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Bistum Dresden-Meißen

Für zwei Jahre nach Litauen

Oratorianer Fischer wird Rektor in Vilnius

Dittrich Leipzig (tdh) - Für zwei Jahre wird Pfarrer Dr. Hans Friedrich Fischer, bisher Präpositus des Oratoriums des heiligen Philipp Neri und Pfarrer in Leipzig-Leutzsch und Böhlitz-Ehrenberg, die Leitung des Priesterseminars in Vilnius ab September übernehmen. Damit entspricht er einer Bitte des Vilniuser Erzbischofs, Dr. Audrys Juozas Backis. Zuvor gaben das Oratorium Leipzig, der Bischof von Dresden-Meißen und der Generalprokurator des Ordens in Rom ihr Einverständnis. "Ich bleibe natürlich weiter Mitglied des Leipziger Oratoriums und werde in den Semesterferien und zu unserem Jahreskapitel nach Deutschland kommen", betont Pfarrer Fischer. Auch möchte er gern zu Weihnachten oder zu Ostern in Leipzig sein, sofern es der Seminarbetrieb erlaubt

In der Berufung nach Vilnius sieht Pfarrer Hans Friedrich Fischer eine große Herausforderung, "zumal damit die Bitte um eine Hilfestellung beim Ausbau einer geordneten kirchlichen Struktur verbunden ist". Das Seminar in Vilnius wurde 1993 im Gebäude des Trinitarierklosters eingerichtet, das bis 1992 als sowjetische Militär-Kaserne mißbraucht worden war. Entsprechend viel mußte dann erst einmal renoviert werden. Trotzdem reicht der Platz jetzt nicht mehr aus. Deshalb begann Erzbischof Backis im vergangenen Herbst den Bau eines neuen Seminars, das 100 Seminaristen Platz bieten soll. Die Kosten für dieses Projekt betragen knapp sieben Millionen Mark. Bereits im September nächsten Jahres soll der Lehrbetrieb aufgenommen werden. In dem neuen Seminar sollen die Priesteramtskandidaten der Diözesen von Vilnius, Kaisiadorys und Panevezys ausgebildet werden. "Die ersten Absolventen des Vilniuser Seminars soll ich im Sommer 1999 zur Priesterweihe führen", erklärt Pfarrer Fischer, der bereits seit Herbst 1994 im Seminar Vorlesungen hält. Zuerst in Kirchengeschichte, später im Fach Sakramententheologie. "ich war jeweils für einen Monat im Semester in Vilnius und habe neben Vorlesungen und Examina immer einen Einkehrtag für die Seminaristen gehalten. Dabei war unter anderem die Spiritualität des heiligen Philipp Neri Thema. "Sie kam gut an und ich habe das Gefühl, das der Erzbischof im Stillen auf die Gründung eines Oratoriums in Litauen hofft", meint Hans Friedrich Fischer, "doch das ist eine Sache, die nicht von Leipzig nach Litauen exportiert werden kann, sondern die von innen heraus vor Ort wachsen muß.

Übrigens: Pfarrer Hans Friedrich Fischer, der seit den 70er Jahren mit Litauen verbunden ist, wurde im Februar aus Anlaß des Unabhängigkeitstages - Tages der Wiederherstellung der Litauischen Staatlichkeit - mit dem Orden des Großfürsten Gediminas ausgezeichnet. In der Einladung zur Ordensverleihung hies es: "Wir bedanken uns bei Ihnen für die vielseitige Unterstützung der Republik Litauen."

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 18 des 47. Jahrgangs (im Jahr 1997).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 04.05.1997

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