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Aus der Region

Entsetzen und Aufruf zum Gebet

Reaktionen der Bischöfe auf die Anschläge in den USA

Entsetzen über die Menschenverachtung, den Aufruf zum Gebet und die Hoffnung, dass die Terroranschläge nicht zu größerem Unheil für die Menschheit führen: in ersten Stellungnahmen für die Kirchenzeitung Tag des Herrn äußerten die katholischen Bischöfe von Dresden-Meißen, Erfurt, Görlitz und Magdeburg nach den Ereignissen in den Vereinigten Staaten tiefe Betroffenheit. "Ich bin entsetzt über die Brutalität und Menschenverachtung, mit der diese Angriffe vollzogen wurden", erklärte Bischof Joachim Wanke (Erfurt). Sein Mitleid gelte den Opfern. "Ich bete für die Getöteten und hoffe, dass aus den Ereignissen nicht größeres Unheil für die Welt erwächst."

Der Magdeburger Bischof Leo Nowak erklärte: "Tiefes Entsetzen und große Trauer erfüllen mich angesichts dieser brutalen und menschenverachtenden Tat von Terroristen." Er rief die Christen in seinem Bistum auf, mit ihm zusammen für die Opfer zu beten. "Lassen Sie uns alle gemeinsam auch dafür beten und uns - jeder an seinem Platz und wie es ihm möglich ist - dafür einsetzen, dass Gewalt nicht mit Gewalt beantwortet wird und diese Tat von Wahnsinnigen nicht der Anfang von noch größerem Unheil für die Menschheit wird."

Bischof Rudolf Müller (Görlitz) äußerte seine Hoffnung, dass die Großmächte im Kampf gegen den Terror zusammenrücken. Die Ereignisse in den USA seien nicht nur ein "Fanal, das sich auf Amerika beschränkt, sondern - hoffentlich nicht - weltweite Folgen haben könnte".

Bischof Joachim Reinelt (Dresden) betonte, bei den Verantwortlichen sei jetzt Besonnenheit dringend nötig. "Hoffentlich gibt es jetzt keine Panik-Gegenreaktion." Das würde die Situation wesentlich verschlimmern. "Auf Hass mit Vergeltung zu reagieren sei nicht eine Lösung, sondern die alte Weise wie Menschen auf Menschen reagiert haben. Wir Christen haben das Evangelium, das einzigartige und ganz andere Auswege anbietet." Die Kirche sei von diesem Tag an so sehr gefordert, wie in der Geschichte selten zuvor. "Wir alle müssen jetzt ganz neu anfangen."

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 37 des 51. Jahrgangs (im Jahr 2001).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Mittwoch, 12.09.2001

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