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Bistum Magdeburg

Fünf Jubiläen auf einen Streich

Halberstadt (dw) - Gleich fünf Jahrestage feierten die Kolpingbrüder und -schwestern aus dem Bistum Magdeburg, die am 27. Oktober in Halberstadt zusammengekommen waren: 140 Jahre liegt es zurück, daß die erste Halberstädter Kolpingsfamilie gegründet worden ist.

Vor fünfzig Jahren trat der Halberstädter Kolpingpräses Karlheinz Rohde dem Verband bei, halb so lange ist der Geschäftsführer des Kolping-Bildungswerkes, Andreas Karger, dabei. Er leitete lange Jahre das Kolpingbildungshaus in Halberstadt, das vor zehn Jahren geweiht wurde. Nicht zuletzt erinnerten sich die Kolpingsfamilien an die Seligsprechung ihres Gründers Adolf Kolping, die auf den Tag genau fünf Jahre zurücklag.

Rolf Lange, der Vorsitzende der Halberstädter Kolpingsfamilie, gab während des Jubiläumsfestaktes einen Rückblick auf die Anfänge des Kolpinglebens in der Harzrandstadt:
Katholische Wandergesellen, die andernorts bereits mit den Ideen des "Gesellenvaters" in Berührung gekommen waren, wollten in den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts in Halberstadt einen "Katholischen Gesellenverein" im Sinne Kolpings gründen.

Sie gewannen den Franziskanerkaplan Franz-Josef Fricke dafür, der allerdings im Vereinswesen genauso unerfahren war wie sie selber. Bis dahin gab es in ganz Mitteldeutschland nur in Berlin einen katholischen Gesellenverein.
In einem Brief erkundigte sich Fricke bei Adolf Kolping persönlich, wie man bei der Gründung eines Gesellenvereins vorgehen müsse. Das Antwortschreiben Kolpings ist, ebenso wie das von ihm unterzeichnete Aufnahmediplom der Halberstädter in den Katholischen Gesellenverband, erhalten geblieben.

In seinem Brief riet Kolping den Gesellen, die Gründung "ohne großen Lärm" zu vollziehen und stattdessen lieber auf "langsames, gesundes" zu setzen. Er wies sie zudem auf die damaligen Aufnahmebedingungen hin: Mitglieder der Gesellenvereine sollten ihre Lehre abgeschlossen haben, unverheiratet und mindestens 18 Jahre alt sein.

Aus der Anfangszeit ist unter anderem überliefert, daß die Halberstädter Gesellen besonders gerne sangen und daß die erste Fahne ein Geschenk der katholischen Jungfrauen der beiden Pfarrgemeinden der Stadt war.

Die Kolpingsfamilie war bis in die dreißiger Jahre hinein in Halberstadt aktiv. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten benannte sich der Verein zunächst um in "Deutsche Kolpingsfamilie Halberstadt" und löste sich schließlich ganz auf.
Mitte der achtziger Jahre scheiterte ein erster Versuch der Wiedergründung. 1988 war die Neugründung dann erfolgreich, nachdem Halberstadt durch das neuerrichtete Kolpingbildungs- und -erholungshaus zu einem Anlaufpunkt für Kolpingsfamilien der Diözese geworden war.
Die 38 Mitglieder, die heute zur Halberstädter Kolpingsfamilie gehören, fühlen sich dem Grundanliegen Kolpings, als Christen aktiv bei der Gestaltung von Kirche, Staat und Gesellschaft mitzuwirken, nach wie vor verpflichtet.

Zu ihren Aktivitäten gehören unter anderem Diskussionsrunden mit Politikern, regelmäßiges Blutspenden, Altkleidersammlungen zugunsten von Aktion Sorgenkind, Einkehrtage, Pilgerfahrten und gesellige Veranstaltungen.

Dem Kolpingbildungshaus, das bis zur Wende sehr stark frequentiert war, macht seither die Konkurrenz durch vergleichbare Einrichtungen in Westdeutschland zu schaffen. Mit einem neuen Konzept will das Kolpingwerk der Diözese darauf reagieren. Dieses Konzept sieht unter anderem vor, in unmittelbarer Nachbarschaft eine Gaststätte zu eröffnen. Während des Festaktes schickten die Kolpingbrüder und -schwestern dem Magdeburger Altbischof Johannes Braun einen Dankesbrief nach Paderborn. Braun hatte sich in den achtziger Jahren mit besonderem Engagement bei der schwierigen Suche nach einem geeigneten Ort und beim Bau des Kolpingbildungshauses eingesetzt.

Sein Nachfolger Bischof Leo Nowak nahm an der Jubiläumsfeier teil. In seiner Predigt zum Festgottesdienst ermutigte er die Kolpingsfamilien zum aktiven Glaubenszeugnis. Sie sollten dabei vermeiden, über die Köpfe ihrer Zeitgenossen hinwegzureden. Andererseits dürften sie sich aber auch nicht in unguter Weise dem Zeitgeist anpassen.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 44 des 46. Jahrgangs (im Jahr 1996).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 03.11.1996

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