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Bistum Görlitz

Sichtbare Zeichen der Gemeinschaft setzen

Hirtenwort von Bischof Müller zum Papstbesuch in Polen

Görlitz (tdh) - Den 46. Eucharistischen Weltkongreß vom 25. Mai bis 1. Juni in Breslau und eine Papstmesse im Nachbarbistum Liegnitz am 2. Juni nimmt der Görlitzer Bischof Rudolf Müller zum Anlaß, sich am heutigen Sonntag mit einem Hirtenwort an seine Diözesanen zu wenden

Darin greift er das Leitwort des Weltkongresses auf, "Zur Freiheit hat uns Christus befreit". Freiheit habe für den modernen Menschen in der Regel kaum noch einen Bezug zu Gott und seinem Willen gegenüber seinen Geschöpfen, stellt der Bischof fest. Man begnüge sich mit in-nerweltlichen Erlösungskonzepten und erfahre doch täglich, daß man damit nicht weiterkomme. In der Auseinandersetzung mit der Gestalt Jesu werde deutlich, daß die Menschen, die ihm begegnet seien und sich ihm öffneten, ihn als Befreier erfuhren. In der Einsetzung des Abendmahls habe er seine befreienden, heilenden, erlösenden Kräfte für alle Menschen freigesetzt

Der gläubige Empfang der heiligen Kommunion bewirke immer neu "Befreiung von Hoffnungslosigkeit und Resignation", er bewahre "vor Verzweiflung, vor der frustrierenden Fixierung auf das Diesseits, vor falschen Utopien und vor dem Zwang, ein innerweltliches Paradies schaffen zu müssen.

Darüber hinaus schaffe die Kommunion Gemeinschaft der Christen mit Gott und untereinander über alle Grenzen mit Gott. Es sei wichtig, von dieser Gemeinschaft immer wieder äußerlich sichtbare Zeichen zu geben. Ein solches Zeichen könnte die Mitfeier des Papstgottesdienstes im Nachbarbistum Liegnitz sein, schreibt Bischof Müller

Der Gottesdienst am 2. Juni beginnt um 10.30 Uhr auf dem Flugplatz bei Liegnitz. Der Liegnitzer Bischof Tadeusz Rybak hat alle Katholiken des Bistums Görlitz mit ihren Seelsorgern und ihrem Bischof zu dieser Papstmesse eingeladen. Empfohlen wird, frühzeitig auf dem Flugplatz einzutreffen und eine Sitzgelegenheit mitzubringen. Voraussichtlich wird sich der Papst mit einem Wort in deutscher und sorbischer Sprache an die Görlitzer Katholiken richten. Während des Gottesdienstes wird er das Gnadenbild des schlesischen Klosters Grüssau krönen und Grüssau damit zum Wallfahrtsort der Diözese erheben

Der Liegnitzer Bischof erhofft sich Bischof Müller zufolge "viele fromme Begegnungen von Polen und Deutschen" an dem gemeinsamen Gnadenort Grüssau. Den Höhepunkt des Papstbesuches in Polen bildet am 1. Juni die Statio Orbis, die große Eucharistische Danksagung für den ganzen Erdkreis, die Johannes Paul II. in Breslau halten wird

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 16 des 47. Jahrgangs (im Jahr 1997).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 20.04.1997

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