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Bistum Dresden-Meißen

Offen für jede Aufgabe

Im Porträt - Monsignore Alexander Ziegert

Ziegert "Wo die Kirche mich braucht, da bin ich", sagt Monsignore Alexander Ziegert von sich. Oft schon wurde er mit schwierigen, auch unpopulären Aufgaben betreut, so beispielsweise vor Jahren (1973) mit dem kompletten Personalaustausch im Winfriedhaus

An der Vorbereitung des Katholikentreffens 1987 war er ebenfalls beteiligt. Mehrere Jahre arbeitete er in Bautzen als Gefängnisseelsorger. "Das geht mir jetzt noch nach. Bei dieser Arbeit habe ich viel gelernt, vor allem, wie wichtig Zuhören ist und wie unwichtig, sich über einen Menschen ein fixes Urteil zu bilden.

Ein reichliches Vierteljahr ist Ziegert im neuen Amt als Leiter des Katholischen Büros Sachsen. Was ist eigentlich die Aufgabe einer solchen Institution? Das Katholische Büro ist die Stelle, an der sich die Interessen von Staat und Kirche berühren. Ungehinderte Religionsausübung, Religionsunterricht, Feiertagsregelungen sind etwa solche Bereiche. Wenn der Staat eine Stellungnahme der katholischen Kirche zu einer Gesetzesänderung wünscht, wird das Katholische Büro ebenso aktiv

Monsignore Ziegert löste Prälat Bernhard Rachwalski, der das Personalressort übernahm, im Amt ab. Gründungsleiter des Katholischen Büros Sachsen war 1990 Prälat Dieter Grande. Unter ihm und seinem Nachfolger sind die entscheidenden Weichen gestellt worden. Die Ratifizierung des Staatskirchenvertrages zwischen dem Freistaat Sachen und dem Bistum Dresden-Meißen erfolgte am 24. April dieses Jahres

Der Staatskirchenvertrag ist die Basis, auf der Ziegert aufbauen kann. Bisher hat er seine Zeit für Antrittsbesuche genutzt und sich einen groben Überblick über die Aufgaben sowie die Menschen und Institutionen verschafft, mit denen er Kontakt halten soll. "Ich haben keine Berührungsängste im Umgang mit Behörden", schätzt er sich ein

Als Seelsorger hatte Monsignore Ziegert nacheinander in der Kinder- Jugend und Erwachsenenpastoral gearbeitet, wobei ihm wohl die Arbeit mit Kindern am meisten lag. Viele RKW-Lieder stammen aus seiner Feder. Allen Altergruppen ist sein "Poverello" vertraut. Wo katholische Christen hierzulande singen, darf dieses Liederbuch nicht fehlten. Im Dezember jährt sich Alexander Ziegerts Weihetag zum 35. Mal. Keinen Augenblick habe er seine Berufswahl bereut. Sie sei ihm Berufung. Zuletzt war er Dompfarrer in Bautzen. Dort alt werden zu können, hatte er gedacht. Die Arbeit in der großen Gemeinde habe ihm Freude gemacht, obwohl er sich "noch nie so im Joch" gefühlt habe wie dort. "Aber ich habe die Gemeinde geliebt und die Aufgabe dort." Nun ist er vom Bischof in einen ganz anders gearteten Bereich gerufen. Mit 62 Jahren heißt es wieder: lernen. Das hat er im Grunde sein ganzes Leben lang getan. Ursula Wicklein

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 35 des 47. Jahrgangs (im Jahr 1997).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 31.08.1997

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