich der tiefere Sinn dieser Gegenstände, die nun heimelige Advents-Atmosphäre verbreiten sollen.
Für den, der sich der Mühe unterzieht, in die Welt der Bergleute einzutauchen, erschließt sich eine interessante Verbindung von hartem Arbeitsalltag, handwerklichem Geschick und tiefer Frömmigkeit.
Im Museum für bergmännische Volkskunst in Schneeberg bekommt der Besucher einen Eindruck von der jahrhundertelangen Tradition des Schnitzhandwerks im Erzgebirge. "Die Bergleute mußten für verschiedene Kunstgezeuge, die unter Tage benutzt wurden, kleine Modelle erstellen, und so haben sich unter den Bergleuten die Schnitz-Fertigkeiten entwickelt", erklärt Isolde Koksch, Leiterin des Museums. Die Bergleute verbanden schon sehr früh diese Fertigkeiten mit ihrem technischen Wissen.
Bereits aus dem 16. Jahrhundert gibt es Nachrichten, daß geschnitzte Holz-Modelle die Arbeitswelt der Bergleute darstellten - mit mechanisch-beweglichen Elementen. Später zogen Bergleute, die frühzeitig "bergfertig", also invalid, waren, mit Bergwerksmodellen auf dem Rücken auf Jahrmärkte und Messen, um sich ein wenig Geld zu verdienen. Meist konnte man an diesen Buckelbergwerken mit einer Kurbel Mechanismen in Gang setzen, die die Arbeitsabläufe unter Tage demonstrierten.
Diese Schnitzkunst wurde schon bald in den kirchlich-religiösen Bereich eingebracht. Geschnitzte Kanzeln und Bergleute, die als Leuchter dienten, zeugen davon. Krippendarstellungen wurden im lutherischen Erzgebirge jedoch erst Anfang des 17. Jahrhunderts bekannt.
Durch den Übertritt Augusts des Starken zum Katholizismus 1697 gelangten katholische Einflüsse aus Böhmen und Süddeutschland ins Sächsische. Anfang des 18. Jahrhunderts treten erstmals öffentliche Krippendarstellungen in Sachsen auf: um 1710 in Dresden und Leipzig.
Die erzgebirgische Schnitzkunst brachte dann im 19. Jahrhundert neben der Pyramide und anderen Dingen eine besondere Weiterentwicklung aus den Krippendarstellungen und Paradiesgärten auf der einen und den Bergwerksdarstellungen auf der anderen Seite hervor: die sogenannten Weihnachtsberge.
Im Schneeberger Museum ist eine einmalige Sammlung solcher Weihnachts- und Heimatberge zu sehen. Große Landschaftsdarstellungen verbinden erzgebirgische Heimat mit Szenen aus dem kirchlichen Leben und aus dem Leben Jesu. Am Ende des 19. Jahrhunderts wurden in mehreren Orten große Schnitzervereine gegründet, von denen einige große Weihnachtsberge herstellten. Im Schneeberger Museum ist wohl die beeindruckendste Anlage der 40 Quadratmeter große Schneeberger Weihnachtsberg aus den Jahren 1898 bis 1926, der Orientalische Weihnachtsberg. Gebäude im antiken Stil, Menschen in orientalischen Gewändern zeigen Szenen aus den Evangelien - von der Verkündigung der Engel, über die Geburt Jesu, die Hochzeit zu Kanaa, die Bergpredigt bis hin zu Kreuz und Auferstehung. Mechanik auch hier: die heiligen drei Könige ziehen mit ihren Kamelen am Besucher vorüber.
Andere Arbeiten zeigen stärker die bergmännische Arbeitswelt. Interessant ist hier: Die Geburt Jesu wird mit dem Hier und Heute zusammengebracht. Sie wird in einer Bergmannshütte gezeigt. ste

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 51 des 47. Jahrgangs (im Jahr 1997).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 21.12.1997

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