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Bistum Erfurt

Elisabeth-Reliquiar wird restauriert

Erfurt (bip) - Vor zwei Jahren wurde der Erfurter Dombauverein gegründet. Sein Anliegen ist es, für den Erhalt der Bausubstanz und der Kunstschätze des Doms St. Marien und der St.-Severi-Kirche auf dem Erfurter Domberg Sorge zu tragen. Im Sommer dieses Jahres hat der Dombauverein sein erstes Projekt in Angriff genommen: Mit rund 11 000 Mark Spendengeldern der Mitglieder wird die Restaurierung eines Reliquienkästchens aus dem 13. Jahrhundert für eine Reliquie der heiligen Elisabeth finanziert.

Das aus Holz und Tiergebein gefertigte Kästchen war in traurigem Zustand: So fehlten zwei Scharniere, die einmal den Kastencorpus und den Walmdachdeckel zusammengehalten haben. Die kunstvoll gesägten Beinplättchen aus Tierknochen waren teilweise zerbrochen und gewellt, was auf eine unsachgemäße frühere Restaurierung schließen läßt, wie der stellvertretende Vorsitzende des Dombauvereins, Dompfarrer Dr. Reinhard Hauke, weiß. Einzelne kleine Löcher deuteten auf den Befall durch Holzschädlinge hin. Und die Unterseite des Kästchens, das mit sehr feinem roten, purpurähnlich gefärbten Leder bezogen ist, war zerlöchert.

Die schwierige und zeitaufwendige Restaurierung wurde der gefragten Erfurter Restauratorin Christl Matthis übertragen. Dompfarrer Dr. Hauke ist sicher, mit ihr die richtige Restauratorin für die Arbeiten an dem Reliquiar gefunden zu haben. Bei derartigen Arbeiten gelte es immer, eine Entscheidung zwischen einer musealen - also einer reinen Bestandssicherung - und einer sogenannten "schönen Restaurierung" zu treffen, also das Objekt zu vervollständigen, wenn Teile, Farben und ähnliches verlorengegangen sind, sagt Dr. Hauke. Der Verein hat sich vorerst auf eine museale Wiederherstellung geeinigt, um die Originalität des handwerklichen Kunstwerkes zu wahren. Wenn alles termingerecht verläuft, sollen das Reliquienkästchen und die Reliquie erstmals wieder am 19. November zum Fest der heiligen Elisabeth der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Die Reliquie selbst, ein kleiner Knochensplitter der heiligen Elisabeth, kam nach Aussage von Dr. Hauke wahrscheinlich aus Passau nach Erfurt. Sie wird dann in dem Kästchen einen würdigen Rahmen bekommen.

Nach Angaben des stellvertretenden Vorsitzenden plant der Dombauverein, ein Faksimile einer Urkunde der Heiligsprechung der Hauptpatronin des Erfurter Bistums drucken zu lassen. Als Elisabeth am 27. Mai 1235, nur vier Jahre nach ihrem Tod, heiliggesprochen wurde, wurden mehrere Urkunden darüber angefertigt. Von diesen befindet sich jedoch keine in Erfurt. Der Verein will den Nachdruck einer solchen Urkunde in Ludwigsburg veranlassen.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 44 des 46. Jahrgangs (im Jahr 1996).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 03.11.1996

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